Biblische Gemeinde - heute verwirklichen

Einleitung

Biblische Gemeinde - heute verwirklichen

„Christus hat die Versammlung (Gemeinde, Kirche) geliebt und sich selbst für sie hingegeben“ (Epheser 5,25).

Es gibt viele Gemeinden, Kirchen und Versammlungen. „Ist diese Vielfalt gut?“, so fragen sich manche Christen. „Zu welcher dieser christlichen Glaubensrichtungen sollte ich mich am besten wenden?“, ist für viele eine zweite Frage. Oder anders ausgedrückt: Wie soll sich jemand, der eine bibelorientierte Gemeinde sucht, heute noch zurechtfinden?

Ich möchte versuchen, auf diese Fragen fundierte Antworten aus Gottes Wort zu geben. Es ist mein Wunsch, dass dieses Buch dazu beiträgt, Gottes Gedanken über seine Gemeinde besser verstehen zu lernen. Denn jeder aufrichtige Christ sollte in der Lage sein, anhand der Bibel die Praxis seines Gemeindelebens zu beurteilen und zu gestalten. Wichtig ist zudem, dass wir mit allen unseren Fragen – auch zum Thema „Biblische Gemeinde“! – ins Gebet gehen und Gott bitten,

  1. uns anhand seines Wortes eine klare Vorstellung von diesem wunderbaren Thema zu geben.
  2. uns zu zeigen, wie wir seine Gedanken in konkreten Lebensumständen anwenden können.

Gott will uns zur Hilfe kommen! Niemals verunsichert Er die Seinen, im Gegenteil: Er will uns „vollkommen machen, befestigen, kräftigen, gründen (1. Petrus 5,10).

Natürlich kann ich in diesem Buch nicht jede Detailfrage zum Thema „Gemeinde“ beantworten. Das ist auch nicht meine Absicht. Mir ist wichtig, Ich eine Reihe von Kernaussagen zu beleuchten und die größeren Zusammenhänge aufzuzeigen. Wer sich weiter in diesen Themenkomplex einarbeiten möchte, was empfehlenswert ist, dem gebe ich am Ende des Buches ein paar Hinweise zu guten Büchern bzw. Seiten im Internet, die nützliche Ausarbeitungen anbieten.

1. Wie ist dieses Buch gegliedert?

Bevor wir weiter in dieses wichtige Thema „Gemeinde“ einsteigen, nenne ich kurz die Vorgehensweise in diesem Buch. Zuerst geht es um den Begriff „Gemeinde“. Danach versuche ich, einige grundlegende Aspekte der biblischen Wahrheit über die Gemeinde vorzustellen. Diese sind Voraussetzung dafür, die göttlichen Gedanken über seine Gemeinde richtig zu verstehen. Zu diesem Themenbereich gehören im dritten Teil auch die verschiedenen Blickwinkel auf die Gemeinde: Das sind die bildhaften Ausdrücke, die wir im Neuen Testament für die Gemeinde finden.

In den Kapiteln 4 bis 6 behandle ich

  1. den Dienst und die Ämter in der Gemeinde,
  2. das Zusammenkommen von Christen sowie
  3. einige praktische Punkte im Blick auf die Verwirklichung dessen, was wir in der Heiligen Schrift über die örtliche und weltweite Versammlung lernen.

Dieser Teil wird mit einigen Fragenbeantwortungen abgeschlossen.

Es liegt uns nahe, uns sofort den praktischen Aspekten dieses Themas zuzuwenden, weil sie eine besondere aktuelle Relevanz besitzen. Aber kann man in der Praxis die Gedanken Gottes verwirklichen, ohne sich vorher mit der Lehre zu befassen? Daher bitte ich jeden Leser, mit dem ersten Teil dieses Buches zu beginnen. In aller Kürze bietet er die notwendige Grundlage für das Verständnis des zweiten Teils über das praktische Gemeindeleben.

2. Ziel des Buches

Es ist mir wichtig, das Thema „Gemeinde“ so leicht verständlich wie möglich darzustellen. Wer schon öfter zu diesem Thema etwas gehört oder gelesen hat, wird manches Bekannte wiederfinden. Das ist nicht tragisch. Wir lesen von Petrus, dass er dafür Sorge trug, die Empfänger seines Briefes an Dinge zu erinnern, die sie schon kannten (vgl. 2. Petrus 1,12–15). Auch für uns ist es gut, sich wieder zu erinnern. Mit einer solchen Erinnerung ist oft verbunden, dass man auf neue Aspekte stößt, über die es sich lohnt nachzudenken.

Manche Leser beschäftigen sich vielleicht das erste Mal mit diesem Thema. Gerade ihnen ist dieses Buch gewidmet Die biblische Wahrheit über die eine Gemeinde Gottes kennenzulernen, ist ein großer Gewinn. Vielleicht denken Sie1 jetzt an „Ihre“ Gemeinde, „Ihre“ Kirche. Es wäre nützlich, diesen Gedanken etwas zurückzustellen, um zuerst unvoreingenommen zur Kenntnis zu nehmen, was das Neue Testament unter Gemeinde versteht, nämlich alle gläubigen Christen (universell, weltweit oder örtlich). Als das Neue Testament geschrieben wurde, gab es noch keine unterschiedlichen Gruppierungen von Christen. Doch auch heute ist es noch wahr, dass alle Erlösten die eine Gemeinde bilden. Diese Gemeinde ist dem Herrn Jesus so viel wert gewesen, dass Er sein Leben für diese Gemeinde hingab. Er ist für sie am Kreuz gestorben (vgl. Epheser 5,25). Daher lohnt sich die Beschäftigung mit dieser Gemeinde. Auch die Frage, wie man heute noch in Übereinstimmung mit den biblischen Gedanken über die Gemeinde leben kann, ist keineswegs nebensächlich. Das wird hoffentlich im Lauf der Betrachtung deutlich.

3. Kontakt

Womöglich bleibt nach der Lektüre des Buches noch eine Reihe von Fragen offen. In diesem Fall werden Sie sich bitte an jemanden, zu dem Sie ein Vertrauensverhältnis haben und der auf Ihre Fragen eingehen kann. Vielleicht kann die Person weiterhelfen, die Ihnen dieses Buch überreicht hat.

Auch der herausgebende Verlag wird Ihnen gerne Ansprechpartner in Ihrem Umkreis nennen. Es ist gut, biblische Antworten auf Fragen zu erhalten, die uns beschäftigen.

Fußnoten

  • 1 Am liebsten würde ich in diesem Buch jeden duzen. Da es jedoch viele Leser gibt, die das zumindest ungewöhnlich finden, habe ich mich entschieden, die „Sie-Form“ zu wählen. Ich bitte gerade jüngere Leser, mir diese Höflichkeitsform nachzusehen und für sich selbst einfach ein „du“ einzusetzen.
Nächstes Kapitel »

Ihre Nachricht