Ährenlese im Neuen Testament (1. Korinther)

Kapitel 5-8

Ährenlese im Neuen Testament (1. Korinther)

1. Korinther 5,1–13

Der Apostel behandelt nun einen sehr peinlichen Gegenstand. Ausser den traurigen Spaltungen gab es in der Versammlung von Korinth noch eine schlimme, moralische Sünde, die die ganze Versammlung verunreinigte, obwohl ein einzelner sie begangen hatte (vergleiche Josua 7,13 ff.). Dieser «Sauerteig», der bei den Korinthern Leid und Bestürzung hätte hervorbringen sollen, hinderte sie nicht daran, «aufgeblasen» zu sein. Das ist ähnlich, wie wenn ein aussätziger Mensch seine Krankheit vertuschen und seine Wunden unter prunkvollen Kleidern verstecken wollte. Um des Herrn willen fordert Paulus Lauterkeit und Wahrheit (Vers 8). Er scheut sich nicht, dieses Böse schonungslos aufzudecken. Vor jedem Dienst und jedem christlichen Bekenntnis muss das Gewissen in Ordnung sein. Und die Heiligkeit fordert es, dass die Gläubigen sich nicht nur in ihrem eigenen Leben alles Bösen enthalten, sondern sich auch von Menschen trennen, die in der Sünde leben, obwohl sie sich Kinder Gottes nennen (Vers 11). Was ist der Beweggrund, dass wir uns einzeln und als Versammlung vor jeder Gemeinschaft und jeder Leichtfertigkeit mit dem Bösen hüten müssen? Auf keinen Fall ein Besser-sein-wollen als andere, sondern der unendliche Wert des Opfers, das unsere Sünden gesühnt hat (Vers 7).

1. Korinther 6,1–20

Es bestand noch eine weitere Unordnung in Korinth. Es gab Brüder, die ihre Streitigkeiten bis vor die menschlichen Gerichte brachten. Wahrlich ein trauriges Zeugnis! Der Apostel tadelt sowohl den, der das Unrecht begangen, als auch den, der es nicht ertragen hat. Dann zählt er die unter den Heiden üblichen Laster auf und macht ernst darauf aufmerksam, dass es nicht möglich ist, errettet zu sein, und doch in der Ungerechtigkeit weiterzuleben.

Solches sind etliche unter euch gewesen, sagt er. Aber seht, was Gott getan hat: ihr seid abgewaschen, geheiligt, gerechtfertigt worden! Geschah das, um euch von neuem zu verunreinigen?

Ausser der Sünde ist mir nichts verboten, aber wenn ich nicht achthabe, kann ich von allem überwältigt werden (Vers 12). Das Böse ist nicht in den Dingen selbst, sondern in der Liebe für diese Dinge, die im Herzen ist.

Die Verse 13–20 betreffen die Reinheit. Möchten sie vor allem in die Herzen der jungen Christen eingegraben sein, die den fleischlichen Versuchungen mehr ausgesetzt sind. Unser Körper gehört nicht mehr uns selbst. Gott hat ihn erkauft -vergessen wir nie, um welchen Preis! –, um daraus für Christus ein Glied seines Leibes zu machen (Vers 15), und für den Heiligen Geist einen Tempel, der heilig sein muss, wie es sein göttlicher Bewohner ist (Vers 19).

1. Korinther 7 und 8,1–13

Nachdem der Apostel in Kapitel 6,13–20 den Gläubigen vor der Unreinheit gewarnt hat, spricht er im 7. Kapitel vom Weg, den er mit Zustimmung des Herrn einschlagen kann: die Heirat. Der junge Christ, der sich durch das Wort auf seinem Weg bewahrt hat (Psalm 119,9), sollte sich in dieser wichtigen Entscheidung ganz besonders vom Herrn leiten lassen.

Im 8. Kapitel spricht Paulus vom Fleisch der Schlachthäuser, das oft auf den heidnischen Altären geopfert wurde, bevor es zum Verkauf auf den Markt kam. Das war für viele ein Gewissensproblem (vergleiche Römer 14). In unseren Ländern ist diese Frage nicht mehr aktuell, aber diese Ermahnungen gelten für alle Fälle, in denen wir in Gefahr stehen, einem anderen Gläubigen Anstoss zu geben.

Wieviele Dinge wussten doch die Korinther! «Wisset ihr nicht ...?», wiederholt der Apostel immer wieder (siehe Kapitel 6,2.3.9.15.19). Aber wozu diente ihnen diese Kenntnis? Nur, um sich ihrer zu rühmen! Auch wir, die wir soviele Wahrheiten oft mehr mit dem Kopf als mit dem Herzen erkennen, sind in der gleichen Gefahr. Um zu erkennen, «wie man erkennen soll», muss man Gott lieben (Vers 3). Und Ihn lieben, heisst das in die Praxis umsetzen, was unser Vorrecht ist, zu wissen (Johannes 14,21.23).

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