Einführung in das Buch Josua

7. Josua – ein Bild von Christus

Ein weiterer wichtiger Punkt kommt hinzu: Ohne ihren Führer Josua hätten die Kinder Israel das Land nicht in Besitz nehmen können. Sie wären ohne ihn nicht einmal hineingekommen. Er war ihr Anführer im Durchzug durch den Jordan, er war ihr Anführer im Kampf und er war es, der das Erbe schließlich ausgeteilt hat. Josua ist – wie wir bereits gesehen haben – ein (schwaches) Bild von Christus1. Das müssen wir nun noch etwas näher besehen.

  • Josua war der Nachfolger Moses. Sein Dienst ist eng mit dem Dienst Moses verbunden, denn selbst in Josua 1,1 wird er immer noch der „Diener Moses“ genannt. In 5. Mose 34,9 lesen wir, dass „Mose seine Hände auf Josua gelegt hatte“ und dass er „erfüllt war mit dem Geist der Weisheit“. In 4. Mose 27,20 wird Mose gesagt, dass er von seiner Würde (oder Herrlichkeit) auf Josua legen sollte. Das macht klar, wie eng der Dienst dieser beiden Männer Gottes miteinander verbunden ist2.
  • Mose ist ein Bild von Christus, der uns erstens aus der Macht der Sünde und der Knechtschaft des Teufels befreit hat. Er ist der „Urheber [unserer] Errettung“ (vgl. Heb 2,10). Er ist zweitens ein Bild von Christus, der uns auf dem Weg durch diese Wüste vorangeht und uns den Weg zeigt. Er ist der „Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Heb 12,2). Er war als Mensch hier auf dieser Erde. Er hat erlebt, was die „Wüste“ bedeutet. Die Wüste spricht von den irdischen Umständen, in der unser Herr sich befunden hat und in der wir uns jetzt – obwohl wir Himmelsbürger sind – befinden. Wir folgen seinem Beispiel und seinen Fußspuren, die Er in der Wüste hinterlassen hat.
  • Das Ende des Weges des Herrn auf dieser Erde war der Tod. Mit dem Tod Moses endet das fünfte Buch Mose und beginnt das Buch Josua3. Er ist jedoch nicht im Tod geblieben, sondern Er ist siegreich auferstanden. 1. Petrus 3,18 zeigt, dass Er „nach dem Fleisch“ getötet, aber „nach dem Geist“ lebendig gemacht worden ist. Diese Aussage hilft uns zu verstehen, wovon Josua ein Bild ist. Er ist nämlich nicht ein Bild von dem Herrn Jesus als dem verherrlichten Menschen im Himmel (obwohl Er natürlich jetzt dort ist), sondern Josua zeigt uns den Herrn Jesus als denjenigen, der jetzt im Geist als der Lebendige bei uns ist. So wie der Herr Jesus damals auf der Erde in der Mitte seiner Jünger war, so ist Er jetzt im Geist in unserer Mitte. Als Person ist Er im Himmel, doch im Geist ist Er bei uns. In diesem Sinn sagt Er in Johannes 14,18 zu seinen Jüngern: „Ich komme zu euch“. Christus im Geist ist derjenige, der sein Volk durch seinen Geist in das himmlische Land und die Segnungen einführt. Das sehen wir in Josua. In Johannes 16,14 sagt der Herr Jesus von dem Geist: „Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen“. Das ist der Dienst des Geistes, wie wir ihn in Josua sehen und in diesem Sinn verstehen wir, warum Josua selbst nach dem Tod Moses immer noch der „Diener Moses“ ist.
    In Galater 6,8 schreibt Paulus davon, dass wir „von dem Geist ewiges Leben ernten“. Ewiges Leben ist eine der herrlichen Früchte des Landes und fasst eigentlich die geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern in einem Ausdruck zusammen. Wir ernten nicht in der Wüste, sondern im Land. So beschäftigt uns der Geist mit dem, was unser geistliches Eigentum ist, damit es tatsächlich genossener Besitz wird.
  • Christus ist es auch, in dessen Kraft wir Sieg über die Feinde im Land haben können. Unsere Kraft ist nur „in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke“ (Eph 6,10). Die Kraft wirkt durch seinen Geist. Das „Markenzeichen“ Josuas war das Schwert, das von Kampf und Konflikt spricht, während das „Markenzeichen“ Moses der Stab war, der von Autorität und Macht spricht.

Fußnoten

  • 1 Es sei bemerkt, dass Josua nicht an allen Stellen ein Bild von unserem Herrn ist. Das ist bei Mose, David, Salomo und anderen Gottesmännern ebenso. Sie waren fehlbar und schwach und haben Sünden begangen. Darin sind sie ganz sicher kein Vorbild auf Christus, sondern zeigen, was in uns steckt. Dennoch benutzt Gott diese Männer, um uns zu bestimmten Gelegenheiten etwas von der Herrlichkeit seines Sohnes zu zeigen.
  • 2 Eine ähnliche Verbindung sehen wir auch bei Mose und Aaron, die ebenfalls gemeinsam ein wunderbares Bild von unserem Herrn sind. Mose als der Führer des Volkes ist in der Wüste und Aaron als Hoherpriester ist in der Wüste. Das gleiche gilt im Übrigen auch für Josua und Eleasar, den Hohenpriester, die zusammen das Erbe Kanaans austeilten. Der Herr Jesus ist für uns beides, Führer und Hoherpriester.
  • 3 Es ist bekannt, dass Mose deshalb nicht in das Land durfte, weil er den Felsen zum zweiten Mal geschlagen und nicht zu ihm gesprochen hatte. Es fällt jedoch auf, dass in 5. Mose 1 ein anderer Grund angegeben wird. Mose sagt dort, dass der Herr wegen des Volkes gegen ihn erzürnt war und dass er deshalb nicht in das Land kommen sollte (Vers 37). Unmittelbar danach ist davon die Rede, dass Josua, der Sohn Nuns, das Land als Erbe austeilen sollte (Vers 38). Der Tod des Herrn Jesus war eine Folge der Sünde des Volkes und nicht etwa seiner eigenen Sünde.
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