Einführung in das Buch Josua

5. Die prophetische Bedeutung

Wenden wir uns nun der Frage zu, welche geistliche Bedeutung das Buch Josua für den Leser hat. Wir beginnen mit der prophetischen Bedeutung. Gott hatte seinem irdischen Volk das Land Kanaan als Erbe und Besitz versprochen. Er hatte die Grenzen dieses Landes genau festgelegt (vgl. 5. Mo 11,24; Jos 1,4). Unter Josua wurde das Land tatsächlich erobert, jedoch nicht in den Grenzen, die Gott vorgesehen hatte. Das Volk kam dem Auftrag, die Feinde gänzlich zu vertreiben, nie ganz nach. Einige Feinde wurden zwar vertrieben, andere wurden jedoch nur besiegt, aber nicht vertrieben. Wieder andere wurden weder besiegt noch vertrieben. So wurde Israel im Laufe der Geschichte unter den Richtern zum Teil sogar aus seinem Erbteil vertrieben. Erst durch die militärischen Erfolge unter David gelang es dessen Thronfolger Salomo, das Land wirklich in Besitz zu nehmen. Die 40-jährige Königsherrschaft Salomos („der Friedliche“ oder „Friedreiche“) ist ein prophetischer Hinweis auf das kommende Reich, in dem der Messias, der Friedefürst (Jes 9,5), in Gerechtigkeit und Frieden auf der Erde regieren wird. In Hesekiel 47,15–20 finden wir die ausführliche Beschreibung der Grenzen Israels und den Umfang, den das „verheißene Land“ einmal – nämlich im 1000-jährigen Reich – für das Volk Israel haben wird. Der Prophet Sacharja endet mit der Feststellung, dass „an jenem Tag kein Kanaaniter mehr im Haus des Herrn der Heerscharen“ sein wird (Sach 14,21). Die Feinde, die Israel damals nie vollständig vertrieben hat, wird es dann nicht mehr geben.

Die Kämpfe im Buch Josua sind somit eine prophetische Beschreibung der kriegerischen Auseinandersetzungen, die der Aufrichtung des sichtbaren Reiches Gottes vorausgehen werden und von denen wir in den Propheten an vielen Stellen lesen. Josua ist dabei ein Bild des kommenden Messias, der dieses Reich in Macht gründen wird, um dann in Frieden und Gerechtigkeit regieren zu können.

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