Der Brief an die Philipper
Ein Brief der Freude

Kapitel 1

Der Brief an die Philipper

„Paulus und Timotheus, Knechte Christi Jesu, allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, mit den Aufsehern und Dienern: Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“ (1,1.2).

Die zwei treuen Zeugen des Herrn, Paulus und Timotheus, standen dem Herrn, dem sie dienten und für dessen Namen sie kämpften, stets zur Verfügung. Mit Recht trugen sie den schönen Titel: Knechte Christi Jesu. Wir müssen hier uns zuerst fragen: Trifft diese ernste Bezeichnung auch auf uns zu? Dienen wir dem Herrn Jesus Christus? Sind wir seine Knechte? Haben wir, die wir bekennen, seine Knechte zu sein, Ihm wirklich unser Leben zu Füßen gelegt? Nehmen wir es ernst mit unserer Hingabe, mit unserem Eifer, mit unserer Treue? Werden wir einen weiten Eingang finden, wenn der Herr in seinem Reich kommt?

„Ich danke meinem Gott bei all meiner Erinnerung an euch allezeit in jedem meiner Gebete, indem ich für euch alle das Gebet mit Freuden tue, wegen eurer Teilnahme an dem Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt“ (1,3–5).

Der Apostel Paulus nahm alles, was ihm auf dem Lebensweg begegnete, selbst die Gefangenschaft, aus der Hand des Herrn. Darum konnte er sagen: „Ich danke meinem Gott“. Sein Gott hatte ihn bisher durch Leiden und Freude treu geführt. Er sagt nicht: Ich danke unserem Gott, nein, er stand in persönlicher Beziehung zu seinem Gott. Als Knecht betrachtete er das Werk, das er bediente, als Gottes Sache und sich selbst nur als Werkzeug. Andererseits aber dankt er Gott für die Hilfe, als sei es sein eigenes Werk. Wie schön ist das; er nimmt die ganze Verantwortung auf sich und gibt Gott alle Ehre und allen Dank!

Immer, wenn er an die Philipper denkt, steigt Dank gegenüber Gott aus seinem Herzen auf, und jedes Mal, wenn er im Gebet für sie eintritt, freut er sich über sie, nicht etwa in erster Linie über die Gaben, die sie ihm übergeben hatten, sondern weil sie sich für das Werk des Herrn interessierten. Er freut sich über das Werk des Geistes Gottes in den Philippern. Das ist der wahre christliche Standpunkt. Wie kann die Gnade Gottes doch in dem Menschen wirken, wenn er sich vom Heiligen Geist leiten lässt!

„Indem ich eben darin guter Zuversicht bin, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi“ (1,6).

Paulus hat die Zuversicht und das Vertrauen zum Herrn, dass Er dieses Werk der Gnade weiterführen und es nicht vernachlässigen würde. Es ist immer gut, wenn man das Vertrauen nicht wegwirft. Es ist schön festzustellen, dass der Apostel das ganze Werk, um das er sich bemühte, nicht als das seine, sondern als das Werk des Herrn betrachtete. Er freut sich darauf, dass im Hinblick auf den Tag Jesu Christi dieses Werk zur Ehre des Herrn ausschlagen würde. Wie selbstlos! Nun erklärt er es sogar als seine Pflicht, die Werke der Philipper lobend zu erwähnen und vergisst nicht zu betonen, dass er es ihnen schuldig sei, weil sie durch ihre Liebe zum Apostel die Echtheit der Werke bewiesen. Man sieht, wie er ganz von dieser Sache erfüllt ist, von der Ehre des Herrn und dem Wunsch, dass die Philipper weiterhin treu dastehen möchten!

„Wie es für mich recht ist, dass ich dies über euch alle denke, weil ihr mich im Herzen habt und sowohl in meinen Fesseln als auch in der Verteidigung und Bestätigung des Evangeliums ihr alle meine Mitteilnehmer der Gnade seid“ (1,7).

Jemanden im Herzen haben bedeutet nicht nur, ihn zu lieben, sondern ihm ganz besonderes Interesse entgegenzubringen. Es waren drei Gründe, weshalb die Philipper den Apostel so besonders liebten:

  1. Er war gefangen in Ketten;
  2. er war für die Kinder Gottes verantwortlich, weil Gott sie ihm zur Pflege anvertraut hatte;
  3. er kämpfte für das Evangelium.

In allen drei Punkten erfuhr der Apostel die Gnade des Herrn in reichem Maß, und die Philipper freuten sich über diese Gnade und genossen sie mit dem Apostel. Es war eine herzliche Teilnahme an allem, was ihn betraf: An den Ketten, an seiner Verantwortlichkeit und an seinem Werk. Das ist kostbar!

Der Apostel seinerseits freute sich darüber, dass die Philipper die Gnade, die er so schätzte, mit ihm genießen durften. Wenn Herzen, die sich lieben, vom Herrn und von seinem Werk erfüllt sind, dann haben sie immer das Bedürfnis, sich zu sehen und sich über die göttlichen Dinge zu unterhalten.

„Denn Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne mit dem Herzen Christi Jesu“ (1,8).

Die Philipper zu sehen, war ein großes Herzensanliegen des Apostels. Er sehnte sich nach Aussprache und Gemeinschaft in der Liebe des Christus. Welch ein vollkommenes Band, das sie miteinander verband! Wie mag er von ganzen Herzen hierfür gebetet haben!

„Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht“ (1,9).

Die wahre christliche Liebe erweist sich darin, dass man das Wachstum der Gläubigen sucht. Johannes schrieb dem geliebten Gajus: „Ich wünsche, dass es dir in allem wohl geht und ... wie es deiner Seele wohl geht“ (3. Joh 2). Der Gläubige wünscht nicht so sehr, dass die anderen ihm mehr Liebe erweisen oder ihm mehr Interesse entgegenbringen, so sehr er das auch schätzt, sondern es geht ihm darum, dass das Verhältnis der anderen zum Herrn enger wird, denn das dient dann zum Wohl aller und zur Verherrlichung des Herrn. So wünscht Paulus, dass die Liebe der Philipper überströme. Wenn eine Flüssigkeit, die ein Gefäß füllt, sich mehrt, fließt sie über und ergießt sich weiter. So ist es mit der Liebe, wenn sie sich mehrt, sie fließt weiter. Nun wünscht der Apostel, dass die überströmende Liebe sich auch noch auf anderen Gebieten betätigt, und zwar „in Erkenntnis und aller Einsicht“.

„Damit ihr prüfen mögt, was das Vorzüglichere ist, damit ihr lauter und ohne Anstoß seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus ist, zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes“ (1,10.11).

Jeder ernsthafte Gläubige wird sich immer wieder die Frage stellen: „Was kann ich zur Ehre des Herrn tun?“ Es ist schön, wenn ein Kind Gottes nur diesen einen Wunsch hat, dem Herrn zu gefallen! Dann wird es nach dem Willen Gottes fragen und erwägen, wie es diesen „noch vorzüglicher“ ausführen kann. Ja, es gilt nicht nur das Gute, sondern das Vorzüglichere zu tun. Müssen wir nicht mit Beschämung feststellen, dass dies wirklich nur wenig geschieht? Wir sollten nicht zufrieden sein, wenn man uns nichts Böses nachsagen kann, sondern bestrebt sein, dem Herrn viel Freude zu machen. Unser Lebenswandel muss in jeder Beziehung „lauter“ und „unanstößig“ sein. Die Welt wird dann, wie bei Daniel, sagen müssen: „Wir finden keinen Anklagegrund und keine schlechte Handlung“ (Dan 6,5). Am Richterstuhl des Christus wird dies alles offenbar werden, zur Verherrlichung des Herrn. Die Gerechtigkeit des Christus wird ihre Frucht bringen, „zur Herrlichkeit und zum Preise Gottes“. Ja, Gott wird gepriesen werden, wenn später im Himmel etwas von dem Leben der Christen, die dem Herrn treu sein wollten, erkannt werden wird.

„Ich will aber, dass ihr wisst, Brüder, dass meine Umstände mehr zur Förderung des Evangeliums geraten sind, so dass meine Fesseln in Christus offenbar geworden sind in dem ganzen Prätorium und allen anderen“ (1,12.13).

Es wurde überall bekannt, was für einen Gefangenen das Gefängnis Neros barg, und dass der Apostel um seines Glaubens willen die Ketten trug und der Freiheit beraubt war. Auch schwieg der Apostel nicht und so hörten nicht nur die Gefangenen, sondern auch die Kriegsknechte, Wärter, Offiziere, ja selbst der Kaiser, welch ein merkwürdiger Gefangener hier festgehalten wurde.

„Und dass die meisten der Brüder, indem sie im Herrn Vertrauen gewonnen haben durch meine Fesseln, viel mehr sich erkühnen, das Wort Gottes zu reden ohne Furcht“ (1,14).

Gott weiß immer aus dem Bösen Gutes hervorkommen zu lassen. So auch im Gefängnis in Rom. Das tapfere Beispiel des Apostels, der für Jesus, seinen Herrn, zeugte, auch wenn ihm dafür Leiden und Ketten drohten, blieb nicht ohne Frucht. Die gläubige Umgebung des Apostels wurde durch sein tapferes Verhalten ebenfalls zur Kühnheit angespornt. Ohne Furcht predigten sie das Wort Gottes. Einer spornte den anderen an und die Frucht konnte nicht ausbleiben. So wurde die Absicht des Feindes, das Zeugnis des Herrn zu zerstören, vereitelt, und der Wille des Herrn kam zur Ausführung, so wie wir es in der Apostelgeschichte lesen: „Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich“ (Apg 12,24).

Der Apostel freute sich neidlos darüber; er schaute stets auf das Ergebnis, nämlich die Verherrlichung des Herrn.

„Einige zwar predigen den Christus auch aus Neid und Streit, einige aber auch aus gutem Willen; diese aus Liebe, da sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums gesetzt bin; jene verkündigen den Christus aus Streitsucht, nicht lauter, wobei sie meinen Fesseln Trübsal zu erwecken gedenken“ (1,15–17).

Wie verschieden waren die Beweggründe, durch die sich die Brüder leiten ließen! Die einen dachten daran, dass dem Apostel der Dienst der Ausbreitung des Evangeliums anvertraut war. Die Liebe zu ihm und zu dem Werk drängte sie, ihn in der Arbeit zu unterstützen. Andere beneideten den Apostel um seiner Gaben und um seines Erfolges willen und suchten ihrerseits den gleichen Erfolg zu erreichen. Andererseits brachte sie der Neid soweit, dass sie in der Absicht predigten, den Apostel zu beleidigen. Wie traurig! Man sollte nicht meinen, dass ein Mensch, oder gar ein Christ, eine so schändliche Gesinnung haben könnte!

„Was denn? Wird doch auf alle Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich, ja, ich werde mich auch freuen“ (1,18a).

Der Apostel aber freute sich über den Erfolg der Predigt. Ihm ging es nicht um seine Ehre oder seinen Erfolg, sondern darum, dass der kostbare Name Jesu verkündigt und überall bekannt werde. Welch edle Gesinnung, welch hoher Standpunkt! Was machte es schon, wenn andere ihn beneideten, wenn er im Gefängnis schmachten musste! Ein Zweck wurde doch erreicht: Der Name Jesus wurde ausgebreitet. Das war der einzige Zweck seines Lebens. Wenn doch alle Gläubigen diese Gesinnung und diese Tatkraft besäßen! Ein solcher Christ wird schon allein durch die Freude, die er genießt, allen Umständen enthoben, wie misslich sie auch sein mögen.

„Was denn? Wird doch auf alle Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich, ja, ich werde mich auch freuen; denn ich weiß, dass dies mir zum Heil ausschlagen wird durch euer Gebet und durch Darreichung des Geistes Jesu Christi“ (1,18b–19).

Der Apostel konnte sich über die Ausbreitung des Evangeliums Jesu auch im Hinblick auf die Zukunft freuen, denn er fügt hinzu:

„Nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts werde zuschanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt Christus erhoben werden wird an meinem Leib, sei es durch Leben oder durch Tod“ (1,20).

Paulus wusste, dass der Herr sein Werk nicht vergessen und dass Er es nicht vernachlässigen und seinen Diener schon in dieser Zeit für dessen Mitarbeit reichlich belohnen würde, wozu auch die Gebete der Philipper beitrugen. Bis jetzt hatte der Herr den Apostel als Werkzeug benutzt, um sich unter den Menschen zu verherrlichen. Jetzt, da der Apostel im Gefängnis war, hätte man denken können, dass dies nun aufhören würde. Aber der Apostel war zuversichtlich, dass wie bisher, nur in anderer Form und auf andere Weise, Christus an seinem Leib hoch erhoben werde. Mit anderen Worten: Der Herr würde auch weiterhin ihn, den Apostel, gebrauchen, zur Verherrlichung seines Namens, sei es im Gefängnis oder außerhalb, oder gar durch den Tod. Das war dem Apostel einerlei.

Sein sehnlicher und einziger Wunsch war, dass der Name Jesu verherrlicht wird, denn der Zweck seines Lebens war: Christus! Sollte er aber sterben, dann war es um so besser für ihn. Das war ein klarer Standpunkt! Da spielten persönliche Wünsche keine Rolle mehr. Ihm war alles recht, welche Pläne der Herr auch mit ihm haben mochte. Wollte der Herr, dass er lebe, nun, dann sollte das Leben Ihm gehören, Ihm ganz geweiht sein, und das war der Mühe wert.

Ein dem Herrn geweihtes Leben bedeutet große Mühe und Hingabe, aber für einen so großen Herrn war nichts zu viel. Fand der Herr es aber besser, ihn wegzunehmen, dann war er ja alle Mühe los; er hing nicht am Leben mit seiner Mühe und seinen Sorgen.

„Denn das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn“ (1,21).

Hätte der Apostel zwischen beidem wählen können, dann hätte ihm seine Liebe zum Herrn die Wahl schwer gemacht. Die Liebe zum Herrn drängte ihn, seinem Meister zu dienen. Die gleiche Liebe war der Grund, dass er so gerne zu seinem geliebten Heiland heimgegangen wäre.

„Wenn aber das Leben im Fleisch mein Los ist – das ist für mich der Mühe wert, und was ich erwählen soll, weiß ich nicht. Ich werde aber von beidem bedrängt, indem ich Lust habe, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser; das Bleiben im Fleisch aber ist nötiger um euretwillen“ (1,22–24).

Paulus war sich darüber im Klaren, dass seine Arbeit bei den Philippern noch nicht getan, noch nicht vollendet war. Die Philipper brauchten noch seine Belehrung und Ermunterung. Wie schön ist es, die Gesinnung dieses treuen Dieners zu sehen. Dachte er an den Tod, konnte ihm dies nur Gewinn sein, denn er ging ja dann zu seinem Herrn. Sollte er noch in dieser Welt bleiben, dann freute er sich bei dem Gedanken, den Philippern noch weiter dienen zu dürfen.

„Und in dieser Zuversicht weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen bleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, damit euer Rühmen in Christus Jesus meinethalben überströme durch meine Wiederkunft zu euch“ (1,25–26).

In völliger Gottergebenheit schickte sich der Apostel in alles, das ihm vonseiten Gottes beschieden war. Ihm war alles recht; wenn er nur dem Herrn und den Seinen dienen konnte. Dem Apostel war es klar, dass der Herr ihn noch nicht heimrufen würde, weil es der Gläubigen wegen notwendig war. Wenn sich die geliebten Philipper in der Abwesenheit des Apostels im Herrn rühmten, wie viel mehr würde das der Fall sein, wenn er wieder mit den Philippern zusammen sein durfte! Ihr Herz würde beim Wiedersehen mit dem Apostel überströmen.

So ist es immer, wenn die Herzen dem Herrn anhangen und die gleichen Ziele und Wünsche haben – nämlich die Verherrlichung des Herrn – dann ist es eine große Freude, sich zu sehen. Ach, wenn doch alle Geschwister im Herrn so stehen würden, dann würde die Versammlung nicht so vernachlässigt werden, sondern jede Seele hätte ein tiefes Verlangen, da zu sein, wo der Herr eine Gegenwart verheißen hat: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte“ (Mt 18,20).

„Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus, damit, sei es, dass ich komme und euch sehe oder abwesend bin, ich von euch höre, dass ihr feststeht in einem Geist, indem ihr mit einer Seele mitkämpft mit dem Glauben des Evangeliums und euch in nichts erschrecken lasst von den Widersachern; was für sie ein Beweis des Verderbens ist, aber eures Heils, und das von Gott“ (1,27.28).

In erster Linie legt der Apostel Nachdruck auf einen würdigen Lebenswandel. Dieser muss dem Evangelium entsprechend sein. Das Zusammenkommen hat den Zweck, sich zu erbauen, dem Herrn Anbetung darzubringen, sich an göttlichen Dingen zu erfreuen, um mit neuer Kraft ein Leben für den Herrn zu führen. Alles in allem war das Ziel: Ein Leben im Herrn. Darum schreibt der Apostel: „Wandelt nur würdig des Herrn!“

Ob wir uns wiedersehen, liegt in der Hand des Herrn. Er wird alles leiten nach seiner Weisheit und Liebe. Was wir zu tun haben, ist lediglich würdig des Evangeliums zu leben. Es ist wichtig, dass wir uns dies immer vor Augen halten. In Titus 2,11–13 wird uns gezeigt, wozu das Evangelium einen Menschen erziehen will. Wenn nun die Lebensführung derjenigen, die das Evangelium angenommen haben, im Widerspruch zu demselben steht, so ist das keine Empfehlung für das Christentum. Darum lasst uns darin sorgfältig sein!

Die Philipper hatten Leiden zu erdulden vonseiten der Welt. Es waren Menschen da, die dem Evangelium widerstanden und die Philipper bedrohten. Darum brauchten sie die Ermahnung, festzustehen, zu kämpfen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Um festzustehen ist es notwendig, dass sich jeder durch den einen Geist leiten lässt und mit einer Seele kämpft. Es dürfen keine Uneinigkeiten vorhanden sein. Wie wichtig ist das! Es ist alles die Sache des Herrn, aber Er will uns als seine Mitarbeiter gebrauchen. Da gilt es mit Mut und Vertrauen für die Sache Gottes einzustehen und sich nicht zu fürchten. Dass dieser Kampf geführt wird, ist ein Beweis, dass wir auf Gottes Seite stehen, die Welt aber dem Verderben entgegengeht.

Diese Gedanken sollten alle Kinder Gottes einigen. Wir sollten uns alle bewusst sein, dass wir auf Gottes Seite stehen, und sollten unter uns keinen Streit aufkommen lassen. Sobald in einem Kreis von Gläubigen geteilte Meinungen oder Streit entstehen, ist die gemeinsame Kraft verloren.

Wenn wir nun für das Evangelium einstehen, dann werden wir zu leiden haben, aber das ist ein Vorrecht.

„Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, da ihr denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen habt und jetzt von mir hört“ (1,29.30).

Den gläubigen Philippern war es geschenkt, nicht nur an Christus zu glauben, sondern auch für Ihn zu leiden. Wir wollen daran denken, wenn sich die Gelegenheit zeigt, für den Herrn Zeugnis abzulegen. Der Apostel hatte als Zeuge des Herrn auch viel Kampf und Leiden durchgemacht. Darum sagt er den Philippern: „den ihr an mir gesehen habt“. Und jetzt, da er sich im Gefängnis befand, erduldete er die gleichen Leiden und kämpfte den gleichen Kampf, wie wir das in den Versen 15–17 gesehen haben. Wir wollen nochmals betonen: Diesen guten Kampf können wir nur kämpfen, wenn wir bereit sind, unsere eigenen Wünsche zurückzustellen und in Frieden untereinander sind. Es ist ein gemeinsamer Kampf und darum müssen wir in einem Geist feststehen. Dazu schenke unser geliebter Herr uns viel Gnade und Kraft!

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