Samuel, der Prophet (1. Samuel 1-7)

1. Die Absicht Gottes (1. Sam 1,1-2,10)

„Und es war ein Mann aus Ramatajim-Zophim, vom Gebirge Ephraim, und sein Name war Elkana, der Sohn Jerochams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tochus, des Sohnes Zuphs, ein Ephratiter. Und er hatte zwei Frauen: Der Name der einen war Hanna, und der Name der anderen Peninna; und Peninna hatte Kinder, aber Hanna hatte keine Kinder. Und dieser Mann ging Jahr für Jahr aus seiner Stadt hinauf, um den HERRN der Heerscharen anzubeten und ihm zu opfern in Silo; und dort waren die beiden Söhne Elis, Hophni und Pinehas, Priester des HERRN. Und es geschah an dem Tag, als Elkana opferte, da gab er seiner Frau Peninna und allen ihren Söhnen und ihren Töchtern Stücke; aber Hanna gab er ein doppeltes Stück, denn er liebte Hanna; aber der HERR hatte ihren Mutterleib verschlossen. Und ihre Widersacherin kränkte sie mit vieler Kränkung, um sie aufzubringen, weil der HERR ihren Mutterleib verschlossen hatte. Und so, wie er das Jahr für Jahr tat, so kränkte sie sie, sooft sie zum Haus des HERRN hinaufzog; und sie weinte und aß nicht. Und Elkana, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du? Und warum isst du nicht? Und warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht besser als zehn Söhne?

Und Hanna stand nach dem Essen und nach dem Trinken in Silo auf. Eli, der Priester, aber saß auf dem Stuhl am Türpfosten des Tempels des HERRN. Und sie war in der Seele verbittert, und sie betete zu dem HERRN und weinte sehr. Und sie tat ein Gelübde und sprach: HERR der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd ansehen und meiner gedenken und deine Magd nicht vergessen wirst, und wirst deiner Magd einen männlichen Nachkommen geben, so will ich ihn dem HERRN geben alle Tage seines Lebens; und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen.

Und es geschah, als sie lange vor dem HERRN betete, dass Eli ihren Mund beobachtete. Hanna aber redete in ihrem Herzen; nur ihre Lippen bewegten sich, aber ihre Stimme wurde nicht gehört; und Eli hielt sie für eine Betrunkene. Und Eli sprach zu ihr: Bis wann willst du dich wie eine Betrunkene gebärden? Tu deinen Wein von dir! Aber Hanna antwortete und sprach: Nein, mein Herr, eine Frau beschwerten Geistes bin ich; weder Wein noch starkes Getränk habe ich getrunken, sondern ich habe meine Seele vor dem HERRN ausgeschüttet. Halte deine Magd nicht für eine Tochter Belials; denn aus der Fülle meines Kummers und meiner Kränkung habe ich bisher geredet. Und Eli antwortete und sprach: Geh hin in Frieden; und der Gott Israels gewähre deine Bitte, die du von ihm erbeten hast! Und sie sprach: Möge deine Magd Gnade finden in deinen Augen! Und die Frau ging ihres Weges und aß, und ihr Angesicht war nicht mehr dasselbe.

Und sie machten sich frühmorgens auf und beteten an vor dem HERRN; und sie kehrten zurück und kamen in ihr Haus nach Rama. Und Elkana erkannte Hanna, seine Frau, und der HERR gedachte ihrer. Und es geschah, als die Zeit um war, da war Hanna schwanger geworden und gebar einen Sohn; und sie gab ihm den Namen Samuel: Denn von dem HERRN habe ich ihn erbeten. Und der Mann Elkana ging hinauf mit seinem ganzen Haus, um dem HERRN das jährliche Schlachtopfer zu opfern und sein Gelübde zu erfüllen. Aber Hanna ging nicht hinauf; denn sie sprach zu ihrem Mann: Bis der Knabe entwöhnt ist, dann will ich ihn bringen, damit er vor dem HERRN erscheine und dort für immer bleibe. Und Elkana, ihr Mann, sprach zu ihr: Tu, was gut ist in deinen Augen; bleibe, bis du ihn entwöhnt hast; nur möge der HERR sein Wort aufrechterhalten!

So blieb die Frau und stillte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnt hatte. Und sobald sie ihn entwöhnt hatte, brachte sie ihn mit sich hinauf samt drei Stieren und einem Epha Mehl und einem Schlauch Wein und brachte ihn in das Haus des HERRN nach Silo; und der Knabe war noch jung. Und sie schlachteten den Stier und brachten den Knaben zu Eli. Und sie sprach: Bitte, mein Herr! So wahr deine Seele lebt, mein Herr, ich bin die Frau, die hier bei dir stand, um zu dem HERRN zu beten. Um diesen Knaben habe ich gebetet, und der HERR hat mir meine Bitte gewährt, die ich von ihm erbeten habe. So habe auch ich ihn dem HERRN geliehen; alle Tage, die er lebt, ist er dem HERRN geliehen. Und er betete dort den HERRN an. Und Hanna betete und sprach:

Mein Herz frohlockt in dem HERRN, erhöht ist mein Horn in dem HERRN. Mein Mund ist weit aufgetan über meine Feinde, denn ich freue mich deiner Rettung.

Keiner ist heilig wie der HERR, denn keiner ist außer dir; und kein Fels ist wie unser Gott.

Häuft nicht Worte des Stolzes, noch gehe Freches aus eurem Mund hervor; denn ein Gott des Wissens ist der HERR, und von ihm werden die Handlungen gewogen.

Die Bogen der Helden sind zerbrochen, und die Strauchelnden haben sich mit Kraft umgürtet.

Die satt waren, dienen für Brot, und die hungrig waren, sind es nicht mehr. Sogar die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die Kinderreiche ist dahingewelkt.

Der HERR tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und führt herauf.

Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht auch.

Er hebt aus dem Staub empor den Geringen, aus dem Kot erhöht er den Armen, um sie sitzen zu lassen bei den Edlen; und den Thron der Ehre gibt er ihnen als Erbteil. Denn des HERRN sind die Säulen der Erde, und auf sie hat er den Erdkreis gestellt.

Die Füße seiner Frommen bewahrt er, aber die Gottlosen verstummen in Finsternis; denn nicht durch Stärke hat der Mensch die Oberhand.

Der HERR – es werden zerschmettert werden, die mit ihm hadern; über ihnen im Himmel wird er donnern. Der HERR wird richten die Enden der Erde und Macht verleihen seinem König und erhöhen das Horn seines Gesalbten. –“ (1. Sam 1,1–2,10).

In diesem einleitenden Abschnitt von 1. Samuel haben wir eine herrliche Vorwegnahme des folgenden Wortes: „...nach der Kraft Gottes; der uns errettet hat und berufen mit heiligem Ruf, nicht nach unseren Werken, sondern nach seinem eigenen Vorsatz und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben“ ist (2. Tim 1,8–9). Am Ende des Liedes, das Hanna sang, kommen wir bis zum abschließenden und höchsten Vorsatz Gottes, den Segen unter Christus als König einzuführen. In der Geburt Samuels sehen wir die Gnade Gottes, diesen Vorsatz zur Ausführung zu bringen. Und das trotz der Schwachheit und dem Versagen des Menschen – also nicht nach unseren Werken, wie Paulus später schreiben sollte.

Darüber hinaus lernen wir, dass die Gnade jede Krise voraussieht, die unter dem Volk Gottes aufkommen kann. Aber sie überwindet diese Krise nicht nur, sondern trifft die geeigneten Vorkehrungen für solch schwierige Zeiten, bevor sie kommen.

Der Beginn der Geschichte zeigt uns einen gottesfürchtigen Leviten mit zwei Frauen; die eine fruchtbar, die andere unfruchtbar. Die unfruchtbare Frau – Hanna – bringt ihren Zustand mit Trauer vor den Herrn und wird von Peninna, der fruchtbaren Frau, gekränkt. Elkana geht jedes Jahr nach Silo, um vor dem Herrn anzubeten und zu opfern. An diesem Ort finden wir Hophni und Pinehas. Es sind zwei böse Menschen, wie wir in Kapitel 2,12 lesen, die als Priester des Herrn tätig sind. Eli, ihr Vater und zugleich Hoherpriester, ist persönlich sehr gottesfürchtig. Wir lernen ihn jedoch kennen als einen geschwächten alten Mann, der am Eingang des Tempels sitzt (Vers 9) und die Übungen einer Gott hingegebenen Seele als wirres Reden einer betrunkenen Frau missversteht (Vers 13). Dass er an einem Ort sitzt, für den Gott gar keinen Stuhl vorgesehen hat, zeigt uns den Mangel an geistlicher Energie. Dass er Hanna in ihrem Gebet vollkommen falsch versteht, zeigt uns den Mangel an geistlichem Urteilsvermögen.

Souveräne Gnade strahlt aus dem Dunkel hervor

So werden uns eine unfruchtbare Ehefrau, eine kränkende Frau, zwei wertlose Männer als Priester und ein schwacher und versagender alter Mann als Hoherpriester gezeigt. In solchen Umständen wird uns erlaubt, die souveräne Gnade Gottes zu sehen. Sie übergeht die fruchtbare Frau, wirkt durch die Schwachheit der Natur in der unfruchtbaren Frau und ist stärker als die Sünde des Menschen, wie es in den Priestern dargestellt wird. In dem Sohn, der Hanna gegeben wird, sehen wir den Weitblick der Gnade Gottes. Sie sorgt schon vor, um die Beziehungen Gottes mit seinem Volk in den kommenden Tagen des Zusammenbruchs zu erneuern.

Die drei großen Ämter, durch die die Beziehungen zwischen Gott und dem Menschen aufrechterhalten werden, sind die des Priesters, des Propheten und des Königs.

Der Priester hält die Beziehungen mit Gott aufrecht, indem er Gott zugunsten des Volkes naht. Dafür ist in Verbindung mit dem Priester die Bundeslade und das Opfer nötig – die Lade, die die Gegenwart des Herrn darstellt, und das Opfer, das uns den Weg des Herzunahens symbolisiert.

Der Prophet erneuert die Beziehungen mit Gott durch den Appell an Gewissen und Herz des Volkes, indem er eine Botschaft von Gott verkündigt. Wenn der Priester versagt und das Volk aufhört, Gott durch die Priesterschaft zu nahen, kommt Gott in seiner souveränen Gnade durch den Propheten zum Volk herab.

Der König hält die Beziehungen zwischen dem Volk und Gott aufrecht, indem er das Volk unter der Autorität Gottes führt. Wenn der König eingesetzt ist, dann regiert und führt Gott nicht mehr auf direkte Weise, sondern handelt durch den König. Dann hängt auch der Segen für das Volk von der persönlichen Treue des Königs ab.

Die Einführung von Christus beendet alles Versagen

Das erste Buch Samuel zeigt uns das Versagen des Priesters, des Propheten und des Königs nach Wahl des Menschen. Dadurch wird der Weg frei gemacht für die souveräne Gnade Gottes, um den Menschen in den Segen zu führen. Und dies geschieht durch die Einführung seines Gesalbten – des Christus – als König, von dem David ein Vorbild ist. So wird letztendlich dem ganzen Universum klar gemacht werden, dass aller Segen für Israel und die Nationen von der Treue Christi als König abhängt. Der Mensch wird gesegnet werden. Aber alle Herrlichkeit des Segens wird auf Christus ruhen. Die Herrlichkeit Christi ist das Ziel der Ratschlüsse Gottes.

Darüber hinaus zeigt uns die Geschichte von Hanna nicht nur den großen Grundsatz, nach dem Gott seinen Ratschluss der Gnade ausführt. Sie gibt uns auch eine reichhaltige moralische Belehrung für jedes geprüfte und leidende Kind Gottes. Wie auffallend ist der Kontrast zwischen der Hanna, die nicht essen kann und in ihrer Seele verbittert weint, wie wir in Vers 7 lesen, und der Hanna, die „ihres Weges ging und aß, und ihr Angesicht war nicht mehr dasselbe“ (Vers 18).

Wie kam es zu dieser Veränderung? Hatten sich die Umstände gewandelt, die ihren Kummer bewirkt hatten? Überhaupt nicht, denn sie war nach wie vor die unfruchtbare Frau. Das Geheimnis dieses Wechsels liegt in der Tatsache, dass sie ihre Seele vor dem Herrn ausgeschüttet hatte. Die Kränkung durch ihre Gegnerin, die Sorgen ihres Geistes und die Bitterkeit der Seele – alles das hatte sie mit Weinen vor ihren Herrn gebracht. So durfte sie das Wort hören: „Gehe hin in Frieden“. Sie schüttet ihren Kummer aus, und der Friede Gottes strömt in sie hinein. Das ist eine beeindruckende Illustration der Ermahnung, die uns sagt: „Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euren Sinn bewahren in Christus Jesus“ (Phil 4,6–7).

Aus Leid kommt Freude hervor

Wie oft schleppen wir unseren Kummer mit uns herum, statt ihn vor dem Einen auszuschütten, der in diese Welt der Weinenden kam, um unsere Leiden zu tragen und unsere Schmerzen auf sich zu nehmen. Haben wir ein verstecktes Leid; haben wir einen Feind, der Kränkungen bewirkt (Vers 6); etwas oder jemand, der unseren Geist provoziert (Vers 6); etwas, das unsere Herzen betrübt (Vers 8); etwas, das unsere Seele mit Bitterkeit erfüllt und unsere Augen mit Tränen (Vers 10)? Dann lasst uns unsere Seelen vor dem Herrn ausschütten, und Er wird uns mit seinem Frieden erfüllen. Und ein freudiges Herz wird ein freudiges Gesicht zeigen, wie wir lesen: „Und ihr Angesicht war nicht mehr dasselbe.“ Wenn das Herz in Frieden ruht und damit der Freude des Herrn erfüllt ist, wird es zu einem anbetenden Herzen; so lesen wir von Hanna, dass sie vor dem Herrn anbetete (Vers 19).

Nachdem Hanna gelernt hat, dass der Herr in der Lage ist, sie in den Umständen aufrecht zu erhalten und sie trotz dieser Schwierigkeiten sogar zu einer Anbeterin zu machen, ändert die Barmherzigkeit des Herrn ihre Umstände. Denn Er gewährt ihr ihre Bitte. Sie hatte gebetet: „Herr der Heerscharen! Wenn du ... meiner gedenken ... wirst“ (Vers 11). Nun lesen wir: „Und der Herr gedachte ihrer“ (Vers 19). Sie bekommt einen Sohn, den männlichen Samen, um den sie gebeten hatte. Und das Kind, das sie von dem Herrn erhält, gibt sie Ihm zurück. „Um diesen Knaben habe ich gefleht, und der Herr hat mir meine Bitte gewährt, die ich von ihm erbeten habe. So habe auch ich ihn dem Herrn geliehen; alle die Tage, die er lebt, ist er dem Herrn geliehen“ (Vers 27–28).

Das prophetische Gebet Hannas

Das Geschenk des Kindes ruft ganz natürlich den Dank Hannas hervor (1. Samuel 2,1–10). Hanna hatte ihre Seele im Gebet um einen Sohn ausgeschüttet. Nachdem ihre Bitte nun erhört worden ist, vergisst sie nicht, ihr Herz in einem Lobpreis auszuschütten. Darum beginnt sie ihr zweites Gebet: „Es frohlockt mein Herz in dem Herrn“ (2,1).

Hanna beginnt ihre Danksagung zu Recht mit der feierlichen Erwähnung der Herrlichkeiten Gottes, da sie anerkennt, dass jeder Segen von Ihm abhängt. „Keiner ist heilig wie der Herr“ (Vers 2). Gott ist allmächtig – „denn keiner ist außer dir“; Gott ist ewig – „und kein Fels ist wie unser Gott“. Gott ist allwissend – „denn ein Gott des Wissens ist der Herr“ (Vers 3).

Gottes souveräne Gnade kann erlebt werden

Danach rühmt sie die souveräne Gnade Gottes, der die Schwachen, Bedürftigen und Unfruchtbaren aufnimmt, um sie zu segnen. Solchen, die gestrauchelt (Vers 4), hungrig oder unfruchtbar sind (Vers 5), kommt Er zur Hilfe. Gott geht an den Weisen, Mächtigen und Edlen vorüber – aber Er nimmt die Unedlen und Verachteten der Welt auf, damit sich niemand selbst in seiner Gegenwart rühmen kann.

Darüber hinaus hat Gott seinen eigenen Weg, um mit uns zu handeln und uns unsere Bedürfnisse bewusst zu machen. Er lässt den Tod in unsere Seele hineinkommen, um wieder lebendig zu machen. Er führt uns dem Grab nahe, damit wir unsere vollständige Schwachheit zu erkennen lernen. Er macht uns von allem frei, worauf wir vertrauen – so macht Er uns arm, um uns dann reich zu machen. Er sorgt dafür, dass wir in unseren Gedanken niedrig von uns denken, um uns dann zu erhöhen (Verse 6 und 7).

Gottes Fülle ersetzt unsere Nichtigkeit

Nachdem Gott uns unsere Nichtigkeit gezeigt hat, entfaltet Er seine eigene Fülle – den Ratschluss seines Herzens. Dabei stillt Er nicht nur unsere Bedürfnisse, sondern verändert unseren Zustand – der Bettler wird zu einem Fürsten. Und Er gibt uns eine ganz neue Stellung, die dem neuen Zustand angemessen ist. Aus „dem Staub“ und „dem Kot“ werden wir zum „Thron der Ehre“ geführt. In allen diesen gesegneten Wegen handelt Er vollkommen souverän. Der Eine, dem „die Säulen der Erde“ gehören, und der „den Erdkreis auf sie gestellt hat“, kann eine arme und bedürftige Seele unter Edlen auf den Thron der Herrlichkeit setzen (Vers 8).

Auch sehen wir nicht nur ein herrliches Erbe, das für das Volk Gottes vorgesehen ist, sondern sie selbst werden durch die Macht Gottes für dieses Erbteil bewahrt. „Die Füße seiner Frommen bewahrt er“ (Vers 9). In eigener Kraft können sie nicht dem „Gesetzlosen“ und den Feinden des Herrn widerstehen, „denn nicht durch Stärke hat der Mensch die Oberhand“. Durch die sichere Bewahrung durch den Herrn müssen sie nichts fürchten, denn Er wird dafür sorgen, dass die Gesetzlosen verstummen und seine Feinde „zerschmettert werden“ (Vers 10; 1. Pet 1,3–5).

Der Gipfelpunkt der Ratschlüsse Gottes: Christus

Schließlich enthüllt uns das Gebet von Hanna den Gipfelpunkt der Ratschlüsse Gottes: die Einführung von Christus als König und die Verherrlichung seines Gesalbten. So werden wir in dem offenbarten Ratschluss Gottes zu einer herrlichen Zeit geführt, in der das Volk Gottes gesegnet wird, jeder Feind zerstört sein wird und die Enden der Erde unter den gesegneten Einfluss von Christus als König gebracht sein werden.

Aus dem Schlussvers des Buches der Richter lernen wir, dass es keinen König in Israel gab. Jetzt – durch die Offenbarung, die einer Frau gegeben wurde – lernen wir den festen Ratschluss des Herzens Gottes kennen, seinen König einzuführen. Er wird in souveräner Gnade die Schwachen und Bedürftigen herbeirufen, um den Thron der Herrlichkeit mit seinem König zu teilen.

In der Weisheit und Vollkommenheit der Wege Gottes wird diese herrliche Offenbarung der dunkelsten Zeitepoche der Geschichte Israels vorangestellt. So wird uns versichert, sogar ehe der Sturm ausbricht, dass letztendlich die Gnade triumphieren wird, denn Gott ist souverän. Der Sturm mag kommen, aber wahrhaftig ist der Regenbogen in den Wolken. Unser Weg mag durch ein dunkles Tal führen, aber unser Glaube wird durch den Lichtblick der Sonne, die über den Bergen scheint, aufrechterhalten.

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