Die Schöpfungsordnung Gottes (1. Korinther 11,1-16)

Das lange Haar der Frau (Vers 15)

„Wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist?“ Jetzt komme ich auf das lange Haar der Frau zu sprechen. Was bedeutet „langes Haar“ der Frau? Die Natur lehrt, dass es ihre Ehre ist; darüber gleich noch etwas mehr. Jetzt aber wollen wir zunächst über das lange Haar nachdenken. Das „lange Haar“ zeigt das frei gewachsene, ungeschnittene Haar der Frau. Ich möchte das gerne aus der Schrift beweisen. Dazu schlagen wir einige Schriftstellen auf. Wir beginnen mal mit Hesekiel 44,20. Da wird von dem Priester dreierlei gesagt:

  1. „Sie sollen“ - jetzt achten wir mal auf die Parallelität zu unserem Abschnitt - „weder ihr Haupt kahl scheren…“ Das soll eine Schwester auch nicht tun. Ausserdem war das geschorene Haar immer ein Zeichen der Schande und der Beschämung. Ich habe auch Stellen dazu vorgelesen.
  2. „…noch auch das Haar frei wachsen lassen.“ Die Priester sollten also ihr Haar nicht frei wachsen lassen, achten wir auf diesen Wortlaut. Sie sollten es schneiden, im Gegensatz zu einer Frau, die es sehr wohl frei wachsen lassen soll.
  3. „Sie sollen das Haupthaar schneiden“, das, was eine Frau nicht tut. Interessant, diese drei Dinge zu beleuchten.

Im ersten Fall: Weder die Priester noch die Frauen sollen ihr Haupt kahl scheren. Die zweite Aussage: Die Priester sollen ihr Haar nicht frei wachsen lassen, aber die Frauen sehr wohl. Die dritte Aussage: Die Priester sollen ihr Haar schneiden, aber die Frauen nicht.

Eine weitere Stelle aus Jeremia 7,29. Da lesen wir als Aufforderung für ein Zeichen der Trauer und der Buße: „Schere deinen Haarschmuck und wirf ihn weg.“ Die Anmerkung sagt: „Schere dein ungeschnittenes Haar.“ Noch einmal bitte ich auf diese Aussagen zu achten: „frei wachsen“, „ungeschnitten“.

Jetzt möchte ich auf des Gesetz des Nasiräers zu sprechen kommen in Verbindung mit 4. Mose 6 und Richter 13. In 4. Mose 6 wird das Gesetz des Nasiräers vorgestellt, und es wird dreierlei gesagt: Er soll sich in Vers 3 von Wein und starkem Getränk enthalten. Er soll nach Vers 5 das Haar seines Hauptes - jetzt kommt wieder der Ausdruck - frei wachsen lassen. Und dann soll er auch noch zu keiner Leiche kommen - Vers 6. Der Nasiräer, der sich für eine bestimmte Zeit Gott weihte, nahm eine Stellung der Unterordnung und Unterwürfigkeit ein, die die Frau grundsätzlich ihr Leben lang bekleidet. Deshalb sollte er für diese Zeit das Haar frei wachsen lassen. Also mit anderen Worten: Was eine Frau immer tut, das sollte er für eine Zeit tun, als ein äußeres Zeichen seiner gewollten Abhängigkeit und Unterordnung unter die Autorität Gottes. Jetzt schauen wir uns einmal einen Nasiräer an. In Richter 13 wird den Eltern Simsons, Manoah und seiner Frau, ein Kind angekündigt. Dieser geborene Sohn sollte ein Nasiräer werden, ein Abgesonderter für Gott. Beachten wir, was seiner Mutter gesagt wird. In Vers 4,7 und 14 wird ihr gesagt, dass sie weder Wein noch starkes Getränk trinken und nichts Unreines essen soll. Ihr, als Mutter des Nasiräers werden also die gleichen Dinge gesagt, wie in 4. Mose 6 dem Nasiräer selbst. Doch eine Sache, die in 4. Mose 6 dem Näsiräer gesagt wird, fehlt. Was ist das? Der Mutter wird nicht gesagt, dass sie ihr Haar frei wachsen lassen soll. Warum nicht? Hat Gott das vergessen? Nein, Gott hat das nicht vergessen, sondern Gott setzt voraus, dass das Haar der Frau frei und ungeschnitten wächst.

In Offenbarung 9,8 wird ein Vergleich angestellt. Da erscheinen Heuschrecken gleich zum Kampf gerüsteten Pferden. Dann heißt es: „…sie hatten Haare wie Frauenhaare.“ Frauenhaare, das haben wir jetzt wirklich aus der Schrift gesehen, sind frei gewachsene und ungeschnittene Haare. Nun führe ich noch zwei Beispiele an, wie Frauen ihre Haartracht zur Ehre des Herrn Jesus benutzt haben: Maria in Johannes 12 und die große Sünderin in Lukas 7. Sie benetzten die Füße des Herrn Jesus und trockneten sie mit ihren Haaren. In jener Zeit war das kein Problem, da haben die Frauen ihre Haare nicht abgeschnitten. Eine Frau, die mit abgeschnittenen Haaren, wie sie hier vorher beschrieben wird, auftritt, kann nicht die Füße des Herrn Jesus damit abtrocknen. Dann hat sie Haare wie Männerhaare. Ich hoffe, deutlich gemacht zu haben, dass die Schrift von dem langen, ungeschnittenen Haar der Frau ausgeht. Dann wird hinzugefügt, das es ihre Ehre ist. Dieses Wort „Ehre“ heißt im Grundtext „doxa“, und „doxa“ - das ist auch vielen bekannt - ist der Ausdruck für Herrlichkeit. Wir sprechen von Doxologien in der Schrift, von Lobpreisungen, wo Gott in seiner Herrlichkeit angebetet wird. Also das lange Haar ist die Herrlichkeit der Frau.

Wir kommen jetzt zu der Frage des Schneidens der Haare. Ich habe gestern Abend die beiden Worte „scheren“ und „abschneiden“ erklärt und dabei gesagt, dass „abschneiden“ nicht das Stutzen (Kürzen, Beschneiden) der Haare meint, denn dann sieht die Frau noch nicht aus, wie ein Mann. Das wird nicht als schändlich bezeichnet und doch ist es ein Weg, der dahin führt bzw. führen kann. Soviel darf ich vielleicht doch dazu sagen. Wenn du anfängst, liebe Schwester, etwas wegzunehmen von deiner Herrlichkeit, dann nimmst du etwas weg, was der Schöpfer-Gott dir zu deiner Ehre und Herrlichkeit gegeben hat. Warum ist das heute in unserer Mitte vielfach üblich? Es kann sein, dass es Unkenntnis ist. Dann lass dich darüber belehren und trage dein Haar als eine dir von dem Schöpfer gegebene Herrlichkeit. Wenn du das einmal verstanden hast, dann nimmst du keinen Zentimeter mehr weg. Dann willst du diese Herrlichkeit nicht kürzen. Hast du eigentlich dem Schöpfer schon mal dafür gedankt, dass du langes Haar hast? Beginne doch damit, denn das bewahrt dich vor dem Schneiden oder Kürzen deiner Auszeichnung. Das will Gott nicht. Er will, dass du es so lässt, wie es der Schöpfer dir gegeben hat, frei gewachsen. Dann spielt es keine Rolle mehr, wie lang es in Zentimeter gemessen ist. Der Schöpfer-Gott hat der einen Frau ein sehr langes Haar gegeben, das ihr vielleicht bis zur Hüfte reicht, und einer anderen Frau vielleicht ein langes Haar, das ihr nur bis zur Schulter reicht. Dann hat sie aber kein kurzes Haar, wenn es frei gewachsen und ungeschnitten bleibt. Das ist der Wille des Herrn.

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