Die Apostelgeschichte

Kapitel 18

Die Apostelgeschichte

Zu Beginn dieses Kapitels finden wir Paulus in Korinth, wo er mit Aquila und Priscilla zusammentraf. Der strenge Erlaß des Klaudius hatte zur Folge, daß die beiden den Weg des Paulus kreuzten, was zu ihrer Bekehrung und ihrem darauf folgenden Dienst führte, der in Römer 16,3.4 besonderes Lob erntete. Gott benutzte den Ausweisungsbefehl zum Guten, indem Er die Wut des Menschen in Seinen Ruhm verwandelte. Wir hoffen und beten, daß Er auch in unserer Zeit auf die gleiche Weise bezüglich der Erlasse gegen die Juden handeln wird. Bei diesem Ehepaar wohnte Paulus und begann seine Arbeit in der Synagoge. Hier stießen Silas und Timotheus zu ihm, und das Zeugnis des Paulus wurde kräftiger und direkter. Als aber die Juden Widerstand leisteten, wandte er sich zu den Nationen.

„Und er ging von dannen fort“ (Vers 7), das heißt, von der Synagoge, und er setzte sein Zeugnis in dem Haus eines gewissen Justus fort, das in der Nähe war. Nun fand ein klares und ausgedehntes Werk Gottes statt, sogar der Vorsteher der Synagoge bekehrte sich. Der Herr ermutigte Paulus durch ein Gesicht zu kühner Rede, indem Er ihm versicherte, daß er hier nicht, wie an anderen Orten, belästigt werden würde. So setzte er während achtzehn Monaten seine Tätigkeit fort. Es gab zwar einen Anschlag gegen ihn, doch die Hand Gottes wehrte ihn durch die kühle Gleichgültigkeit des römischen Prokonsuls Gallion ab, der die ganze Sache als einen Streit über Worte und Namen abtat und sich um solche Dinge nicht kümmerte. So kann Gott sowohl das Temperament eines Statthalters als auch den Erlaß eines Kaisers benutzen, um Sein Ziel zu erreichen, und Paulus verließ Korinth vorläufig nicht.

Mit diesem langen Aufenthalt in Korinth ging die zweite Reise des Paulus zu Ende, und er reiste über Ephesus nach Jerusalem und Antiochien ab. Sein Zwischenaufenthalt in Ephesus war nur kurz, doch versprach er zurückzukehren, „wenn Gott will“. Daß Gott es wollte, sehen wir im nächsten Kapitel. Die Sache mit dem Gelübde in Vers 18 zeigt, daß Paulus noch immer jüdische Gebräuche beachtete.

In Antiochien verbrachte er dann „einige Zeit“, ein Ausdruck, der auf keinen sehr langen Zeitraum hinweist. Dann begann er seine dritte Reise und besuchte zuerst die Orte, wo er früher gewirkt hatte, um die Jünger zu befestigen. Diese Arbeit ist stets sehr notwendig, denn es gibt soviele Einflüsse, die die Jünger schwächen. Den Faden der Geschichte des Paulus nehmen wir im ersten Vers des nächsten Kapitels wieder auf; die nun folgenden Verse 24 - 28 sind eine Einschaltung, die sich mit der Weiterführung und dem wertvollen Dienst des Apollos befaßt, und wir entdecken, daß, obwohl Paulus Ephesus so schnell verlassen hatte, Aquila und Priscilla dort zurückgeblieben waren, und durch diese beiden versorgte der Herr den Apollos genau mit dem, was er brauchte.

Apollos besaß die natürliche Gabe der Beredsamkeit, er war ein Meister der Rede. Durch sorgfältiges Studium war er „mächtig in den Schriften“. Doch als er nach Ephesus kam, war er über das, was Gott in Christus gewirkt hatte, noch nicht gut unterrichtet. Er kannte nur die Dinge bis zu dem Augenblick, wo Johannes Jesus taufte. Was er wußte, das lehrte er sorgfältig in der Synagoge. Als Aquila und Priscilla ihn hörten, empfanden sie sofort, was ihm fehlte, und sie taten einen äußerst wertvollen Dienst, indem sie ihm Gastfreundschaft erwiesen, um ihn völliger in den Dingen zu unterweisen, die durch Christus geschehen waren. So benutzte Gott diese Heiligen, die keine besondere Gabe für die Öffentlichkeit hatten, um einem begabten Gefäß auf schöne Weise zu helfen, die Laufbahn des Dienstes anzutreten. Von Ephesus ging Apollos nach Korinth, und er überzeugte nicht nur viele Juden, was Christus betraf, sondern half auch den Gläubigen weiter. Wer weiß, wieviel Lohn für seinen wirkungsvollen Dienst auf dem Konto von Aquila und Priscilla gutgeschrieben werden wird?

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