Betrachtung über das Buch Josua (Synopsis)

Kapitel 6

Betrachtung über das Buch Josua (Synopsis)

In Kapitels 6 finden wir die Grundsätze, auf die sich die Eroberungen Israels gründeten. Das Werk ist voll und ganz Gottes. Er mag wohl Sein Volk im Kampf üben, Er ist es aber, der alles tut. „Das Volk stieg in die Stadt hinein, ein jeder gerade vor sich hin.“ Hier haben wir Unterwürfigkeit beim Gebrauch von Mitteln, Bereitwilligkeit, einem Lauf zu folgen, der in den Augen der Welt lächerlich und ziellos ist, der aber die Anwesenheit des Herrn inmitten Seines Volkes laut verkündet. Hier ist völlige Abhängigkeit von Gott, ein vollkommenes Vertrauen zu Ihm, das offen erklärt, daß es nichts anderes zu tun hat, als nur Ihm zu gehorchen.

Die Verheißung ist sicher; sie handeln im Gehorsam. Das ist der Grundsatz. Josua – ein Vorbild von der Kraft und dem Sinn des Geistes bei einem, der Gemeinschaft mit dem Herrn genießt – ist des Erfolges sicher, und in dieser Gewissheit des Glaubens handelt er, ohne zu zögern. Und wirklich, die ganze Kraft des Feindes fällt, ohne irgendwelche Mittel zu gebrauchen, auf die man das zurückführen könnte.

Ein anderer Grundsatz ist, daß es gar keine Gemeinschaft mit dem geben darf, was die Kraft des Feindes Gottes ausmacht: mit der Welt und mit dem, was ihre Kraft ist, Alles ist verbannt (verflucht). So ist es mit uns in dieser Welt. Wenn die Welt Sodoms Abraham bereichert hätte, wäre er von jener Welt abhängig gewesen; er wäre ihr etwas schuldig; er wäre nicht von ihr frei gewesen, um ganz und gar Gott anzugehören. „Hütet euch vor dem Verbannten, damit ihr nicht zum Banne werdet“ (Jos 6, 18 in der engl. Übers.). Gott mag diese Dinge gebrauchen, wenn Er will, indem Er sie für Sich heiligt. Wenn sich aber der Mensch, der Christ, mit ihnen einlässt, muß der Herr ihn richten. Bis zum Himmel ummauerte Städte, die größten Hindernisse sind wie nichts; wie könnten sie vor Gott gelten? Heiligkeit aber, vollständige Absonderung von der Welt, weil die Kraft aus Gott ist – das ist die Bedingung der Macht. Jericho stellt die Macht des Feindes und die Mittel der Verteidigung dar (insofern es die erste Stadt war, die als eine Schranke dastand, um den Vormarsch des Volkes Gottes aufzuhalten) und wird auf ewig verflucht; und jeder, der diese Stadt wieder aufbaut, wird von diesem Urteil betroffen (siehe 1. Kön 16, 34). Die abstrakten Grundsätze der Macht Gottes und der Kraft des Feindes werden durch diese Stadt und ihren Sturz dargestellt, und zwar in dem, worin sie sich erweisen, und in ihren Gegensätzen. Wenn aber Gott gegenwärtig ist und die Welt völlig verurteilt wurde, so ruft Seine Gnade ein Volk aus dieser Welt, ein Volk, das durch den Glauben von ihren Greueln errettet wird, und Rahab, eine arme, unwürdige Sünderin, wird von ihrem Gericht errettet und hat ihren Platz und ihr Teil mit dem Volke Gottes 1.

Fußnoten

  • 1 Es ist beachtenswert, daß sie gleich Ruth, der Fremden, in der Linie des königlichen Geschlechtsregisters des Herrn zu finden ist (Mt 1, 5).
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