Betrachtung über den Propheten Jesaja (Synopsis)

Kapitel 28

Betrachtung über den Propheten Jesaja (Synopsis)

Die folgenden Kapitel machen uns in eingehender Weise mit dem bekannt, was Israel in seinem eigenen Lande widerfahren soll, wenn dieses in den letzten Tagen von den Nationen verheert werden wird. Bisher wurde uns nur ein allgemeiner Umriß davon gegeben, und nur die Hauptergebnisse wurden mitgeteilt. Wir werden jetzt die vollständige und herrliche Errettung des Überrestes inmitten der schrecklichsten Gerichte finden.

Jesaja 28  zeigt uns die ersten Anfänge dieser Schlußszenen aus der Geschichte dieses wunderbaren Volkes. Die Geißel kommt von Norden her. Ephraim wird überflutet wie von überströmenden, gewaltigen Wassern, wird zu Boden geworfen wie durch ein vernichtendes Hagelwetter, und mit Füßen zertreten. Aber an jenem Tage wird Jehova dem Überrest Seines Volkes zu einer prächtigen Krone sein. Das Volk, moralisch trunken, hört nicht. Das ist der Urteilsspruch Jehovas, den Er fällt, indem Er Sich an Jerusalem wendet (V. 14). Dort hatten sie einen Bund mit dem Tode gemacht und mit dem Scheol einen Vertrag geschlossen 1, um der überflutenden Geißel zu entgehen. Doch dieser Bund wird zunichte werden, die Geißel wird über sie kommen, sie werden zertreten und hinweggerafft werden. Es wird uns also hier geoffenbart, daß, wenn Ephraim von dieser schrecklichen Geißel heimgesucht werden wird, die Fürsten Jerusalems den Versuch machen werden, sich durch einen Vertrag mit der Macht des Bösen vor ihr zu schützen. Doch es wird nichts nützen; die Wasser werden alles überfluten und die Zuflucht der Lügen hinwegschwemmen. Jerusalem sowohl als auch Ephraim müssen die Folgen des Ansturms des Feindes erleiden. Doch der Messias ist der auserwählte Eckstein, der feste Grund für den Überrest; wer an Ihn glaubt, wird nicht beschämt werden. So wird Ephraim verheert und Jerusalem eingenommen werden. Es gibt eine von seiten Jehovas fest beschlossene Vernichtung 2 über die ganze Erde.

Fußnoten

  • 1 Sie sagen in ihrer Frechheit, daß sie mit der Macht des Bösen einen Bund geschlossen hätten, so daß die überflutende Geißel, wenn sie hindurchführe, nicht an sie kommen würde. Eine offenere Herausforderung Gottes und Seiner Gerichte kann man sich nicht denken. Geschichtlich wird dies stattfinden, wenn sie sich mit dem Menschen der Sünde, dem Antichristen, verbinden werden, dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist; hier wird diese Handlung als eine Herausforderung Gottes dargestellt.
  • 2 Dieser Ausdruck kommt auch anderswo, z. B. in Daniel vor als eine gewisse stehende Redensart, um die Wege des Herrn am Ende der Tage zu bezeichnen, indem Er die Sache vollendet und sie abkürzt in Gerechtigkeit (siehe Röm 9, 28). Er richtet vollständig, Er vollbringt das Gericht, kürzt es aber ab, um den Überrest, die Auserwählten, zu erhalten.
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