Betrachtung über das Buch Hiob (Synopsis)

Kapitel 32-37

Betrachtung über das Buch Hiob (Synopsis)

Elihu tadelt ihn deswegen, und andererseits erklärt er die Wege Gottes. Er zeigt, dass Gott den Menschen heimsucht und ihn züchtigt, auf dass, wenn er unterworfen und zerbrochen ist (wenn jemand da ist, der ihm den moralischen Berührungspunkt zwischen seiner Seele und Gott zeigen kann, auf dem seine Seele wahrhaftig vor Ihm stehen kann 1, Gott in Gnaden und in Segnung handeln und ihn von dem Übel, das ihn bedrängt, erlösen kann. Elihu zeigt ihm weiter, dass, wenn Gott züchtigt, es dem Menschen gebührt, sich vor Gott zu stellen, um zu erfahren, worin er Böses getan hat; kurz gesagt, dass die Wege Gottes richtig sind, dass Er seine Augen von den Gerechten nicht abzieht. Wenn sie aber in Bedrängnis sind, macht Er ihnen ihre Übertretung kund, und wenn sie zu Ihm in Gehorsam zurückkehren, wenn Er ihr Ohr der Zucht öffnet wird Er ihm Wohlergehen schenken; der Heuchler aber wird umkommen. Der erste Fall, den Elihu erwähnt (Kap. 33), betrifft das Verfahren Gottes mit den Menschen. Er weckt ihr Gewissen in Bezug auf ihren Zustand auf, und Er zügelt den Stolz und den Eigenwillen des Menschen. Gott züchtigt und demütigt ihn. Der zweite Fall betrifft insbesondere den Gerechten (Kap. 36); das ist der Fall der wirklichen Übertretung, aber bei einem, der in den Augen Gottes gerecht ist, von dem Er seine Augen nicht abzieht, in dem Er keine Ungerechtigkeit zulässt; im ersten Fall stand er aber auf dem Pfad zum Verderben. Es war dieser Fall, der eines Auslegers bedurfte, um ihn in Geradheit vor Gott zu stellen 2. Zum Schluss besteht er auf der unfaßbaren Kraft Gottes, des Allmächtigen.

Fußnoten

  • 1 Dies ist ein sehr wichtiger Punkt. Wenn die Seele an ihren rechten Platz in Bezug darauf, was sie eigentlich in seinen Augen ist, gebracht wird, kann Gott mit dem Licht seiner Gnade in einer direkten Weise segnen. Welcherart ihr Zustand auch sein mag, kann Er sie wegen dieses Zustandes durch gesteigertes Licht und mehr Gnade segnen. Wenn ich mich von Ihm entfernt habe und liederlich wandle, wenn ich mir dessen bewusst werde, wie weit ich mich auch entfernt habe, so kann Er voll und sofort segnen. Die Seele muss aber zur Erkenntnis ihres Zustandes gebracht werden, sonst gäbe es keine wirkliche Segnung; ich könnte Gott nicht in Übereinstimmung mit ihr sehen, denn ihr vernünftiger Zustand stimmte nicht mit ihrem wahren Zustand in den Augen Gottes überein.
  • 2 In diesem Fall mag es eine erste Überführung von der Sünde sein oder die erste Selbsterkenntnis, und zwar da, wo noch kein wahres Selbstgericht stattgefunden hatte, wie es bei Hiob der Fall war.
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