Arbeiten und Vorstehen
Die Herde Gottes hüten

5 Was bedeutet Aufseherdienst?

Arbeiten und Vorstehen

5.1 Ein schönes Werk betreiben

„Wenn jemand nach einem Aufseherdienst trachtet, so begehrt er ein schönes Werk“ (1. Tim 3,1).

Bevor der Heilige Geist in 1. Timotheus 3 auf die Qualifikation und die Verantwortung eines Aufsehers zu sprechen kommt, wird der Wert dieses Dienstes hervorgehoben: Es ist „ein schönes Werk“. Allerdings wollen wir den ersten Teil des Verses nicht ganz übersehen: Was bedeutet es, nach einem Aufseherdienst zu „trachten“? Der englische Bibelausleger Hamilton Smith schreibt dazu: „Der Apostel spricht nicht von jemandem, der nach einem Amt strebt, um in dieser Position Autorität auszuüben, sondern von dem Wunsch, dieses ‚schöne Werk‘ auszuüben. Das Fleisch liebt Ämter und Stellungen und Autoritäten, schreckt aber vor dem Dienst zurück. Wenn wir dies vor uns haben, müssen wir gestehen, dass es nur wenige gibt, die dieses Begehren haben, von dem der Apostel hier spricht.“1

Dieses „schöne Werk“ ist manchmal sehr anspruchsvoll. Und vielleicht deckt sich diese Beschreibung deshalb nicht immer mit unserer Vorstellung und Erfahrung. Dennoch bleibt es wahr. Gott sieht es so. Hinzu kommt, dass ein Werk erst dann wirklich „schön“ wird, wenn es mit der richtigen Einstellung getan wird. „Schön“ heißt hier jedenfalls nicht, dass diese Aufgabe nach menschlichen Kriterien erstrebenswert wäre, um beispielsweise eine „gehobene Stellung“ einzunehmen. Es ist eine Aufgabe, die Selbstlosigkeit und Aufopferung erfordert. Ihr irdischer Lohn ist oftmals Undankbarkeit oder sogar Anfechtung aus den eigenen Reihen. Wer nach einer solchen Aufgabe trachtet, weiß, dass er sich selber aufgeben muss.

Es ist ein arbeitsreiches Aufgabengebiet, das Verantwortung und somit auch Mehrbelastung mit sich bringt. Diese Aufgabe, freiwillig, im Auftrag Gottes und nicht aus Zwang getan, erfreut Gott. Es ist für Ihn ein schönes Werk.

Das schöne Werk eines Aufsehers besteht darin, in der örtlichen Versammlung die geistliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Der Aufseher ist vorrangig um das innere, geistliche Wohl der Gläubigen besorgt – im Gegensatz zu den Dienern bzw. Diakonen, die sich um die äußeren Angelegenheiten wie die Verteilung von Geldern etc. kümmern (vgl. Apg 6,3; 1. Tim 3,8–13)2. Einige Details des Aufgabenbereichs der Aufseher wollen wir uns im Folgenden anschauen:

5.2 Die Herde Gottes hüten

„Die Ältesten, die unter euch sind, ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden des Christus und auch Teilhaber der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, indem ihr die Aufsicht nicht aus Zwang führt, sondern freiwillig, auch nicht um schändlichen Gewinn, sondern bereitwillig, und nicht als solche, die über ihre Besitztümer herrschen (1. Pet 5,1–3).

Die Ermahnung an die Ältesten beginnt mit dem Hinweis, die Herde zu hüten. Älteste nehmen somit die Aufgabe eines Hirten wahr – hätten wir das erwartet? Das Thema „Aufsicht“ wird mit dem Hirtendienst in Verbindung gebracht.

Ein Hirte geht der Herde voran und ist um das geistliche Wohlergehen der Herde besorgt. Er geht nicht voran, weil er gern der Erste sein möchte, sondern weil er ihr Vorbild und Führung geben will. Zugleich geht der Hirte der Herde bzw. dem Einzelnen aus der Herde hinterher. Er weiß, wie es um den Einzelnen steht. Und er weiß auch, welche geistliche Nahrung guttut. Er weidet und pflegt die Schafe. Er nimmt teil an den Nöten und Schwierigkeiten, weint mit den Weinenden, freut sich mit den sich Freuenden (Röm 12,15). Er ermuntert und ermahnt, richtet auf und befestigt. Dazu benutzt er das Wort Gottes, das auf alle Bedürfnisse angewendet werden kann. Und wenn die Herde angegriffen wird, dann setzt der Aufseher alles daran, sie zu schützen. Er wirft sich gewissermaßen zwischen den „Wolf“ und die Herde, damit keines der Schafe zu Schaden kommt. Das hat übrigens nichts mit einem Schäferhund gemein, der ständig um seine Herde herumläuft, um sie in Schach zu halten. Nein, dem Hirten ist die Herde sehr wertvoll. Er hat sie lieb. Deswegen hütet er sie mit größter Sorgfalt.

Wer könnte ein vollkommeneres Beispiel geben als der „gute Hirte“ selbst? Er ließ sein Leben für die Schafe (Joh 10,11). So groß ist seine Liebe! Als Brüder sind auch wir schuldig, einander zu lieben (Röm 13,8), und das Leben hinzugeben für die Brüder (1. Joh 3,16) – selbst wenn es zu dieser letzten Konsequenz selten kommt. Das gilt umso mehr für Brüder in Leitungsfunktionen.

Aufseher lernen gern vom „guten Hirten“. Sie wissen, wie viel Mühe der gute Hirte aufgebracht hat und täglich aufbringt, um sie selber sicher ans Ziel zu bringen. Sie suchen ihre Brüder in „Sichem“. Und wenn sie diese dort nicht finden, ist ihnen der Weg nach „Dothan“ nicht zu weit (vgl. 1. Mo 37,12 ff.). Das heißt: Aufseher geben nicht nach dem ersten gescheiterten Versuch auf. Sie „bleiben dran“, um jeden Einzelnen mit dem Wort Gottes zu erreichen. Dazu ist aufrichtige Liebe und väterliches Verständnis notwendig und manchmal sogar kämpfendes Ringen (Kol 1,29; 2,1; 4,12). Aufseher wissen, dass sich jeder Aufwand lohnt, wenn nur „eine Seele vom Tod errettet und eine Menge von Sünden bedeckt werden“ (Jak 5,20). Dienste solcher Art, die überwiegend im Verborgenen geschehen, sind ihnen nicht lästig – auch wenn sie Kraft kosten und man dafür auf der Erde keine Anerkennung erhält.

Der Aufseher ist nicht mit einem Kontrollgremium in einem Unternehmen zu vergleichen, das nur zu gewissen Besprechungen anwesend ist und für „Abweichungen“ zuständig ist. Nein, ein Bruder, der einen Aufseherdienst tut, hält sich bei der Herde auf. Er steht nicht über ihr, sondern ist mitten unter den Schafen. Dort ist sein Betätigungsfeld. Auch delegiert er die Arbeit nicht an andere oder kopiert seine berufliche (Führungs-)Position in die Aufsehertätigkeit, sondern er selbst tut diesen Dienst stets bereitwillig und freiwillig, ohne über andere zu herrschen. Er ist sich bewusst, dass es „die Herde Gottes“ ist und nicht etwa seine eigene Herde. Er beherzigt auch den Rat des Apostels Paulus an die Ältesten in Ephesus: „Habt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde“ (Apg 20,28) und beachtet die Reihenfolge in diesem Vers. Denn nur, wer sich zunächst selbst beurteilt und sein eigenes Verhalten kontrolliert, ist in der Lage, die Herde in der richtigen Art und Weise zu beaufsichtigen und andere im Geist der Sanftmut zurechtzubringen (vgl. Gal 6,1). Nicht zuletzt ist er sich bewusst, dass er selbst zur Herde gehört, die der große Hirte mit Hingabe weidet.

5.3 Gottes Verwalter sein

„Denn der Aufseher muss untadelig sein als Gottes Verwalter ..., anhängend dem zuverlässigen Wort nach der Lehre, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen“ (Tit 1,7.9).

Der Dienst eines Aufsehers ist verantwortungsvoll. Er gibt acht auf die Lehre bzw. Belehrung, damit die Herde gutem Einfluss ausgesetzt ist und gesunde geistliche Nahrung erhält (1. Tim 4,16). Er wird mit seinen „geübten Sinnen zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen“ (Heb 5,14) die geistlichen Bedürfnisse der Herde erkennen und dafür beten, dass diese Bedürfnisse gestillt werden. Einige Aufseher „arbeiten in Wort und Lehre“ (1. Tim 5,17). Sie selbst dienen entsprechend ihrer Gnadengabe und ihren Möglichkeiten den Gläubigen mit dem Wort Gottes, ermahnen sie und weisen ihnen den richtigen Weg, „öffentlich und in den Häusern“ (Apg 20,20). Andere, die keine Gnadengabe zum öffentlichen Predigen haben, tun den Dienst mehr im Verborgenen, in der privaten Umgebung der Gläubigen.

Wenn Aufseher feststellen, dass gewisse notwendige Dienste nicht durch ortsansässige Brüder durchgeführt werden (können), folgen sie gern dem Beispiel eines Barnabas. Dieser war der Versammlung in Antiochien zum großen Segen. Aber er empfand zugleich einen gewissen Mangel an Lehrdiensten. Deshalb ging er „nach Tarsus, um Saulus aufzusuchen; und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochien“ (Apg 11,25.26). Barnabas ging nicht über das Maß seiner ihm verliehenen Gnade hinaus. Er wusste, dass es andere Brüder gab, die die Schrift besser auslegen konnten als er selbst. So holte er Saulus, diesen begnadeten Lehrer, dessen Dienst bis dahin kaum jemand kannte. Die gute Belehrung der Gläubigen in Antiochien trug reiche Früchte. Sie waren gute Zeugen in ihrer Umgebung. Nicht umsonst fügt der Heilige Geist an dieser Stelle die Information hinzu, „dass die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt wurden“ (V. 26). – Auch heute dürfen Diener des Herrn eingeladen werden, damit in jeder Hinsicht die geistlichen Bedürfnisse der Gläubigen gestillt werden und der Herr verherrlicht wird.

Der Aufseher hat auch äußerst schwierige und unangenehme Aufgaben wahrzunehmen. Er sieht sich in der Verantwortung, die Herde vor verkehrten Einflüssen zu bewahren. Ein besonders schwieriger Dienst besteht sicherlich darin, falschen Lehren und falschen Arbeitern entgegenzutreten. Das kostet oft enorme Anstrengung. Solche Auseinandersetzungen dürfen niemals fleischlich geführt werden. Denn es geht nicht um die Verteidigung der eigenen Ehre und auch nicht um den Ruf einer Gruppe von Gläubigen. Allein die Ehre des Herrn und das geistliche Wohlergehen der Gläubigen erfordern es, „für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen“ (Jud 3). Grundlage muss das Wort Gottes sein. Andere „Waffen“ kommen nicht in Frage. Und Streit bzw. Wortstreit ist ebenso zu vermeiden (2. Tim 2,14.24). Je nach Ausmaß der verderblichen Einflüsse kann es sogar sein, dass die Aufseher „überführen“, „den Mund stopfen“ (Tit 1,11) und auch „gebieten“ müssen, nicht andere Lehren zu lehren (1. Tim 1,3). Bei alledem darf die richtige Herzenshaltung nicht fehlen: Demut, Sanftmut und Selbstkritik (vgl. Gal 6,1).

5.4 Grenzen des Aufseherdienstes

Wir merken, dass der Aufseherdienst ein breites Aufgabengebiet umfasst. Wichtig ist, dass alle Brüder, denen der Herr eine solche Aufgabe anvertraut hat, sich diesem Anspruch stellen. Denn die Gefahr besteht, dass dieser Dienst vernachlässigt wird. Wohl deshalb ermahnt der Apostel Paulus die Brüder, die vorstehen, ihren Dienst mit Fleiß zu tun (Röm 12,8).

Der Aufseherdienst birgt allerdings noch eine andere Gefahr in sich: sich Autorität anzumaßen, die einem nicht zusteht. Dazu vier Anmerkungen:

  1. In Thessalonich gab es – wie wir bereits gesehen haben – Brüder, die unter den Gläubigen arbeiteten, ihnen im Herrn vorstanden3 und sie zurechtwiesen4 (1. Thes 5,12). Genau das entspricht dem Aufgabenbereich des Aufsehers. Und doch bedeutet das nicht, dass alle Aufgaben, die in dieser Hinsicht anfallen, allein von den Aufsehern übernommen werden sollen. Die Brüder in Thessalonich, die aufgefordert werden, die Aufseher „über die Maßen in Liebe zu achten“ (V. 13), sind dieselben, die im nächsten Vers ermahnt werden: „Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an“ (V. 14). Sie konnten also nicht alle diese Aufgaben den Aufsehern überlassen. Die Gläubigen insgesamt sind aufgefordert, „aufeinander achtzuhaben“ (Heb 10,24) und „voll Gütigkeit zu sein, erfüllt mit aller Erkenntnis und fähig, auch einander zu ermahnen“ (Röm 15,14). Mit einem Wort: In jeder örtlichen Versammlung muss jeder Gläubige seinen Platz finden und seinen Dienst tun können, „und zwar wie der Herr einem jeden gegeben hat“ (1. Kor 3,5).
  2. Petrus ermahnt die Ältesten, sich nicht als solche aufzuführen, „die über ihre Besitztümer herrschen“ (1. Pet 5,3). „Herrschen“ kommt für Aufseher nicht infrage. Und „Aufsicht führen“ bedeutet nicht, sich neugierig über alle Privatangelegenheiten der Glaubensgeschwister zu informieren oder sich gar einzumischen. „Aufsicht führen“ bezieht sich vordergründig auf den geistlichen Zustand der Seelen. So wie unser Herr als „Hirte und Aufseher unserer Seelen“ tätig ist (1. Pet 2,25), so wachen die Aufseher über die Seelen (Heb 13,17). In rein praktischen Angelegenheiten dagegen, die weder das geistliche Leben noch das christliche Zeugnis betreffen, bleibt jeder Gläubige zuerst seinem Herrn verantwortlich. Da hat der Aufseher nichts zu regeln: „Wer bist du, der du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn ... So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben“ (Röm 14,4.12).
    Ein Aufseher muss sich zudem bewusst machen, dass nur der Herr Jesus, der gute Hirte, von seinen Schafen sprechen kann (Joh 10,27). Für alle anderen Hirten sind es die Schafe bzw. ist es die Herde Gottes bei ihnen (1. Pet 5,2). Aufseher betrachten die Herde also nicht als ihren eigenen Besitz. Dementsprechend wird der Aufseher mit dem nötigen Respekt und der nötigen Zurückhaltung mit seinen Glaubensgeschwistern umgehen.
  3. Wenn in einer örtlichen Versammlung Sünde auftritt, die solche Ausmaße annimmt, dass der Betreffende als ein „Böser“ bezeichnet werden muss, steht die örtliche Versammlung in der Pflicht, einen solchen „hinauszutun“, das heißt aus der Gemeinschaft der Gläubigen auszuschließen. Die Belehrungen dazu finden sich in Matthäus 18,15–20 und in 1. Korinther 5. In beiden Kapiteln wird die Versammlung genannt bzw. angesprochen. Sie hat die Autorität, eine solche Zuchtmaßnahme durchzuführen, niemand sonst. Nirgendwo findet sich ein Hinweis, dass die Ältesten oder Aufseher dafür zuständig wären. Im Gegenteil – die beiden genannten Kapitel machen deutlich, dass nur diejenigen, die zum Namen bzw. mit der Kraft des Herrn Jesus versammelt sind, solche Beschlüsse in seinem Namen fassen können (Mt 18,20; 1. Kor 5,4; vgl. auch 2. Kor 2,6–11). Die Teilnahme am Brotbrechen ist ein gemeinschaftliches Vorrecht „der Vielen“, das mit einer gemeinschaftlichen Verantwortung verbunden ist (vgl. 1. Kor 10,16–21). Einzelne Brüder können die Frage der Gemeinschaft am Tisch des Herrn nicht entscheiden. Das gilt genauso, wenn jemand in die Gemeinschaft am Tisch des Herrn aufgenommen werden soll.
    Dass vertrauensvolle Brüder, gerade solche, die den Aufseherdienst tun, bei diesen Fragestellungen die dazu erforderlichen Gespräche führen werden, ist klar. Aber mehr können sie in dieser Angelegenheit nicht übernehmen. Die eigentliche Verantwortung liegt bei der örtlichen Versammlung.
  4. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwieweit Aufseher überhaupt entscheidungsbefugt sind. Können sie in irgendeiner Form für andere entscheiden? Nehmen wir folgenden Fall an: Es entsteht eine Streitfrage, die Einfluss auf eine ganze Versammlung nimmt. Was ist zu tun und vor allem: Wer ist hier besonders gefordert? Nun, uns ist klar, dass in diesem Fall „kompetente“ Brüder gefragt sind. Aber die „Kompetenz“ dieser Brüder liegt nicht in ihrem Alter oder in ihrer Intelligenz begründet. Sie entscheiden und handeln auch nicht, weil sie – und das wäre noch verkehrter – starke Persönlichkeiten sind. Nein, ihre „Kompetenz“ ist eine moralische und liegt allein in Gottes Wort begründet.
    Ein Beispiel dafür finden wir in der Apostelgeschichte (Kap. 15). Eine Streitfrage zum Thema „Beschneidung“ verursachte einen Zwiespalt. „Die Apostel und die Ältesten versammelten sich, um diese Angelegenheit zu besehen“ (V. 6). Wie kamen sie dann zur Entscheidung in dieser Sache? Erstens, indem Petrus das unmittelbare Handeln Gottes vorstellte, und zweitens, indem Jakobus auf die Heilige Schrift verwies. Der gemeinsame Brief fasst zusammen, wie ihre Entscheidung zusammen kam: „Es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen ...“ (V. 28). Es war also nicht nur apostolische Autorität, die hier entscheidend war, sondern die Wirksamkeit des Heiligen Geistes und das ewig gültige Wort Gottes.
    Wir lernen daraus, dass Brüder, die für andere Leitfunktion haben, auch heute noch moralische Autorität besitzen, wenn sie den Heiligen Geist wirken und das Wort Gottes reden lassen.

Fußnoten

  • 1 Hamilton Smith: Der erste Brief an Timotheus, in www.bibelkommentare.de
  • 2 In der heutigen Praxis mögen der Dienst der Aufseher und der Dienst der Diener bzw. Diakone nicht immer scharf getrennt sein. Da Gottes Wort diese beiden Aufgabenbereiche jedoch klar unterscheidet und trennt, ist es gut, wenn wir uns daran halten. Denn nicht jeder, der sich für die Versorgung der äußeren Belange gut eignet, eignet sich gleichermaßen für die Versorgung der geistlichen Bedürfnisse der Gläubigen.
  • 3 Zum Bedeutungsspektrum des Wortes „vorstehen“ siehe Seite 6.
  • 4 Das hier verwendete Wort für „zurechtweisen“ bedeutete ursprünglich „zu bedenken geben“ und kann auch mit „mahnen“; „ermahnen“ und „warnen“ übersetzt werden. Im Gegensatz zum Deutschen steht im Griechischen der Gedanke der Missbilligung und des Tadelns nicht im Vordergrund.
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