Antworten auf Fragen in Römer 11

Israels Annahme ... Leben aus den Toten

Wir kommen jetzt zu einem Höhepunkt unseres Kapitels. Zuerstwies uns der Heilige Geist auf den Apostel Paulus hin, indem Er ihn als einVorbild zeigte in Bezug auf das, was Gott in seiner reichen Gnade noch für dasVolk tun wird, das Er nicht verstoßen hat. Dann hörten wir, dass Israels Abfallweder ein völliger noch ein endgültiger ist, und zuletzt erwogen wir dieTatsache, dass Gott den Fall seines Volkes zugelassen und es für eine Zeit aufdie Seite gestellt hat, um durch seinen Fall den Nationen das Heil zu bringen,zugleich in der Absicht, „sie zur Eifersucht zu reizen“.

Wir werden nun auf den wunderbaren Wegen Gottesweitergeführt: „Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt ist und ihr Verlustder Reichtum der Nationen, wie viel mehr ihre Vollzahl! Euch aber, denNationen, sage ich: Insofern ich nun der Apostel der Nationen bin, ehre ichmeinen Dienst, ob ich auf irgendeine Weise sie, die mein Fleisch sind, zurEifersucht reizen und einige aus ihnen erretten möge. Denn wenn ihre Verwerfungdie Versöhnung der Welt ist, was wird die Annahme anderes sein, als Leben ausden Toten?“ (Vers 12–15).

Beachten wir, dass Paulus hier seinen Dienst als Apostel derNationen ehrt. Der ganze Brief ist an die Römer gerichtet, die in der MehrzahlGläubige aus den Nationen waren, die in Rom lebten – in Rom, das später dasGefängnis des Paulus und endlich der Sitz der abfälligen Christenheit in ihrerverkehrten und verdorbenen Form werden sollte. Der Apostel hebt es hier nochmehr hervor, dass sein Wort sich den Gläubigen aus den Nationen zuwendet. Ersagt: „Ich sage euch, den Nationen..“ Damit haben wir hier eine Botschaftvor uns, die den Nationen gilt und die für sie besonders wertvoll und wichtigist. Zuvor haben wir gehört, dass der Ungehorsam und der Fall Israels denNationen das Heil gebracht haben.

Somit war Israels Fall der Reichtum der Welt, ihr Verlustder Reichtum der Nationen (Heiden) und ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt.Das ist aber noch nicht alles. Es ist durchaus noch nicht die Erfüllung jenergnädigen Verheißung, die einst Abraham, dem Vater des Volkes, gegeben wurde,als Gott zu ihm sagte: „In deinem Samen werden sich segnen alle Nationen derErde“ (1. Mose 22,18). Israels Fall als das von Gott erwählte Mittel, denNationen das Heil zu bringen, ist noch nicht das Letzte, was Gott zu geben hat,und der Segen, den die Nationen durch ihren Fall empfangen haben, ist nochnicht die Fülle des Segens, den Gott für die Völker der Welt in Bereitschafthat. In Römer 11 haben wir ein „wie viel mehr“. Einen ähnlichen Ausdruck,durch den uns ein Gegensatz gezeigt werden soll, und zwar ebenfalls in Bezugauf die Errettung, finden wir im fünften Kapitel dieses Briefes: „Denn wennwir, da wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes,so werden wir viel mehr, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettetwerden“ (Römer 5,10). Der Segen, den dieses „viel mehr“ enthält, giltder gegenwärtigen Haushaltung Gottes.

Die Predigt des Evangeliums unter den Nationen dient einemerhabenen Ziel. Dieses Ziel ist nicht etwa die Bekehrung der Welt, sondern esbesteht darin, aus der Welt ein Volk für seinen Namen zu nehmen (Apg 15/14).Dieses herausgenommene oder herausgerufene Volk bildet die Kirche (ekklesia –herausgerufen), den Leib des Herrn Jesus Christus, zu dem jeder wahre Gläubigegehört. Er ist, ebenso wie der menschliche Leib, zusammengefügt aus einerbestimmten Zahl von Gliedern, die Gott allein bekannt ist. Dieser Leib wirdeines Tages vollendet sein, und dann wird die Verkündigung des Evangeliums ganzvon selbst aufhören müssen, und das Anbieten des Heils, in der Form und unterden Bedingungen, wie es gegenwärtig den Nationen gegenüber geschieht, wird einEnde finden.

Es ist durchaus falsch, von Weltbekehrung zu reden inunserem Zeitalter, in dem die Kirche des Herrn Jesus Christus berufen wird.Weder in den Evangelien, noch in den Briefen, noch in irgendeinem Teil desNeuen Testaments findet sich eine einzige Verheißung, die uns die Bekehrung derWelt zusichert oder die uns ein Recht gibt, für die Bekehrung der Welt zu betenoder sie durch die der Kirche gegebenen Hilfsmittel zu erwarten. Völker werdenwandeln im Licht Gottes, und die Erde wird voll werden von der Erkenntnis derHerrlichkeit des HERRN, so wie die Wasser den Meeresgrund bedecken? Der Fluchder Sünde wird weggetan sein, die Nationen werden den Krieg nicht mehr lernen.Gerechtigkeit und Friede werden sich küssen. Diese und andere Segnungen werdenbuchstäblich vorhanden sein. Aber alle diese Verheißungen und Weissagungen vonunterworfenen Nationen und von einem Reich des Friedens, das sich erstreckenwird von einem Meer zum anderen, sind ausschließlich im Alten Testamententhalten und nicht im Neuen.

Es ist eine betrübende Tatsache, dass die Christenheit dieseVoraussagen in irrtümlicher Weise auslegt und Zeit und Art ihrer Erfüllung ganzund gar auf den Kopf gestellt hat. In diesem Irrtum liegt die Ursache allerVerwirrung und Abirrung, die gegenwärtig in der bekennenden Kirche gefundenwerden. Israel, dessen Segnungen im Alten Testament einen so großen Raumeinnehmen, soll nach diesen Auslegungen „die Kirche“ bedeuten. Die Zeit,in der diese Segnungen empfangen werden, soll nicht das zukünftige, sondern dasgegenwärtige Zeitalter sein. Die Aussprüche des Herrn über das gegenwärtigeZeitalter und dessen Abschluss sind,ebenso wie die entsprechendenDarstellungen in den Apostelbriefen, vollständig unbeachtet gelassen worden.Fast die ganze Christenheit will an der irdischen Berufung Israels mitarbeitenund bemüht sich in einem Werk, dessen Betreibung Gott niemals für das heutigeZeitalter vorgesehen hat und das natürlich nur ganz jämmerlich misslingen kann.Jemand hat richtig bemerkt: „Die Verheißungen Israels vergeistigen, heißt die Kircheverfleischlichen“.

Wenn wir das Alte Testament durchforschen, dann finden wiralles in vollkommener Ordnung dargestellt. Das letzte Ereignis, das in derWeissagung des Alten Testaments hervortritt, ist immer die Aufrichtung desReiches, die Segnung der Nationen und die Herrschaft des HERRN über sie, Friedeauf Erden und die Befreiung der seufzenden Schöpfung.

Dem größten und letzten Ereignis in der alttestamentlichenWeissagung – nämlich der Beherrschung einer unterworfenen Erde durch den Königder Gerechtigkeit und des Friedens – gehen zwei andere Dinge voraus: die aufder Erde ausgeführten Gerichte Gottes und vor allem die geistige und nationaleWiederherstellung seines alten Volkes Israel. Die Fülle des Segens für die Nationen und für die Erde ist geknüpft andie Bekehrung Israels, das an die Spitze der Nationen gestellt werden und inden Besitz seines ihm von Gott gegebenen Erbteils gelangt sein muss. DieBekehrung und Wiederherstellung Israels wird die Bekehrung der Völker der Erdezur Folge haben. Aber die Wiedereinführung Israels in das Land und seineBekehrung werden nicht stattfinden vor der Wiederkunft des Menschensohnes, desHerrn Jesus Christus, in großer Macht und Herrlichkeit. Überall finden wir imAlten Testament zuallererst die sichtbare Offenbarwerdung des Herrn derHerrlichkeit, und in der Zeit seiner persönlichen sichtbaren und herrlichenOffenbarwerdung wird sein irdisches Volk erlöst und Jerusalem wiederhergestelltwerden. Somit haben wir in der alttestamentlichen Weissagung drei große, nochzukünftige Ereignisse:

  1. Die persönliche, sichtbare und herrliche Offenbarwerdungdes Herrn vom Himmel. Dieser Herr ist der Herr Jesus Christus;
  2. Israels Bekehrung und nationale Wiederherstellung;
  3. Als Folge der Bekehrung und Wiederherstellung Israels:die Segnung der Nationen, die nach Jerusalem gehen, um den Herrn derHeerscharen anzubeten, usw.

Diese Reihenfolge kann nicht umgestellt werden. Sie ist dasProgramm Gottes. Zum Beweis obiger Darlegungen könnten wir aus jedem derprophetischen Bücher des Alten Testamentes und aus den Psalmen Hunderte vonStellen anführen, in denen uns dies alles klar und deutlich gezeigt wird.Bemerkenswert sind in dieser Hinsicht besonders Sacharja 2,6–13; Jesaja 5,20–21 und Jesaja 60.

„Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sindunbereubar“, lesen wir später in unserem Kapitel. Gott hat die Segnung derNationen und der Erde durch Israel, Sein irdisches Volk, verbürgt. Als Israelzunächst versagte und ungehorsam war, hatte Er einen anderen Weg der Gnade bereitund offenbarte ihn. Das Heil kam zu den Nationen, um aus ihnen ein Volk zunehmen für seinen Namen (Apg 15,14). Das ist das Werk, das das jetzigeZeitalter ausfüllt und zwar als eine Einschaltung. Nach seiner Vollendung wirdGott seine Beziehungen zu Israel wiederaufnehmen.

Nun können wir auch das „wie viel mehr“ betreffs dergegenwärtigen Haushaltung Gottes verstehen.

Israel ist im Alten Testament eine Vollzahl und eine Zeitder Annahme verheißen worden. Diese Vollzahl wird bei der Ankunft des Herrn alsKönig, in Macht und Herrlichkeit, vorhanden sein. Wenn nun Gott durch ihrenFall den Nationen Segen gebracht hat, wie viel mehr wird Er den Nationen Segenzuwenden, sobald ihre (Israels) Vollzahl kommen wird. Durch ihre Vollzahl wirddie ganze Welt die Fülle der Segnungen Gottes empfangen, Segnungen, die imAlten Testament ausführlich geschildert sind und die sich buchstäblich erfüllenwerden.

Doch ein Satz in der uns vorliegenden Stelle verdient unserebesondere Aufmerksamkeit. „was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus denToten?“ Was bedeutet wohl dieser Ausdruck: „Leben aus den Toten?“Sonderbarerweise wird dieser Satz so ausgelegt, als handle es sich hier umleibliche Auferstehung. Auf diese Stelle und jene andere: „Also wird ganzIsrael errettet werden“ ist eine böse, ganz und gar schriftwidrige Lehreaufgebaut worden, wonach alle Juden, die einmal gelebt haben, ob errettet odernicht, aus den Toten auferweckt und alle in das Land zurückgeführt werdensollen, um der Segnungen des Tausendjährigen Reiches teilhaftig zu werden. Esist eine erweiterte jüdische Hoffnung: eine jüdische Wiederherstellung allerDinge, und folgerichtig müssen diejenigen, die an dieser Lehre festhalten, auchan eine Wiederherstellung aller Dinge für die Nationen glauben, wir werdendarauf näher eingehen, wenn wir das Wort: „Ganz Israel wird errettetwerden“ behandeln werden.

An leibliche Auferstehung haben wir hier keinesfalls zudenken, überhaupt ist nicht oft im Alten Testament von der leiblichenAuferstehung, als Vorbild von einer großen Veränderung, die Rede. Dasselbe giltauch für das Neue Testament. Von dem verlorenen Sohn wird gesagt: „Denn diesermein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden“. Selbst die, die dieAuferstehung Israels buchstäblich auffassen, werden nicht behaupten können,dass der verlorene Sohn körperlich gestorben war. Das Gesicht von dem mitverdorrten Gebeinen angefüllten Tal wird gewöhnlich von denen herangezogen, dieeine durch Auferweckung zu erwartende Wiederherstellung lehren. Aber es handeltsich doch hierbei um eine Vision, durch die die nationale und nicht dieleibliche Auferweckung Israels veranschaulicht werden soll. Die verdorrtenGebeine sind das ganze Haus Israel (Hes 27,11);sind das nun buchstäblichverdorrte Gebeine, oder werden sie nur als ein Bild gebraucht, um den totenZustand Israels in geistiger und nationaler Hinsicht darzustellen? Wären esbuchstäblich verdorrte Gebeine, wie könnten sie dann sagen: „Unsere Gebeinesind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, wir sind dahin“?Verdorrte Gebeine haben doch keinen Mund zum Reden, wenn wir lesen, dass sie inGräbern sind, und dass der HERR ihre Gräber öffnen wird, so heißt das, dass derHerr sein Volk aus ihren Gräbern unter den Nationen, wo sie als Volk begrabenwaren, zurückbringen wird. Zahlreiche andere Stellen ließen sich anführen, indenen physische Auferweckung als Bild von der geistigen und nationalenWiederbelebung Israels gebraucht wird.

„Leben aus den Toten“ bedeutet nicht buchstäblicheAuferweckung. Es hat eine doppelte Bedeutung. Einmal will es besagen: wenn ihreAnnahme kommt, so wird sie für sie in geistiger und nationaler Hinsicht Lebensein, sie werden leben, geistig und als Nation.

Ferner aber bedeutet der obige Ausdruck, dass die AnnahmeIsraels, das an den Ort des Segens geführt wird, für die Welt als Ganzes „Lebenaus dem Tod“ zur Folge haben wird. Das ist gleichbedeutend mit demAusdruck, den der Herr in Matthäus 19,28 gebraucht: „Wiedergeburt“, eswird eine große Umwandlung stattfinden in Auferstehungskraft.

Eines der Bücher der Heiligen Schrift versinnbildlicht inbesonders kostbarer Weise die Stelle, die wir betrachten. Es ist das in unserenTagen so vielfach bekrittelte und belächelte Buch Jona.

Den Pharisäern, die ein Zeichen von Ihm begehrten, erwiderteunser Herr, kein Zeichen werde ihnen gegeben werden als nur das Zeichen Jonas,des Propheten (Mt 12,28). Im Anschluss daran sprach Er von seinerAuferstehung, die in dem Erlebnis Jonas vorgebildet war. Gewiss haben sich diestolzen und gelehrten Pharisäer daraufhin von Ihm abgewendet, und mit einemLächeln mögen die ungläubigen Sadduzäer gesagt haben: „Was für ein Unsinn! Jonahat doch nie gelebt, das alles ist nur eine Sage, und eine Auferstehung gibt esnicht.“ Ach, welch ein ehebrecherisches Geschlecht! Das modernePharisäer-und Sadduzäertum, die Bibelkritiker usw. sind im gleichen Sinn einehebrecherisches Geschlecht. Sie sagen uns, das Buch Jona sei ein wunderschönesBuch und enthalte Belehrungen von hohem Wert. «Ob aber Jona je gelebt habenmag? Natürlich nicht, sagen sie: gelebt hat er niemals, sein Leben ist eineSage – wie könnte ein Fisch einen Menschen verschlingen? usw. welche schlimmenTrugschlüsse! Der Herr Jesus bediente sich der Errettung Jonas als Vorbildseiner herrlichen Auferstehung, der Grundlage unseres heiligen Glaubens -  wusste Er nicht, ob Jona gelebt hat odernicht, verwandte Er eine Sage, um seine Auferstehung darzustellen – so mag auchseine Auferstehung keine wirkliche gewesen sein, und wie könnte Er dann derSohn Gottes sein?

Das Leben Jonas ist in verschiedener Hinsicht vorbildlichauf Christus hin, doch hat es noch eine andere Bedeutung, die die WeisheitGottes und den göttlichen Ursprung der Heiligen Schrift erkennen lässt. DasLeben der meisten Knechte Gottes im Alten Testament lässt eine zweifachebildliche Anwendung zu: die eine betrifft Christus, den Messias, und die andereIsrael, das auserwählte Volk Gottes. Man verfolge diesen Gedanken und wende ihnauf Joseph, auf David, auf Daniel, die Propheten usw. an. Jona ist einVorläufer Israels. In diesem Buch ist die ganze Geschichte, Vergangenheit,Gegenwart und Zukunft des Samens Abrahams eingeschlossen.

  1. Jonas Berufung. Er wird von dem HERRN ausgesandt, um denNiniviten zu predigen. Er kennt Gott, während Ninive in der Finsternis ist. Sohat Gott sich Israel zubereitet als eine Nation, die sein Lob verkündigen soll.Das Heil ist aus den Juden. Durch sie wünscht Er seine Güte und seine Erlösungkundzugeben. In dem Samen Abrahams sollen alle Nationen der Erde Segen empfangen.Das sind die Gaben und die Berufung Gottes. Sie sind unbereubar (Röm 11,29).
  2. Jona ist ungehorsam. Er wendet Gott den Rücken und fliehtvon seinem Angesicht hinweg. Er schifft sich auf einem Kauffahrtsschiff ein. Erwendet sich in entgegengesetzter Richtung. So ist auch Israel ein Volk desAbfalls geworden, und der Jude wird zum Kaufmann -  er hat Gott verlassen und den Fels seinerRettung verachtet. So wie Jona dem himmlischen Gesicht ungehorsam war, wirdIsrael nicht nur kein Segen, sondern ein Fluch unter den Nationen.
  3. Gar bald kommt Bedrängnis über Jona, den ungehorsamenKnecht Gottes. Der Sturm des Unheils treibt sein Schiff auf den wilden Wogendes tobenden Meeres umher. Alles ist gegen ihn, weil er sich gegen Gottaufgelehnt hat. Das Gleiche ist bei den Juden der Fall, Unglück auf Unglück,Sturm auf Sturm ist über sie hereingebrochen, seit sie Gott und ihrenKönig-Messias verworfen haben. Sie werden von den Nationen umhergetrieben. DasMeer ist im Wort stets ein Bild von den Nationen.
  4. Jona verleugnet seinen Gott und sein Volk nicht. Er sagt:„Ich bin ein Hebräer; und ich fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der dasMeer und das Trockene gemacht hat.“ So bekennt auch der Jude, trotz seinesAbfalls, noch immer, an Gott zu glauben, fürchtet seinen Namen und verleugnetnicht seine Zugehörigkeit zum jüdischen Volk.
  5. Jona wird über Bord geworfen. Er wird den wütenden Wogenübergeben. Er wird im Kampf mit den Wellen gesehen. So ergeht es dem Juden inseiner, wenn auch nicht endgültigen Verwerfung.
  6. Als die Männer auf dem Schiff Jonas sahen, dass die Wogensich legten, sobald Jona sich im Wasser befand, da fürchteten sie, die dochHeiden waren, sich vor dem HERRN mit großer Furcht: sie schlachtetenSchlachtopfer und taten Gelübde dem HERRN. Eine wunderbare bildlicheDarstellung des Wortes aus unserem Römerbrief: „Durch ihren Fall ist denNationen das Heil geworden.“ Mit der Verwerfung der Juden als Volk ist dasHeil den Nationen geworden.
  7. Jona wird im Bauch des Meerungeheuers auf wunderbare Weiseam Leben erhalten. (Im Hebräischen ist kein Anhaltspunkt dafür, dass es einWalfisch gewesen wäre). Drei Tage und drei Nächte lang ist dort seinAufenthaltsort, Leben und Dasein verliert er nicht, aber er ist in ein Grabgelegt und wird dort durch ein Wunder bewahrt. Ebenso ist der Jude unter denVölkern in seinem Grab, als Nation ist er im Tod, doch Gott erhält ihn noch,wie Er Jona erhielt. Der Jude ist ein beständiges Wunder Gottes. KeinUngläubiger kann bestreiten, dass der Jude noch existiert und dass sein Daseinein Wunder ist.
  8. Jona blieb unversehrt im Bauch des Fisches. DerVerdauungsvorgang vollzog sich nicht an ihm. Die Nationen haben die Juden nichtaufgesogen. Dieses Volk wird nicht unter den Nationen aufgehen. Der Jude istund bleibt ein Jude. Juden und Nationen bleiben jeder für sich, ohne sichmiteinander zu verschmelzen.
  9. Am Ende der ihm bestimmten Zeit begann Jona in seinemGrab Buße zu tun. Er rief zu Gott empor. Er sehnte sich nach seinem heiligenTempel, und er schließt sein Gebet mit dem Ausruf des Glaubens: „Bei dem HERRNist Rettung“. Auch die Juden werden Buße tun. Es sind unverkennbareZeichen für ein verändertes Verhalten des Juden bemerkbar. Doch ehe jene großenationale Umkehr erfolgen wird, muss auch über ihn zuvor eine große Trübsalkommen. Wie Jona sehnen sich heute schon viele nach Gottes heiligem Tempel, undsie schicken sich an, in das Land zurückzukehren. Endlich werden auch sieerkennen, dass bei dem HERRN Rettung ist, und sie werden ihren König begrüßenmit dem Ruf: „Gesegnet, der da kommt im Namen des HERRN!“
  10. Gott befahl dem Fisch, Jona auszuspeien. Der Israelzerstreut hat, wird es wieder sammeln. Sie werden in das Land zurückgebrachtund wiederhergestellt werden. Sie werden die verödeten Stätten aufbauen, siewerden erneuern, was wüst lag von Geschlecht zu Geschlecht. Das Wort Gottesenthält Hunderte von Verheißungen, die sich buchstäblich auf Israel beziehenund von einer buchstäblichen Wiederherstellung reden. Wenn wir das nichtglauben wollen, dann können wir die Bibel weglegen und uns den Modernisten, denungläubigen Bibelkritikern usw. anschließen.
  11. Jona wird ein zweites Mal ausgesandt, und er befolgt dasGebot. Auch für Israel wird die Erfüllung seiner erhabensten Sendung kommen.Sein König, unser kommender Herr, wird es wieder in seinen Dienst einsetzen undwird es aussenden, um sein Heil zu verkünden. Alsdann wird Israel gehorsamfolgen.
  12. Die ganze Stadt Ninive tat Buße, nachdem sie denabgefallenen, bestraft gewesenen und wiederhergestellten Juden hatten predigenhören. Eine ganze Stadt wurde von einer Erweckung ergriffen. Die Massen wurdengerettet.

Gegenwärtig ist die Zeit für die Errettung einzelner. DerAugenblick für Massenerrettungen oder Weltbekehrung ist noch nicht gekommen.Das wird erst geschehen, wenn die Juden das Evangelium verkündigen werden,nachdem sie selbst bekehrt und in ihrem Land wiederhergestellt sein werden,wenn Jesus als ihr König gekrönt sein und den Thron seines Vaters Davideingenommen haben wird.

Das ist eine teilweise und schwache Erläuterung dessen, wasihre Annahme ist, und was „Leben aus den Toten“ bedeutet.

Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht