Botschafter des Heils in Christo 1861

Was ist zu glauben nötig, um errettet zu werden? - Teil 1/2

Eine wichtigere Frage kann nicht an den Menschen gerichtet werden. Es ist eine Frage, über welche der Eine mit Leichtfertigkeit hinweghüpft, und die der andere, wie wohl dadurch in seinem Herzen beunruhigt, nur unbefriedigend zu beantworten vermag. Selbst wahre Christen, die jedoch, ihrer Errettung nicht völlig gewiss, nicht in dem Genuss eines beständigen Friedens leben, werden bei Beantwortung dieser Frage verschiedene Auffassungen kundgeben, die zwar, was das Wesen des Glaubens im Allgemeinen betrifft, schriftgemäß sein mögen,– die aber mehr oder weniger voneinander abweichen, je nachdem der einfache Schriftausdruck der eigenen Meinung untergeordnet ist. Dass man aber nicht in dem strahlenden Licht des Wortes Gottes, sondern vielmehr in dem trügerischen Schein der eigenen Anschauung den Schlüssel zur Lösung dieser ernsten Frage sucht, darin eben liegt die große Schwierigkeit, dieselbe der Wahrheit gemäß zu beantworten.

Darin, dass Christus der Gegenstand unseres Glaubens sein muss, sind freilich, Gott sei dafür gepriesen! alle Christen einig. Wagt man indessen einen Schritt weiter, indem man eine nähere Erklärung dieses Glaubens fordert, dann treten die mannigfachen Abweichungen sogleich ans Licht. Während nämlich der Eine diesen Glauben an Christus mit den Worten umschreibt: „Man muss glauben, dass Er der Sohn Gottes und dass Er für alle Menschen gestorben ist,“ behauptet ein anderer: ein jeder müsse persönlich für sich überzeugt sein, dass Er für seine Sünden gestorben sei; während dieser hervorhebt, dass Jesus voll Verlangen sei, uns und zwar in dem gegenwärtigen Augenblicke zu erlösen, fügt jener hinzu, dass man glauben müsse, wirklich erlöst zu sein, da Gott das Opfer Christi als eine vollkommene Sühne für unsere Sünden anerkannt habe. So abweichend lauten die Antworten aus dem Wunde der Christen unserer Tage und sind ein gar trauriges Zeugnis einer allgemein herrschenden Unklarheit in Betreff einer Frage, die an Wichtigkeit kaum ihres Gleichen hat. Nur die heilige Schrift kann entscheiden; in ihr werden wir, geleitet durch den Heiligen Geist, eine befriedigende Lösung finden.

Unsere Absicht ist indessen nicht, über die Natur des Glaubens zu streiten. Es steht fest, dass jemand die Wahrheit nur scheinbar, oder auch wirklich annehmen, dass man ihr in Folge einer christlichen Erziehung und eines christlichen Umgangs auf leichtfertige Art zustimmen, oder sie als eine Sache persönlicher Überzeugung gewirkt im Herzen durch die Kraft des Heiligen Geistes besitzen kann. Von diesem wahrhaftigen Glauben reden wir; von dem Glauben, der eine Gabe Gottes von Gott selbst mittels seines Wortes hervorgebracht ist. An diesem Glauben allein knüpft sich unsere Errettung; und die heilige Schrift liefert dafür eine solche Fülle von Zeugnissen, dass wir nur ein einziges Evangelium und einen einzigen Brief flüchtig zu durchlaufen brauchen, um diese Wahrheit ein für alle Mal feststellen zu können. Wir wählen das Evangelium Johannes und den Brief des Paulus an die Römer.

„Johannes kam zum Zeugnis, auf dass er von dem Licht zeugte, damit alle durch ihn glaubten. So viele Ihn (Jesus) aber annahmen, denen gab Er das Recht, Kinder Gottes zu werden, Denen, die an seinen Namen glaubten“ (Joh 1,7.12) (vgl. Joh 3,15.18.36; 5,24; 6,29.35.39.47; 7,38; 8,24; 9,35; 11,25; 12,36.44.46; 16,9.27; 20,31).

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes zum Heil jedem Glaubenden. Der Gerechte aber wird aus Glauben leben“ (Röm 1,16–17) (vgl. Röm 3,22.25.26.28; 4,3.5.16.24; 5,1; 9,30; 10,4.9.11.14).

Wie wichtig, wie bedeutungsvoll sind diese göttlichen Aussprüche! Das herrliche Los des Glaubenden ist streng geschieden von dem trostlosen Zustand des Nichtglaubenden. An den Glauben ist das Leben und die Herrlichkeit, an den Unglauben der Tod und die Verdammnis unzertrennlich geknüpft. Weder gute Vorsätze, noch übermäßige Anstrengungen; weder eigene Tugenden, noch die glänzenden Verdienste anderer Mitgeschöpfe; nein; nur die freie Gnade durch den Glauben ist der einzige Grund unserer Seligkeit. Wie unermesslich wichtig ist daher die Tragweite des Gegenstandes, auf den wir jetzt unsere Aufmerksamkeit lenken wollen. Die Frage lautet: „Was ist zu glauben nötig, um selig zu werden?“ Das Wort Gottes soll uns eine bestimmte, unzweideutige Antwort geben.

Wir beginnen mit der Betrachtung der Evangelien. Hier sehen wir jemanden, dessen niedrige Abkunft und dessen dürftigen Umstände bei der jüdischen Nation kein Geheimnis sind; es ist Jesus von Nazareth, der Sohn der Maria und wie man meinte der Sohn Josephs, eines Zimmermanns. Jedoch die außergewöhnlichen Ereignisse, die seine Geburt begleiteten, die Ihn betreffenden Zeugnisse Johannes des Täufers und vor allem das Zeugnis Gottes, des Vaters, bei seiner Taufe; ferner seine gewaltigen Worte, seine staunenswerten Wunderwerke, sowie endlich die zahllosen Prophezeiungen, die in Ihm ihre buchstäbliche Erfüllung fanden, all dieses ließ in der unscheinbaren Hülle des Menschensohnes den Sohn Gottes selbst erkennen. Nahmen die Menschen Ihn als den Christus, als den Sohn Gottes auf? Glaubten sie in ihren Herzen, dass Er es wirklich sei? Ach, nein! Obwohl die Rettung von ewigem Verderben durch diesen Glauben bedingt war, so vermochte doch, aller Zeugnisse ungeachtet, der natürliche Verstand seinen wahren Charakter nicht zu erkennen; vielmehr war eine solche Erkenntnis stets die Wirkung der Offenbarung Gottes, des Vaters. Als einst Petrus das Bekenntnis ablegte: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ lautete die Antwort des Herrn: „Glückselig bist du Simon, Bar Jona! denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in dem Himmel ist“ (Mt 16,17). alle hatten eine falsche Meinung von seiner Person; nur Petrus, dem es offenbart worden, glaubte und bekannte, dass Er der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes sei, und Jesus pries ihn selig. Das also war es, was, um selig zu werden, zu glauben nötig war.

Nehmen wir jetzt das Evangelium Johannes zur Hand. Auch hier finden wir, dass es sich stets um den Glauben an die Person des Christus handelt. Ihn anzunehmen als den, der Er zu sein erklärte; wirklich zu glauben, wie Petrus, dass Er der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes war, dieses nur kennzeichnete jemanden als wahren Gläubigen; denn er besaß den seligmachenden Glauben. Wie bezeichnend sind diese Worte: „Die Welt kannte Ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen Ihn nicht auf, so viele Ihn aber annahmen, denen gab Er das Recht, Kinder Gottes zu werden, Denen, die an seinen Namen glaubten.“ Wenn aber, wie oben angeführt, der Herr das Bekenntnis des Petrus als eine Wirkung des himmlischen Vaters bezeichnete, so drückt auch hier der Heilige Geist dasselbe in den Worten aus: „Welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind“ (Joh 1,10–13).

Im vierten Kapitel finden wir das Gespräch Jesu mit einer Samariterin. Was mangelte dem armen Weibe? Antwort: die Erkenntnis seiner Person. „Wenn du die Gabe Gottes kanntest“, sagt Er, „und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, du würdest Ihn gebeten haben, und Er hätte dir lebendiges Wasser gegeben“ (Joh 4,10). Und als Er voll Güte und erbarmender Liebe seine Unterhaltung fortsetzt, und als Er von dem Vater redet, der Anbeter in Geist und Wahrheit suche, da öffnet sich das Herz des schuldbeladenen Weibes den Worten Jesu. Sie lässt es durchblicken, dass sie in Ihm den Christus erkennt und ruft aus: „Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus genannt ist. Wenn Er gekommen ist, wird Er uns alles kundtun.“ Jesus aber spricht zu ihr: „Ich bin es, der ich zu dir rede“ (Joh 4,25–26). Ja, wahrlich, sie hat die Gnade Gottes und den, der zu ihr geredet, erkannt; und dieses Erkennen verwandelt die Sünderin in eine Jüngerin. Selige Umwandelung! Nicht länger mehr kann sie an dem Ort weilen; das helle Licht der Gnade hat in die dunklen Gemächer ihrer Seele hineingeschienen; ihr Herz – soeben noch beunruhigt durch ein verklagendes Gewissen – strömt über in namenloser Freude und treibt sie hin zur Stadt, um dort den Leuten zuzurufen: „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ist dieser nicht der Christus?“ In der Tat, ihr Glaube gilt der Person des Christus. Sie glaubt, dass Er der sei, welcher Er wahrhaftig ist, Der, welchen Gott als solchen anerkannt. Bei den Leuten in der Stadt aber gewähren wir dieselben Erscheinungen; denn nachdem der Herr zwei Tage lang bei ihnen verweilt hat, bezeugen auch sie dem Weib gegenüber laut: „Nicht mehr um deines Redens willen glauben wir; denn wir selbst haben gehört und wissen, dass dieser ist wahrhaftig der Heiland der Welt, der Christus.“ – Nicht unbestimmt, nicht verborgen ist ihr Glaube. Sie glauben und bekennen, dass Er – dieser Mensch Jesus – der Christus, der Heiland der Welt ist.

Wir wenden uns zum sechsten Kapitel. Viele, noch vor kurzem herbeigelockt durch die Wunder Jesu, weichen zurück, erschreckt durch die Kraft seiner Worte. Kaum aber richtet er an die Zwölf die rührende Frage: „Wollt ihr auch weggehen?“ – da zeigt sich sogleich unverhüllt jenes geheimnisvolle Band, welches – mit Ausnahme des Judas – die Jünger an ihren Meister fesselt. Es ist der Glaube an seine gesegnete Person, ausgedrückt in den Worten des Petrus: „Herr! Zu Wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir glauben und wissen, dass du der Christus, der Sohn Gottes bist“ (Joh 6, 67–69).

Ebenso stellt uns die Geschichte des Blindgeborenen (Joh 9) den Gegenstand des Glaubens klar vor die Seele. Die Augen dieses Unglücklichen sind durch jemanden geöffnet worden, den er unter dem Namen „Jesus“ kennt. Freimütig legt er vor den Pharisäern Zeugnis von Ihm ab, dem er seine Heilung verdankt, erkennt Ihn Zugleich an als einen Gegenstand der Anbetung und als einen Propheten, und, dieses bekennend, wird er aus der Synagoge gestoßen. Wohl mangelt ihm noch das volle Licht in Betreff der Herrlichkeit der Person Jesu; aber nachdem der Herr die Frage: „Glaubst du an den Sohn Gottes?“ an ihn, den Ausgestoßenen, gerichtet und dadurch ein Verlangen nach Erkenntnis seiner herrlichen Person geweckt hat, erleuchtet Er Zugleich sein Herz durch die Worte: „Du hast Ihn gesehen, und der mit dir redet, Der ist es.“ Ihn erkennen, an Ihn glauben, das war das eine, was dem armen Mann Noch tat; und sein Ruf: „Ich glaube, Herr?“ ist das Fundament eines, durch den Glauben neugegründeten, ewig dauernden Verhältnisses zwischen ihm und dem Sohn Gottes; „Er huldigte Ihm.“

Es steht also unabänderlich fest, dass, während der Anwesenheit Jesu auf Erden, die Herrlichkeit seiner Person als des Sohnes Gottes der große Gegenstand des Glaubens war. Auch andere Stellen des Neuen Testaments liefern dazu die unwiderlegbarsten Beweise (vgl. Apg 9,20; 1. Joh 4,15; 5,1.5.13). Was aber zurzeit des Herrn auf Erden galt, das gilt auch in unseren Tagen. Denn die Evangelien, und vornehmlich das von Johannes, sind erst lange nach dem Tod, der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu verfasst worden und zwar zu dem Zweck, „dass ihr“ wie Johannes sagt „glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und dass ihr glaubend das Leben habt in seinem Namen“ (Joh 20,31). Eine bestimmtere Erklärung dessen, was man zu glauben hat, ist wohl kaum denkbar; und unerschütterlich fest steht die Wahrheit, dass das Leben in Christi Namen an den Glauben geknüpft ist, dass „Jesus der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes“.

Man könnte indessen den Einwand machen, dass ein Unterschied bestehe zwischen den Glaubenden während des Aufenthalt Jesu hienieden und denen der Jetztzeit, nachdem er gestorben, auferstanden und gen Himmel gefahren ist. Lasst uns auch in dieser Beziehung ohne Übereilung in dem Wort Gottes Aufschluss suchen!

Während des Aufenthalts des Herrn auf der Erde war es durchaus eine Notwendigkeit zu unterscheiden und zu erkennen, dass Er, der als Mensch und zwar in den dürftigsten Umständen hienieden wandelte, wirklich der Christus, der Sohn Gottes war. Obwohl aber Zeugnisse in Betreff der Herrlichkeit seiner Person in Fülle vorhanden waren, so wurde Er dennoch als Sohn Gottes nur von denen geglaubt und erkannt, welchen es nicht durch Fleisch und Blut, sondern durch seinen Vater offenbart worden war. Alle anderen verwarfen Ihn. Keine Schönheit fanden sie an dem Mann der Schmerzen; sie stießen Ihn von sich und überlieferten Ihn den Händen der Henker. Doch wer vermochte sein Leben, von Ihm zu nehmen? Er gab es freiwillig hin; Er ward zum Schlachtopfer für unsere Sünde. Vermochte Ihn der Tod zu halten? Gottlob nein. Vielmehr machte Er durch den Tod den zunichte, der die Kraft des Todes hat, das ist, den Teufel. Siegreich verließ Er das Grab, erschien seinen dazu auserwählten Zeugen und fuhr dann auf gen Himmel, um sich zu setzen zur Rechten der Majestät in der Höhe. Durch seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt hat Er eine neue Stellung eingenommen; kein menschliches Auge schaut Ihn mehr als müden Pilger auf dem Wege nach Jerusalem; aber der Glaube erblickt in Ihm, dem Auferstandenen und zur Rechten Gottes Erhöhten, denselben Jesus von Nazareth, der einst am Jakobsbrunnen aus der Hand einer Sünderin einen Trunk Wassers begehrte. Der Glaube hat denselben Gegenstand vor sich, nur ist ihm ein größerer Spielraum geboten.

Vor dem Tod Jesu konnte allerdings, selbst bei gänzlicher Unkenntnis der Notwendigkeit seines Sterbens und Auferstehens, ein wahrhaftiger Glaube vorhanden sein. Das 16. Kapitel des Matthäus gibt uns dafür einen schlagenden Beweis. Petrus, soeben noch seliggepriesen wegen seines Bekenntnisses, gibt seinen Widerwillen gegen das Leiden und Sterben des Herrn in einer so auffallenden Weise zu erkennen, dass er sich dadurch eine der demütigendsten Zurechtweisungen zuzieht. „Weiche hinter mich, Satan!“ so lauten des Herrn ernste Worte; „Du bist mir ein Ärgernis; denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was des Menschen ist“ (V. 23). Und diese Unwissenheit, betreffs des Todes und der Auferstehung Jesu, war unter den Gläubigen jener Tage so allgemein herrschend, dass wir selbst nach seiner Auferstehung die trauernden, nach Emmaus pilgernden Jünger sagen hören: „Wir aber hofften, dass Er der sei, der Israel erlösen sollte“ (Lk 24,21). Wie nun? Kennzeichnet diese Unwissenheit die Jünger als Solche, die nicht des seligmachenden Glaubens teilhaftig, mithin nicht aus Gott geboren waren? Keineswegs. Sie hatten geglaubt und erkannt, dass Jesus der Sohn Gottes war; und Er selbst hatte sie zur Freude ermuntert, weil ihre Namen im Himmel angeschrieben seien (Lk 10,20). Wie kräftig ist sein Zeugnis, wenn Er sagt: „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, welches ich zu euch geredet habe!“ (Joh 15,3) und wie bezeichnend ist sein Gebet: „Dieses aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Die Worte, die du mir gegeben, habe ich ihnen gegeben; und sie haben empfangen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, dass du mich gesandt hast. Gerechter Vater! Und die Welt hat dich nicht erkannt; Ich aber habe dich erkannt, und Diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,3.8.25). Bedürfen wir noch weitere Versicherungen wegen der Echtheit ihres Glaubens, ungeachtet ihrer Unwissenheit in Betreff des Todes und der Auferstehung des Herrn? Gewiss nicht.

Bei den Gläubigen unserer Tage aber ist eine solche Unwissenheit in diesen Dingen zur Unmöglichkeit geworden. Die Wahrheit, dass Jesus der Sohn Gottes ist, kann nicht geglaubt werden, ohne Zugleich an seinen Tod und an seine Auferstehung zu glauben. Der Glaube an seine Person schließt unbedingt den Glauben an diese herrlichen Tatsachen mit ein.

Sein ganzes Leben voller Schmerz und Mühsal hat genügend den Beweis geliefert, dass Er der Sohn Gottes ist. Er redete, wie niemand geredet; seine Werke zeugten von Ihm; voll Liebe und Erbarmen war Er in einer Welt voll Sünde die stete Offenbarung des Vaters, von welchem Er kam und in dessen Schoß Er lag. Der Beurteilung des Menschen anheimgegeben; erkannte der Glaube in Ihm den Sohn Gottes. Nachdem aber die Welt seine völlige Verwerfung gesehen, erhöhte Gott Ihn zu seiner Rechten und drückte also durch die Tatsache der Auferstehung aus den Toten das Siegel auf jenen Beweis der Wahrheit, dass Er wirklich der Sohn Gottes ist. „Er ist dem Geist der Heiligkeit nach als Sohn Gottes in Kraft erwiesen durch Totenauferstehung“ (Röm 1,4). Der Heilige Geist aber, als die Kraft des Zeugnisses vom Himmel gesandt, bewirkt, dass hinfort die Jünger nicht nur in der Person Jesu den Sohn Gottes verkündigen, sondern auch Zugleich reden von dem Beweis dieser Wahrheit, von der herrlichen Tatsache seiner Auferstehung aus den Toten, deren Zeugen sie waren. Der Glaube umfasst beides. „Wenn du“, sagt der Apostel, „mit deinem Mund den Herrn Jesus bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott Ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du selig werden“ (Röm 10,9). (Schluss folgt)

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