Betrachtung über den Propheten Micha (Synopsis)

Kapitel 2

Betrachtung über den Propheten Micha (Synopsis)

In diesem Kapitel bezeichnet der Prophet die besonderen Sünden, um derer willen das Gericht Gottes eintrat; es waren dies gewaltsamer Raub und schamlose Unterdrückung. Sie machten Pläne, wie sie sich auf räuberische Weise die Dinge aneignen könnten, nach denen sie Begehr trugen, und so machte auch der HERR Pläne, wie sein Gericht über sie kommen sollte (V. 1–5). Das Wort des Zeugnisses wiesen sie zurück. Dasselbe soll ihnen genommen werden, außerdem aber noch das schreckliche Gericht über sie kommen, dass der Geist des Irrtums und der Trunkenheit ihnen als Weissagung gelten würde 1. Das Volk lehnte sich als Feind auf: ihre Bosheit verschonte weder Frauen noch Kinder (V. 8. 9). Alle diejenigen, die Ohren hatten zu hören, fordert der HERR auf, sich aufzumachen und sich von all dieser Ungerechtigkeit zu trennen. Inmitten eines solchen Zustandes der Dinge konnte das Volk Gottes keinen Ruheort finden. Wie könnten die Heiligen des HERRN da ruhen, wo sie von Verunreinigung umgeben sind (V. 10. 11)? Trotzdem widerrief der HERR keineswegs den Segensvorsatz, den Er hinsichtlich Israels gefasst hatte. Er wollte es ganz sammeln, die ganze zahlreiche Herde, die unter seinem Schutz stand. Der Durchbrecher, Er, der den Weg frei machen und jedes Hindernis beseitigen würde, würde vor ihnen hergehen. Sie würden von dem Ort ihrer Gefangenschaft ausgehen. Ihr König würde vor ihnen herziehen, und der HERR an ihrer Spitze sein (V. 12. 13).

Fußnoten

  • 1 Der 6. Vers ist außerordentlich dunkel. Vielleicht dient Kapitel 3, 7 zur Erklärung desselben.
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