Geistesgaben oder Schwärmerei?

2. Die so genannte „Geistestaufe“

Geistesgaben oder Schwärmerei?

In der Pfingstbewegung wurde bereits gelehrt, und diese Lehre wird in der charismatischen Bewegung fortgeführt: Der Gläubige, der durch Bekehrung und Glauben an das Evangelium ein Eigentum des Herrn Jesus geworden ist, braucht die „Geistestaufe“ als eine weitere christliche Grunderfahrung, die sich dadurch manifestiert, dass der Betreffende in „Zungen“ redet.

Was sagt die Heilige Schrift hierzu?

Die Bibel lehrt uns, dass es ein besonderes Kennzeichen der christlichen Epoche oder Haushaltung ist, dass Christus nach der Vollendung des Erlösungswerkes am Kreuz auferstanden, zum Himmel aufgefahren und jetzt zur Rechten Gottes ist, während der Heilige Geist auf Erden in den erlösten Menschen wohnt.

Das war in früheren Zeiten nicht so. Der Heilige Geist war zwar immer da, wo Gott tätig war. So steht es schon auf dem ersten Blatt der Bibel (1. Mo 1,2); aber Er wohnte nicht in den Menschen. Der erste Mensch, in dem der Heilige Geist wohnte, war der Mensch Christus Jesus, das fleischgewordene Wort (vergleiche Joh 1,33). In der letzten Nacht Seines Zusammenseins mit Seinen Jüngern vor Seiner Gefangennahme belehrte der Herr Jesus sie unter anderem darüber, dass nach Seinem Hingehen zum Vater eine andere göttliche Person zu ihnen kommen würde, der Sachwalter, Fürsprecher, der in Ewigkeit bei ihnen bleiben sollte, „den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch“ (Joh 14,16–18).

Dass dieser Sachwalter, der Geist der Wahrheit, der Heilige Geist ist, wird dann in Vers 26 ausdrücklich gesagt. Die Tätigkeit des Heiligen Geistes in den Gläubigen führt der Herr dann weiter aus. „Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14,26). – „Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird er von mir zeugen“ (Joh 15,26). – „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst aus reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen“ (Joh 16,13–14).

Alles dies aber konnte erst geschehen, nachdem der Herr Jesus Sein Werk am Kreuz vollbracht hatte und zum Vater zurückgekehrt war: „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden“ (Joh 16,7).

Johannes der Täufer kündigt den Heiligen Geist an

Auf dieses Kommen des Heiligen Geistes wies schon Johannes der Täufer als Vorläufer des Herrn Jesus Christus hin. „Ich zwar taufe euch mit (wörtlich: in) Wasser zur Buße; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dem die Sandalen zu tragen ich nicht wert bin; er wird euch mit (wörtlich: in) Heiligem Geist und mit Feuer taufen; dessen Worfschaufel in seiner Hand ist, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer“ (Mt 3,11–12; vgl. Lk 3,16–17).

Im Evangelium nach Markus heißt es kürzer: „Ich zwar habe euch mit (wörtlich: in) Wasser getauft, er aber wird euch mit (wörtlich: in) Heiligem Geist taufen“ (Mk 1,8).

Ähnliche Worte finden wir in Johannes 1,33: „Und ich kannte ihn nicht, aber der mich gesandt hat, mit (wörtlich: in) Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf wen du den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben siehst, dieser ist es, der mit (wörtlich: in) Heiligem Geist tauft.“

Johannes rief einerseits das Volk der Juden zur Buße auf; andererseits kündigte er zwei Dinge an, die der Herr Jesus tun würde: Diejenigen, die Buße tun, werden mit Heiligem Geist getauft und dann als gute Frucht in die Scheune des Herrn gesammelt; aber diejenigen, die Ihn nicht im Glauben annehmen, werden mit Feuer getauft und als Spreu in das unauslöschliche Feuer, das heißt, in die ewige Verdammnis gelangen!

Zwei Dinge fallen bei der Betrachtung dieser Verse auf:

  1. Die Taufe mit Heiligem Geist und die Taufe mit Feuer beziehen sich nicht auf dieselbe Tatsache. Die Taufe mit Feuer ist das Gericht und die ewige Verdammnis der Verlorenen (vergleiche zu dem Wort „Feuer“: Mal 3,19; Mt 18,9; Lk 16,23–24). Die Verwendung des Wortes „Taufe“ in diesem Sinn stellt vielleicht für manchen eine Schwierigkeit dar. Aber wenn der Herr Jesus an das göttliche Gericht dachte, das Er am Kreuz erdulden sollte, sprach Er ebenfalls von einer Taufe: „Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich beengt, bis sie vollbracht ist“ (Lk 12,50).
  2. Die Taufe mit Heiligem Geist wird nicht als eine außergewöhnliche, zusätzliche Erfahrung der Gläubigen beschrieben, sondern als Kennzeichen derer, die als Weizen in die himmlische Scheune gesammelt werden. Das wird auch durch die weiteren diesbezüglichen Textstellen bestätigt.

Die Ankündigung durch den Herrn Jesus selbst

Wir haben gesehen, dass der Herr Jesus vor Seinem Erlösungswerk den Jüngern das Kommen des Heiligen Geistes ankündigte. Nach Seiner Auferstehung spricht Er noch deutlicher davon: „Und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe“ (Lk 24,49). Mit der Verheißung des Vaters und der Kraft aus der Höhe ist der Heilige Geist gemeint. Das geht aus den beiden folgenden Stellen in der Apostelgeschichte deutlich hervor: „Und als er mit ihnen versammelt war, befahl er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten – die ihr, sprach er, von mir gehört habt; denn Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit (wörtlich: in) Heiligem Geist getauft werden nach nunmehr nicht vielen Tagen … aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt“ (Apg 1,4–5.8).

Diese Stellen zeigen außerdem, dass das Ereignis kurz bevorstand und dass es in Jerusalem geschehen würde. Der Herr Jesus spricht zu Seinen Jüngern auch nicht von der Taufe mit Feuer, das heißt, von Gericht, sondern nur von dem Heiligen Geist.

Der Tag der Pfingsten

Wenige Tage später, „als der Tag der Pfingsten erfüllt wurde, waren sie alle an einem Ort beisammen. Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden Einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ (Apg 2,1–4). Das ist die Erfüllung der Vorausschau des Johannes und der Verheißung des Herrn Jesus!

Was geschah am Pfingsttag? In Apostelgeschichte 2,2–4 werden vier Dinge erwähnt, die wir näher betrachtenwollen.

  1. „Und plötzlich kam aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.“ Es war nicht eigentlich wie ein Wind, sondern mehr wie ein Wehen, und das Wort „daherfahrend“ könnte auch mit „getragen“ übersetzt werden. Es war nicht wie bei einem natürlichen Wind ein unterbrochenes, an und abschwellendes, sondern ein anhaltendes Brausen. Mit diesem Vergleich wird die himmlische, inspirierende, belebende Kraft des Heiligen Geistes angedeutet, die nicht stoßweise oder impulsiv, sondern gleichmäßig tragend wirkt. Es ist die „Kraft aus der Höhe“ (Apg 1,8), die sich hier offenbart und das ganze Haus erfüllt. So erfüllte einst die Herrlichkeit des Herrn die Stiftshütte und den Tempel bei ihrer Einweihung (2. Mo 40,34; 1. Kön 8,10–11). Im Gespräch mit Nikodemus hatte der Herr Jesus das Wirken des Heiligen Geistes schon mit dem Wehen des Windes verglichen: „Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist“ (Joh 3,8).
  2. „Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen.“ Neben dem brausenden Wehen, das sie nur hörten, geschah auch etwas Sichtbares. Göttliches Licht in Form von zerteilten Zungen wie von Feuer erschien ihnen und setzte sich auf jeden einzelnen von ihnen.
    Dies war keine „Feuertaufe“, sondern ein deutliches Zeugnis Gottes, das von Licht und Heiligkeit sprach, aber in Gnade; denn die zerteilten Zungen deuten schon hin auf die Ausstrahlung des Evangeliums über die Grenzen Israels hinaus zu allen Nationen. – Wie das Brausen mit dem Wehen des Windes verglichen wird, so werden die Zungen mit dem Feuer verglichen. Beides waren äußere Zeichen der dritten besonderen Erscheinung, die an sich unsichtbar war.
  3. „Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt.“ Hier haben wir die Taufe mit Heiligem Geist, die Erfüllung der Voraussagen des Täufers und des Herrn Jesus selbst. Die Verheißung des Vaters ist erfüllt. Der Heilige Geist kommt aus dem Himmel herab, um nach den Worten Jesu in Ewigkeit bei uns zu bleiben. Weil dies etwas völlig Neues war, wurde es von den beiden Zeichen begleitet. Die Gegenwart des Heiligen Geistes hat ja einen doppelten Sinn. Einmal wohnt Er in dem Haus, das heißt in der Versammlung Gottes als Tempel (vergleiche 1. Kor 3,16; Eph 2,22). Das kommt in dem Wehen zum Ausdruck, das das ganze Haus erfüllte. Außerdem wohnt der Heilige Geist aber auch in jedem einzelnen Gläubigen (vergleiche 1. Kor 6,19), was durch die zerteilten Zungen verdeutlicht wird, die sich auf jeden einzelnen setzten.
  4. „Und fingen an in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ Dies Zeichen hatte der Herr Jesus in Markus 16,17 bereits angekündigt, als Er den Aposteln den Auftrag gab, das Evangelium der ganzen Schöpfung zu predigen. Seit dem Turmbau zu Babel waren die Menschen der alten Schöpfung durch die verschiedenen Sprachen voneinander getrennt. Jetzt wurden in vielen Sprachen die Werke Gottes in der neuen Schöpfung verkündigt, die herrlichen Ergebnisse der Gnade, die auf Golgatha im höchsten Maß offenbart worden war! Alle Nationen sollten jetzt die Botschaft des Heils hören, nicht nur die bis dahin bevorzugten Juden.

Damit haben wir kurz skizziert, was am Pfingsttag geschah, als der Heilige Geist ausgegossen wurde und die Gläubigen die Taufe mit Heiligem Geist empfingen. Diese Taufe geschah nur einmal. Dadurch entstand der Leib Christi auf Erden. Aber er wird nicht ständig von neuem gebildet! Daher lesen wir auch später nichts mehr von einer erneuten Taufe mit Heiligem Geist! Jeder Mensch, der jetzt durch den Glauben an den Herrn Jesus errettet wird, empfängt den Heiligen Geist als Siegel, Unterpfand und Salbung (Eph 1,13–14; 2. Kor 1,21–22). Dadurch wird er ein Glied Christi (1. Kor 6,15.19) und dem bereits auf Erden bestehenden Leib Christi hinzugefügt.

Spätere Erwähnungen der Taufe mit Heiligem Geist

Bis Apostelgeschichte 1 war die Taufe mit Heiligem Geist immer als etwas Zukünftiges betrachtet worden. Nach dem in Apostelgeschichte 2 beschriebenen Pfingstereignis wird sie nur noch zweimal erwähnt, nämlich in Kapitel 11,16 und 1. Korinther 12,13. In diesen beiden Fällen wird sie jedoch im Rückblick gesehen.

In Apostelgeschichte 10 und 11 wird uns berichtet, wie das Evangelium einem Nicht-Juden, dem römischen Offizier Kornelius in Cäsarea verkündigt wird. Die Jünger des Herrn hatten sich – außer in Samaria (Apg 8) – hauptsächlich in Judäa als Zeugen betätigt. Es bedurfte einer göttlichen Offenbarung, damit Petrus den Auftrag erfüllte, auch einem Heiden das Evangelium zu predigen. Als er dann nach Cäsarea kam, verkündigte er dann freimütig diesen Menschen heidnischer Herkunft die frohe Botschaft.

Während er noch redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. Es geschah also dasselbe wie bei den ersten Christen in Jerusalem, die ja Juden gewesen waren (Apg 10,44; 11,15). Dabei dachte Petrus an das Wort des Herrn, wie Er sagte: „Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geist getauft werden“ (Apg 11,16).

In 1. Korinther 12,13 lesen wir zum letzten Mal im Neuen Testament von der Taufe mit Heiligem Geist: „Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“ In diesem Kapitel ist das Thema der eine Leib Christi auf Erden, der aus allen Gläubigen der jetzigen Zeit besteht, die den Heiligen Geist empfangen haben, aber auch die Vielfalt der Glieder und ihre Aufgaben. Der eine Geist wirkt in den verschiedenen Gnadengaben (Vers 4), und Er ist auch das einigende Band, das den Leib zu dem macht, was er ist. Hier geht es nicht um die persönlichen Glaubenserfahrungen der einzelnen Glieder, sondern um die große und wichtige Tatsache, dass in allen diesen Gliedern ein Geist, der Heilige Geist, lebt und sie miteinander vereint. Auch hier sehen wir wieder beide Seiten des Wohnens des Heiligen Geistes auf Erden. In dem Wort: „und sind alle mit einem Geist getränkt“ kommt die Seite des einzelnen zum Ausdruck. In den Worten: „in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft“ wird das Wohnen des Heiligen Geistes in der Versammlung als Ganzes betrachtet.

In Vers 12 wird der menschliche Leib als ein Abbild des Leibes Christi und seines Hauptes betrachtet. Viele Glieder bilden zusammen den einen Leib. In Vers 13 wird dann erklärt, wie diese Einheit zustande gekommen ist: durch die Taufe in einem Geist.

Das ist eine Bezugnahme auf die einmalige Tatsache, die am Pfingsttag in der Apostelgeschichte 2 geschah.

Zusammenfassung

Fassen wir abschließend das im Neuen Testament bezüglich der Taufe mit Heiligem Geist Gesagte noch einmal zusammen:

  1. Wenn von der Taufe mit Heiligem Geist gesprochen wird, ist damit immer das Kommen des Geistes Gottes am Pfingsttag gemeint. Damals nahm Er Wohnung in den versammelten Gläubigen und machte sie dadurch zu dem Leib Christi, der Versammlung Gottes. Das ist eine einmalige Tatsache, die nicht wiederholt wird.
  2. Heute empfängt jeder, der das Evangelium des Heils glaubt, den Heiligen Geist als Siegel und Unterpfand. Er wird zum Leib Christi hinzugefügt, aber diese Tatsache wird im Neuen Testament nie Taufe mit Heiligem Geist oder „Geistestaufe“ genannt. Wohl spricht Gottes Wort von Erfülltsein mit Heiligem Geist (siehe dazu Kapitel 6, S. 69ff.).

Gibt es eine „Feuertaufe“ für Gläubige?

Wir haben bereits gesehen, dass die in Matthäus 3,11 und Lukas 3,16 erwähnte Taufe mit Feuer in keinem Zusammenhang mit der Taufe mit Heiligem Geist steht. Die Taufe mit Feuer bezieht sich auf das Gericht und die ewige Verdammnis der Ungläubigen. Was ist nun aber die Bedeutung der in Apostelgeschichte 2,3 erwähnten „zerteilten Zungen wie von Feuer“, die sich bei der Ausgießung des Heiligen Geistes am Pfingsttag auf jeden einzelnen der Jünger setzten? Obwohl wir hierzu bereits etwas gesagt haben, wollen wir diesen Ausdruck noch einmal etwas näher betrachten, um verschiedenen Missdeutungen zu begegnen. Vielfach wird die Ansicht geäußert, als sei dies die Erfüllung der Ankündigung des Johannes: „Er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen“ (Mt 3,11; Lk 3,16).

Dies ist jedoch aus verschiedenen, zum Teil schon erwähnten Gründen nicht richtig.

  1. Johannes der Täufer spricht in seiner Bußpredigt deutlich von zwei ganz verschiedenen Dingen, nämlich einerseits von Frucht für Gott (Mt 3,8.10.12), die zur ewigen Errettung und Herrlichkeit führt, andererseits vom Feuer des Gerichts (Verse 7.10.12). Für die erste Gruppe gilt die Taufe mit Heiligem Geist, für die zweite die Taufe mit Feuer.
  2. Bei Seiner letzten Ankündigung des Kommens des Heiligen Geistes spricht der Herr zu Seinen elf Jüngern, die ja alle gläubig waren (vergleiche Joh 15,3), nur von der Taufe mit Heiligem Geist. Ebenso ist es in Apostelgeschichte 11,16 und 1. Korinther 12,13. Das steht im vollen Einklang mit dem unter a) Gesagten: Die Gläubigen erhielten am Pfingsttag nur die Taufe mit Heiligem Geist.
  3. In Apostelgeschichte 2,3 ist nicht von Feuerzungen, sondern von „zerteilten Zungen wie von Feuer“ die Rede. Hier wird nicht die Tatsache betont, dass Feuer herabkam, sondern dass es zerteilte Zungen waren, die sich auf jeden einzelnen von ihnen setzten. Das Wort Zunge weist schon auf das Sprechen hin. In Vers 4 wird dann auch von „anderen Sprachen“ gesprochen. Zunge und Sprache ist im Griechischen dasselbe Wort (glossa). Die Macht des Heiligen Geistes erwies sich in der Überwindung der Folgen der Sprachenverwirrung von Babel (1. Mo 11). Dass es „zerteilte Zungen“ waren, ist ein Hinweis darauf, dass das Evangelium nicht auf das Volk der Juden beschränkt blieb, sondern sich an alle Nationen richtete.
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