Der erste Brief an die Korinther

Kapitel 2

Der erste Brief an die Korinther

Im ersten Kapitel hat der Apostel gezeigt, dass der gekreuzigte Christus, das Wort vom Kreuz und die Berufung Gottes das Fleisch völlig ausschließen und dem Menschen keinen Raum lassen, sich seiner selbst zu rühmen. In diesem Kapitel wendet nun der Apostel die Belehrungen von Kapitel 1 auf sich selbst an und darauf, wie er das Zeugnis Gottes verkündigte. In praktischer Übereinstimmung mit seinen eigenen Belehrungen gestattete er seinem Fleisch nicht, sich entfalten zu können, um dem Kreuz treu zu bleiben und für das Werk des Geistes kein Hindernis darzustellen. In den ersten fünf Versen berichtet er uns, wie er das Evangelium den Sündern verkündigt hatte. Der weitere Verlauf des Kapitels zeigt uns, wie er die tiefen Wahrheiten Gottes den Heiligen übermittelt hatte. In beiden Fällen geschah das in der Kraft des Geistes. Dies führt den Apostel dazu, den Heiligen Geist vorzustellen, der durch Seinen gnädigen Dienst das Fleisch völlig ausschließt und uns in dem 'Sinn Christi' unterweist.

Verse 1+2

„Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht, um euch das Zeugnis Gottes nach Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit zu verkündigen. Denn ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.“

Als Paulus nach Korinth gekommen war, hatte er sich nicht durch den Versuch, Vortrefflichkeit der Rede oder Entfaltung menschlicher Weisheit zu gebrauchen, an den natürlichen Menschen gewendet. Er war gekommen, um ihnen das Zeugnis Gottes zu verkündigen - Jesus Christus, und Ihn als gekreuzigt. Der große Gegenstand seiner Verkündigung war eine Person, Jesus Christus; doch diese Person hatte am Kreuz gehangen, dem niedrigsten und untersten Platz, an dem ein Mensch gefunden werden kann. Paulus erzählt diesen intellektuellen Korinthern, dass Christus an das Kreuz gehen musste, wenn Sünder gerettet werden sollten. Um solchen, die an Ihn glauben, Seine Stellung vor Gott zu erwerben, musste Er ihre Stellung vor Gott einnehmen. Das Kreuz stellt den Platz vor, der für Sünder angemessen ist. Von einem Kreuz ist nichts Würdevolles oder Heldenhaftes oder Vornehmes zu erwarten. Es ist der Platz der Schmach und der Schande, der Platz des Gerichtes und des Todes. Dem Menschen zu erzählen, dass dies sein eigentlicher Platz vor Gott ist, macht all seine Weisheit und Größe und Vornehmheit zunichte. Wie weise, wie reich oder von welch hoher Abstammung ein Mensch auch immer sein mag, das Kreuz zeigt ihm, dass er trotz all dieser Dinge, die er vor seinen Mitmenschen auch besitzen mag, in den Augen Gottes ein schuldiger Sünder ist, der unter dem Urteil des Todes steht. Das Wort vom Kreuz macht also den ganzen Stolz des Menschen zunichte.

Vers 3

„Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und in vielem Zittern.“

Darüber hinaus war auch der Bote selbst unter ihnen in einem Zustand, der für den Stolz des Menschen zur Beschämung war. Paulus war nicht als selbstsicherer Redner zu ihnen gekommen. In dem Bewusstsein der großen Bedürfnisse der Empfänger seiner Botschaft, aber auch in dem Bewusstsein seiner eigenen Schwachheit und des Ernstes seiner Botschaft war er in Furcht und vielem Zittern bei ihnen gewesen.

Verse 4+5

„Und meine Rede und meine Predigt war nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht beruhe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.“

In der Art seiner Verkündigung hatte er überdies jede fleischliche Vorgehensweise verworfen, um dem Wirken Gottes Raum zu lassen. Er hatte nicht danach getrachtet, seine Zuhörer durch die Darstellung seiner eigenen Weisheit oder natürlichen Fähigkeiten zu gewinnen. Er hatte das Zeugnis Gottes nicht in wohlgesetzten Worten vorgestellt, denn das hätte sich an ihre verwöhnten Ohren gerichtet und die Aufmerksamkeit auf seine Person gelenkt.

In dem Gegenstand der Verkündigung, in dem Zustand des Verkündigers und in der Art der Verkündigung hatte der Apostel dem Fleisch keine Zugeständnisse gemacht und sich auch nicht an das Fleisch in seinen Zuhörern gewandt.

Diese vollständige Ablehnung, fleischliche Methoden zu wählen oder sich an das Fleisch zu wenden, lässt dem Geist Raum dafür, in großer Kraft wirken zu können. Wenn unter einer solchen Verkündigung Glauben da ist, wenn jemand so etwas, das zur Beschämung des Menschen ist und das das Ende des Menschen im Gericht zeigt, glaubt, dann ist es offenkundig nicht Menschenweisheit, die zum Glauben führt, sondern die Kraft des Geistes Gottes, die in einem solchen wirksam ist. Bei einer solchen Verkündigung ist es dem Geist Gottes möglich, Sündern ihre große Not vorzustellen und in ungehinderter Kraft zu wirken, um sie zum Glauben zu führen.  Dieser Glaube beruht dann nicht auf Menschenweisheit sondern auf Gottes Kraft. Es ist nicht nur eine Frage der Wahrheit, der sie nun glauben, sondern der Art und Weise, wie sie dies empfangen haben. Die Korinther hatten es nicht von einem Menschen - obwohl dieser Mensch sogar ein Apostel war - empfangen, sondern von Gott.

Vers 6

„Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, nicht aber Weisheit dieses Zeitlaufs noch der Fürsten dieses Zeitlaufs, die zunichte gemacht werden.“

Mit diesem Vers beginnt der Apostel, von seiner Haltung zu sprechen, die er solchen gegenüber hatte, die Gegenstände der Kraft Gottes waren und folglich das Evangelium angenommen hatten. Er bezeichnet sie als 'Vollkommene'. Mit diesem Ausdruck meint er nicht einen Zustand, den manche als sündlose Vollkommenheit bezeichnet haben; auch meint er nicht, dass diese 'Vollkommenen' schon in das Bild Christi umgestaltet wären, denn dies wird erst in der Herrlichkeit so sein. Der Ausdruck 'Vollkommene' bedeutet, dass solche ihre neue Stellung vor Gott, die den Gläubigen in Christo geschenkt worden ist, anerkannt haben und somit 'Erwachsene' geworden sind. Dieser Ausdruck bezeichnet nicht einfach einen Gläubigen im Gegensatz zu einem Sünder, sondern er wird vielmehr gebraucht, um einen erwachsenen Gläubigen im Gegensatz zu solchen Gläubigen zu beschreiben, von denen der Apostel als von 'Unmündigen' spricht (Kap 3,1).

Vers 7

„Sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Zeitaltern zu unserer Herrlichkeit zuvor bestimmt hat.“

Unter solchen Vollkommenen konnte Paulus tatsächlich Weisheit reden. Er fährt dann damit fort, uns einige ganz bestimmte Belehrungen dieser Weisheit zu geben, damit wir sie nicht mit der Weisheit der Menschen verwechseln.

Als erstes sagt er uns, dass es sich nicht um die Weisheit dieses Zeitlaufs handelt, und auch nicht um die Weisheit der wenigen verstandesmäßigen Größen, die die Gedanken der Welt formen und ausrichten. Diese intellektuellen Größen werden - im Gegensatz zu den Gläubigen, die in Gemeinschaft mit dem Herrn der Herrlichkeit zur Herrlichkeit gelangen werden - trotz all ihrer Weisheit zunichte werden. Solche, die in der Herrlichkeit dieser Welt glänzen, werden zunichte werden, während solche, die in dieser Welt nichts gelten, zur Herrlichkeit gelangen werden.

Zweitens handelt es sich bei dieser Weisheit um Gottes Weisheit. Wenn es die Weisheit von Menschen wäre, dann könnte man sie sich in den Schulen der Menschen aneignen. Da es aber Gottes Weisheit ist, steht sie außerhalb der Lehrpläne dieser Schulen und geht über das Begreifen des menschlichen Verstandes hinaus.

Drittens ist es Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene. Diese Worte bedeuten keinesfalls, dass diese Weisheit dunkel oder geheimnisvoll ist, sondern dass es sich um eine Weisheit handelt, die mit dem Geist und Verstand des Menschen nicht ergründet oder erfasst werden kann. Zudem war diese Weisheit durch die Zeitalter hindurch verborgen und ist deshalb auch in den alttestamentlichen Schriften nicht zu finden.

Viertens ist diese Weisheit, die die Zeitalter hindurch verborgen gewesen ist, schon vor den Zeitaltern zuvor bestimmt zu unserer Herrlichkeit in den zukünftigen Zeitaltern. Diese Weisheit umfasst den verborgenen Ratschluss Gottes, den Er sich vor den Zeitaltern hinsichtlich der Herrlichkeit für Sein Volk vorgesetzt hat. Wir hätten vielleicht gedacht, der Apostel würde von der Herrlichkeit für Gott und für Christus gesprochen haben; und wir wissen in der Tat, dass es zur Herrlichkeit Christi sein wird. Hier jedoch weist uns der Apostel nachdrücklich auf die Tatsache hin, dass unsere Berufung zwar deutlich macht, dass die Gläubigen die Schwachen und die Verachteten dieser Welt sind, trotzdem aber gerade diese Gläubigen zur Herrlichkeit zuvor bestimmt sind. In dieser Welt mögen wir nicht mächtig oder weise oder edel sein - aber wir sind zur Herrlichkeit berufen.

Vers 8

„Die keiner der Fürsten dieses Zeitlaufs erkannt hat (denn wenn sie sie erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben).“

Fünftens wissen die Fürsten dieses Zeitlaufs nichts von dieser Weisheit, die sich Gott vor den Zeitaltern vorgesetzt hat, und auch nichts von der Herrlichkeit, zu welcher wir in den zukünftigen Zeitaltern zuvor bestimmt sind. Sie haben ihre Unkenntnis dadurch unter Beweis gestellt, dass sie den Herrn der Herrlichkeit gekreuzigt haben. Sie hatten den Einen, der die Weisheit von Gott ist und durch den alle Ratschlüsse Gottes zur Ausführung gebracht worden sind, völlig verworfen. Gottes Weisheit in einem Geheimnis sagt den Gläubigen, dass sie zur Herrlichkeit zuvor bestimmt sind, und dass der Eine, der gekreuzigt worden ist, der 'Herr der Herrlichkeit' ist. Diese Herrlichkeit geht über die Herrlichkeit Christi als Messias, wenn Er in Verbindung mit Israel über die Erde herrschen wird, hinaus. Diese irdische Herrschaft Christi ist kein Geheimnis. Die Propheten des Alten Testaments sind voll von wunderbaren Voraussagen, die die Herrlichkeit jenes Königreiches betreffen. 'Der Herr der Herrlichkeit' jedoch spricht von einer weit umfassenderen Szene als diese Erde; es spricht von einer allumfassenden Herrschaft, die sich über jedes Geschöpf und Wesen erstrecken wird. Über alles dieses ist der Gekreuzigte zum Herrn gemacht worden.

Vers 9

„Sondern wie geschrieben steht: 'Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben'.“

Als sechstes liegt diese Szene der Herrlichkeit, zu welcher die Weisheit Gottes Sein Volk zuvor bestimmt hat, außerhalb der Einflussmöglichkeiten des natürlichen Menschen. Der Apostel führt daher den Propheten Jesaja an, um zu zeigen, dass Gott Geheimnisse hat, in die der Mensch als solcher nicht eindringen kann. Das Auge des Menschen kann mit Hilfe großartiger Instrumente weit in die Tiefen des Weltraums sehen und selbst auch die kleinsten und winzigsten Wunder in der Natur entdecken; sein Ohr kann dafür ausgebildet werden, wundervolle Kompositionen wohlklingender Melodien und Klänge wahrzunehmen; sein Herz ist zu den großartigsten Vorstellungen und Gefühlen fähig; aber es gibt Dinge, die hat Gott denen bereitet, die Ihn lieben. Diese Dinge hat der natürliche Mensch weder gesehen noch gehört, und sie übersteigen selbst den Bereich seiner kühnsten Vorstellungsmöglichkeiten.

Vers 10

„Uns aber hat Gott es offenbart durch seinen Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.“

Siebtens lässt die Tatsache, dass die Weisheit Gottes außerhalb des Wahrnehmungsvermögens des natürlichen Menschen liegt, nicht darauf schließen, dass die Dinge dieser Weisheit nun überhaupt nicht gesehen, gehört oder erkannt werden könnten. Der Apostel sagt nämlich sofort, dass Gott sie offenbart hat. Das, was Gott bereitet hat, hat Er auch offenbart. Aber wenn Er Dinge offenbart hat, dann doch nur 'durch Seinen Geist'. Allein der Geist Gottes ist fähig, diese Dinge zu offenbaren, denn nichts übersteigt das Maß der göttlichen Erkenntnis und Kraft, die der Geist besitzt. „Er erforscht alles, auch die Tiefen Gottes“. Wir mögen versuchen, unser Zukurzkommen hinsichtlich unserer geistlichen Energie damit zu entschuldigen, dass diese Dinge für uns zu tief sind; doch lasst uns daran denken, dass sie für den Geist Gottes nicht zu tief sind, „denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes“.

Vers 11

„Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes.“

Was in dem Sinn des Menschen ist, weiß niemand außer dem Geist des Menschen, der diese Gedanken hat. Niemand außer meinem eigenen Geist kennt die unausgesprochenen Überlegungen meines Herzens, so kennt auch niemand die unausgesprochenen Gedanken und Ratschlüsse Gottes mit Ausnahme des Geistes Gottes.

Vers 12

„Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, um die Dinge zu kennen, die uns von Gott geschenkt sind.“

Der Apostel und mit ihm auch andere Gefäße der Offenbarung der Gedanken Gottes empfingen den Geist, der aus Gott ist, damit sie die Dinge kennten, die uns von Gott geschenkt sind. In der grundsätzlichen Bedeutung bezieht sich die Wahrheit der Verse 10 bis 12 nur auf die Apostel; der große Gegenstand ist Offenbarung.

Vers 13

„Die wir auch verkündigen, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, mitteilend geistliche Dinge durch geistliche Mittel.“

Überdies sind diese Dinge, die den Aposteln durch die Offenbarung des Geistes bekannt gemacht wurden, uns durch die Inspiration des Geistes weitergegeben worden. Der Apostel ist bei der Mitteilung dieser Dinge äußerst sorgfältig, um jeden denkbaren Irrtum von Menschen dabei auszuschließen. Er sagt, dass diese Dinge nicht mitgeteilt wurden 'in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist'. Dies ist der apostolische Anspruch für die wörtliche Inspiration. Jedes benutzte Wort ist durch den Heiligen Geist inspiriert. Geistliche Dinge werden durch geistliche Mittel mitgeteilt. Die dabei benutzten Werkzeuge wurden nicht unfehlbar gemacht, sondern bei der Inspiration vollkommen geleitet. Das ist Inspiration.

Verse 14+15

„Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird; der geistliche aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemand beurteilt.“

Wir haben also gelernt, dass Gottes Weisheit durch Offenbarung kundgemacht und anderen durch Inspiration weitergegeben worden ist. Jetzt lernen wir, dass auch das Aufnehmen der Wahrheit durch den Geist Gottes geschieht. Der natürliche Mensch kann die göttlichen Dinge nicht empfangen, sie sind ihm eine Torheit. Diese Dinge werden einzig und allein geistlich beurteilt. Wer hingegen geistlich ist, beurteilt alles.

Wir tun gut daran, uns immer vor Augen zu halten, dass hier nicht jemand gemeint ist, der 'nur' einfach den Geist besitzt, sondern der auch geistlich ist - ein solcher unterscheidet alles. Selbstverständlich muss jemand den Geist besitzen, um geistlich zu sein; aber geistlich sein bedeutet einen Zustand, in dem man ganz praktisch unter der Kontrolle und Leitung des Geistes ist. Solche Menschen beurteilen alles, doch sie selbst werden von niemandem beurteilt. Der geistliche Mensch kann die Beweggründe beurteilen, die diese Welt beherrschen, wohingegen die Welt die Motive und Grundsätze, die den geistlichen Menschen leiten, nicht beurteilen kann.

In Vers 14 spricht der Apostel von dem natürlichen Menschen, in Vers 15 von dem geistlichen Menschen, und in Kapitel 3 von dem fleischernen oder fleischlichen Menschen. Der natürliche Mensch ist der unbekehrte Mensch, der den Geist nicht besitzt; der geistliche Mensch ist ein Gläubiger, der in dem Geist wandelt; der fleischerne Mensch ist ein Gläubiger, der den Geist besitzt, aber wie ein natürlicher Mensch wandelt.

Vers 16

„Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, der ihn unterweise? Wir aber haben Christi Sinn.“

In Vers 15 hat uns der Apostel belehrt, dass der Geistliche alle Dinge beurteilt. Es ist nun nicht so, dass solche von Natur aus den Sinn des Herrn erkennen oder Ihn unterweisen könnten; aber der Herr hat den Gläubigen Seinen Geist gegeben und unterweist sie. Daher können solche auch sagen: „Wir aber haben Christi Sinn“.

Wenn das erste Kapitel das Fleisch in seinem Stolz auf Herkunft und Macht und Stellung völlig ausgeschlossen hat, so dass derjenige, der sich rühmen will, sich des Herrn rühmen muss, so wird durch dieses zweite Kapitel der Verstand und Sinn des Menschen völlig ausgeschlossen und der Gläubige durch den Geist in das Vorrecht des Besitzes des Sinnes Christi eingeführt.

Der große Gegenstand dieses Kapitels ist der Geist. Wenn Paulus sündigen Menschen das Zeugnis Gottes brachte, dann geschah das in Erweisung des Geistes und der Kraft (Vers 4). Wenn Gott zuvor große Segnungen für die, die Ihn lieben, bereitet hat, dann wurden diese Segnungen den Aposteln durch den Geist offenbart (Vers 10). Diese durch den Geist offenbarten Dinge sind dem Geist selbst auch vollkommen bekannt (Verse 10+11). Die den Aposteln offenbarten und bekannt gemachten Dinge wurden von ihnen durch den Geist anderen weiter übermittelt (Vers 13). Diese von den Aposteln mitgeteilten Dinge werden durch den Geist angenommen (Vers 14); und das Ergebnis von allem ist, dass diese Gläubigen durch den Geist in dem Sinn Christi unterwiesen werden (Vers 16).

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