Im Paradies

Vorwort

Adam und Eva wurden einst aus dem Paradies vertrieben, in das sie auf der Erde gesetzt worden waren. Ein Engel mit einem flammenden Schwert versperrte für immer den Zugang zum Garten; eine Rückkehr war für den Menschen, der in Sünde gefallen war, nicht mehr möglich. Dennoch hat Gott etwas Besseres dafür gegeben, denn der Gehorsam Christi hat weitreichendere Folgen als der Ungehorsam Adams. Das vollbrachte Werk Christi auf dem Kreuz von Golgatha öffnet den Zugang zu einem anderen, einem neuen, einem himmlischen Paradies: dem Paradies Gottes im Himmel! Im Neuen Testament ist lediglich dreimal von diesem Ort des Glückes die Rede. Es sind allerdings sehr wichtige Dinge, die uns darüber mitgeteilt werden. Der unergründliche Reichtum der Person und des Werkes Christi wird dadurch deutlich beleuchtet:

  1. Erstens sind die gestorbenen Gläubigen dort in der unmittelbaren Gegenwart ihres Herrn und Heilandes. Sie sind mit Christus im Paradies, wie Er das bereits dem Übeltäter verhieß, der an Ihn glaubte: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23,43). Deshalb sagt der Apostel Paulus, dass er danach verlangt, „abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser“ (Phil 1,23). Christus ist dort der große Mittelpunkt derer, die Ihm angehören; Er ist es, der alles in allem erfüllt (Eph 1,23).
  2. Zweitens sind die, die in Christus entschlafen sind, dort auch im dritten Himmel, das ist der Himmel der Himmel, der Wohnort Gottes (2. Kor 12,2-5). Sie befinden sich in der unmittelbaren Gegenwart Gottes und hören unaussprechliche himmlische Worte, die ein Mensch auf der Erde nicht über die Lippen bringen darf. Paulus spricht hier etwas geheimnisvoll von sich selbst als von einem „Menschen in Christus“, doch das ist nicht ohne Grund. Christus ist dort, aber es ist im Grundsatz auch der Platz all derer, die mit Ihm als dem letzten Adam vereinigt sind.
  3. Drittens ist dieses himmlische Paradies nach Offenbarung 2,7 das Paradies „Gottes“. Es kann nicht wie das irdische Paradies vom Menschen zugrunde gerichtet werden. Es trägt den Stempel der göttlichen Vollkommenheit und der Abwesenheit der Sünde und des Todes. Hier fehlt daher auch der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, dem wir ein anklagendes Gewissen verdanken. Es ist nur noch vom Baum des Lebens die Rede, der zweifellos ein Bild von Christus als dem Ursprung und Erhalter des neuen Lebens, des neuen Menschen, der neuen Schöpfung ist.

Deshalb dürfen wir in Nachahmung des großen Apostels der Nationen den unergründlichen Reichtum des Christus verkündigen und die mannigfaltige Weisheit Gottes, des Schöpfers aller Dinge, bekannt machen (Eph 3,8-10). Er hat das Paradies wieder für uns aufgeschlossen und den Zugang zu Christus als dem wahren „Baum des Lebens“ geöffnet. Gouda, im Frühjahr 2003.

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