Auslegung über die Briefe an die Thessalonicher

Einleitung zum 2. Brief

Auslegung über die Briefe an die Thessalonicher

Die beiden Briefe an die Versammlung in Thessalonich wurden geschrieben, um falschen Lehren bezüglich der christlichen Hoffnung, dem Kommen des Herrn, zu begegnen. Die Schrift stellt diese große Wahrheit unter zwei Aspekten dar. Erstens gibt es das Kommen des Herrn für seine Heiligen, um sie aus dieser Welt zu holen, damit sie mit Ihm in der Herrlichkeit seien. Zweitens gibt es das Kommen mit den Heiligen, um sie wieder in die Welt zu bringen, damit sie mit Ihm regieren.

Der erste Thessalonicherbrief stellt das Kommen des Herrn vor, um seine Heiligen aus der Welt herauszunehmen und korrigiert den Irrtum bezüglich der entschlafenen Heiligen, der unter ihnen aufgekommen war. Der zweite Brief stellt das Kommen Christi mit seinen Heiligen vor, und korrigiert den Irrtum, der hinsichtlich der noch lebenden Heiligen gelehrt wurde. Die Versammlung in Thessalonich war gut damit vertraut, dass das Kommen des Herrn mit seinen Heiligen den Tag des Menschen beenden und den Tag des Herrn einführen würde.

Bereits in seinem ersten Brief hatte der Apostel auf den „Tag des Herrn“ hingewiesen (1. Thes 5,2). Mit dieser Wahrheit waren sie gut vertraut. Und wieder greift er dieses große Thema im zweiten Brief auf (2. Thes 2,2).

Diese Gläubigen wussten, dass die Propheten von diesem Tag als dem „großen und furchtbaren Tag des HERRN“ gesprochen hatten (Mal 3,23), „ein Tag des Grimmes, ein Tag der Drangsal, ein Tag der Verwüstung und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels“ (Zeph 1,14.15). So herrlich und segensreich die Regierungszeit Christi sein wird, so wird der Tag des Herrn mit überaus großen Gerichten über die ganze Welt zur Königsherrschaft führen.

Die Gläubigen in Thessalonich gingen durch Verfolgungen und Drangsale. Es hat den Anschein, als ob der Feind die Gelegenheit nutzte, dadurch den schrecklichen Gedanken in ihnen hochkommen zu lassen, dass der Tag des Herrn schon da sei und dass die Gläubigen die Schrecken dieses Tages durchleben müssten, bevor der Herr sie zu sich holen würde. Der Apostel schreibt diesen Brief, um diesen Irrtum zu korrigieren, nicht nur in Bezug auf die Versammlung in Thessalonich, sondern für das ganze Volk Gottes, das immer noch glauben könnte, dass die Versammlung vor der Wiederkunft des Herrn für die Seinen durch die große Drangsalszeit gehen müsse. Wenn der Geist Gottes Irrtümer berichtigt, dann offenbart Er auch immer ernste und kostbare Wahrheiten, die der Warnung, Tröstung und Befestigung der Gläubigen dienen.

Der Inhalt des Briefes kann wie folgt zusammengefasst werden:

  1. Der Apostel tröstet inmitten der Verfolgung die Gläubigen und stärkt sie durch Unterweisung in der Wahrheit, damit sie nicht durch falsche Lehre betrogen werden (2. Thes 1).
  2. Nachdem er sie in der Wahrheit belehrt hat, stellt er die Irrtümer bloß und prophezeit den Abfall der Christenheit und das Offenbarwerden des Menschen der Sünde (2. Thes 2,1–12).
  3. Er tröstet die Gläubigen, indem er sie an das erinnert, was jetzt schon ihr Teil ist und was ihr zukünftiges Teil sein wird, im Gegensatz zu dem schlimmen Untergang der Christenheit (2. Thes 2,13–17).
  4. Schließlich unterweist er uns in Bezug auf den praktischen Wandel, der im Einklang mit der Wiederkunft Christi steht (2. Thes 3).
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