Betrachtung über das erste Buch Mose (Synopsis)

Kapitel 3

Betrachtung über das erste Buch Mose (Synopsis)

Der Fall des Menschen: Ungehorsam und Versagen

In Kapitel 3 finden wir das, was sich leider immer ereignet hat und was sich sofort ereignete, nachdem Gott alles in den Händen des verantwortlichen Menschen aufgerichtet hatte, nämlich - Ungehorsam und Versagen. So war es bei Adam, so bei Noah, so in Israel mit dem goldenen Kalb, so im Priestertum mit dem fremden Feuer, so bei Salomo, dem Sohne Davids, und auch bei Nebukadnezar. Fürwahr, so ist es in der Kirche (1.Joh 2, 18. 19 und Buch Judas). Das war immer das erste, wenn das, was aufgerichtet war, dem Menschen anvertraut wurde. Alles wurde in Christo, dem Menschen des Vorsatzes Gottes, wiederaufgerichtet. Die Hinterlist des verborgenen Feindes unserer Seelen ist jetzt am Werk. Die erste Wirkung ist das Misstrauen gegen Gott, das er einem einflößt, dann kommen Gelüste und Ungehorsam, völlige Verunehrung Gottes, ob betreffs Seiner Wahrheit oder Seiner Liebe, die Macht der natürlichen Zuneigungen über den Menschen, das Bewusstsein, nackt und kraftlos zu sein, die Bemühung, dies vor sich selbst zu verbergen 1; die Angst vor Gott - der Versuch, sich vor Ihm zu verstecken, Selbstrechtfertigung, die versucht, das, worin man schuldig geworden ist, auf einen anderen, sogar auf Gott zu schieben. Nach diesem haben wir nicht die Segnung oder die Wiederherstellung des Menschen, oder daß ihm Verheißungen gegeben werden, sondern es wird das Gericht über die Schlange verkündigt, und dabei wird dem zweiten Adam die Verheißung gegeben - dem siegreichen Menschen, der aber in Gnade an dem Orte der Schwachheit und des Falles Seine Geburtsstätte hatte. Es ist der Same des Weibes, der den Kopf der Schlange zermalmt.

Der Mensch vertraut Satan mehr als Gott

Man beachte auch, wie völlig der Fall und die Trennung von Gott waren. Gott hatte völlig gesegnet; Satan deutet an, daß Gott aus Neid die beste Gabe vorenthält, auf daß der Mensch Ihm nicht gleich sei. Der Mensch vertraut darauf, daß Satan eher gütig sei als Gott, den er gemäß der Lüge Satans beurteilt. Er glaubt Satan anstatt Gott, als er ihm sagt, daß er nicht sterben würde, wie Gott es gesagt hatte, und er verwirft Gott, der ihn gesegnet hatte, um seine Gelüste zu befriedigen. Indem er Gott nicht traut, gebraucht er seinen Eigenwillen, um sein Glück in einer sicheren Weise zu suchen, wie es die Menschen auch jetzt tun.

Gegensätze des ersten und zweiten Adams

In Philipper 2 sehen wir, wie völlig der Herr Jesus Gott in allen diesen Punkten verherrlichte, indem Er genau im Gegensatz zu Adam handelte. Wir können auch bemerken, daß Adam Gott gleich sein wollte, um sich selbst zu erhöhen, und das war ein Raub, während Christus, als Er in der göttlichen Herrlichkeit war, Sich Selbst entäußerte, um dem Menschen gleich zu sein, und gehorsam ward - nicht ungehorsam - bis zum Tode. Bemerkt sei auch, wie das Verbergen der Sünde von selbst verschwindet, sobald Gott eingreift. Adam, der ja seine Nacktheit bedeckt hatte, redet von ihr, wenn Gott da ist, als ob er nichts getan hätte, um sie zu bedecken. So ist es auch mit allen unseren Bemühungen, etwas zu finden, um unsere Sünde zu verstecken, oder um unsere Gerechtigkeit auszumachen. So flieht der Mensch vor Gott, bevor Er ihn in Gerechtigkeit von Seinem Angesicht hinweg und aus Seinem Segen vertreibt. In einem Zustand des Ungehorsams bewirkt die Erkenntnis des Guten und Bösen Furcht vor Gott, und ein göttliches Werk und Gerechtigkeit sind erforderlich, um ihn zu bedecken. Man beachte weiter, was sehr wichtig ist - Adam hatte keine Verheißung. Dem ersten Adam wird keine Verheißung gegeben; für den ersten Menschen gibt es keine Wiederherstellung, keinen Weg zurück zum Baum des Lebens; alles liegt in dem Zweiten, im Samen des Weibes. In dem Urteil über Satan werden Er und Sein Sieg verheißen.

Tod, Leben durch ein vollbrachtes Werk

Darauf folgt das gegenwärtige Ergebnis in bezug auf die Regierung Gottes: es ist das über Adam und sein Weib ausgesprochene zeitweilige Urteil, bis der Tod, unter dessen Gewalt er gefallen war, ihn ergriff. Es war aber auch ein Zeichen tieferer Erbarmung da. Obwohl der Tod hereingebrochen war, wurde Leben als noch bestehend anerkannt: Eva ist die Mutter aller Lebendigen; dieser Glaube scheint echt, aber dunkel zu sein, jedenfalls ist er unser. Es gibt aber noch mehr. Bevor sie vertrieben und von jeder Rückkehr zum Baum des Lebens der Natur nach ausgeschlossen werden, kleidet sie Gott mit einer Bekleidung, die ihre Nacktheit bedeckt, mit einer Bekleidung, deren Ursprung in dem eingetretenen Tode (dem Tode eines anderen) lag, die aber die Wirkung der Sünde, die ihn eingeführt hatte, verbarg. Der Mensch war nicht mehr nackt. Obwohl er also der Natur nach aus Gottes Gegenwart vertrieben war, ist das Haupt der Schlange noch nicht zermalmt, obwohl es sicher ist, daß dies vollbracht werden wird, der Fürst dieser Welt ist gerichtet worden (obwohl er noch da ist), und wir wissen dies durch den vom Himmel gekommenen Heiligen Geist, seitdem Christus, den die von Satan angeführte Welt umbrachte, Sich zur Rechten Gottes gesetzt hat; wenn das aber noch nicht vollendet ist, so stehen wir doch vor Gott mit der Kleidung bekleidet, welche Er uns angezogen hat - mit jenem besten Kleide. Jetzt ist es nicht mehr eine Verheißung oder ein Sinnbild, sondern ein vollbrachtes Werk - ein Werk Gottes, Gott hat unser Kleid bereitet; die Welt mag über solch einen Gedanken spotten, wir wissen aber, was er bedeutet. Er ist aber gerechterweise aus dem Garten vertrieben worden, ein Verbannter aus dem Paradiese und von Gottes Angesicht, und ist gehindert, am Baume des Lebens teilzuhaben, damit er hienieden nicht ein Leben in Unheil und Elend verewigen muß. Der Natur nach und als einem erschaffenen Wesen war dem Menschen der Weg zum Baume des Lebens fortan unerreichbar 2. Für den Menschen gibt es keine Rückkehr in Unschuld in das Paradies.

Fußnoten

  • 1 Er bedeckte seine Nacktheit wegen des menschlichen Schamgefühls mit Feigenblättern; als aber Gott kam, war er so nackt wie je. „Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, denn ich bin nackt, und ich versteckte mich.“ Die Feigenblätter waren die Bedeckung des Menschen. Gott kleidete sie in Felle, die durch den Tod erworben wurden.
  • 2 Ich glaube, daß die Cherubim immer gerichtliche Regierung und Macht darstellen.
Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht