Ährenlese im Neuen Testament (2. Thessalonicher)

Kapitel 1-3

Ährenlese im Neuen Testament (2. Thessalonicher)

2. Thessalonicher 1, 1–12

Die Verfolgungen, deren Opfer die Thessalonicher waren, bewirkten, dass ihr Glaube wuchs, ihre Liebe überströmte und ihr Ausharren offenbar wurde. Was fehlte ihnen noch, und warum hielt der Apostel es für nötig, diesen zweiten Brief an sie zu richten? Dieses Mal wird weder die Hoffnung noch die Freude des Heiligen Geistes erwähnt (Vergleiche 1. Thessalonicher 1, 3.6b). Paulus stellt ihnen die Wahrheiten vor Augen, die geeignet sind, diese Gefühle in ihren Herzen wieder lebendig zu machen. Ihre Leiden und der Triumph der Verfolger sollten nur eine begrenzte Zeit dauern. «Denn ein Gott der Vergeltung ist Jehova, er wird gewisslich erstatten» (Jeremia 51,56). Und diese Vergeltung, sowohl für die Treuen als auch für die Bösen, wird am Tag des Herrn stattfinden. Sie steht in Verbindung mit seiner Offenbarung in Herrlichkeit. Die gleiche Strafe: «ewiges Verderben», wird sowohl die Heiden erreichen, die eigenwillig in der Unkenntnis Gottes verharren, als auch die blossen christlichen Bekenner, die dem Evangelium nicht gehorchen (Vers 8). Dagegen werden die Heiligen, «alle, die geglaubt haben», in der Gegenwart des Herrn gesehen, als Teilhaber seiner bewundernswürdigen Herrlichkeit (Vers 10; Matthäus 13, 43). Aber es ist das Wohlgefallen Gottes und das Gebet des Apostels, dass der Name unseres Herrn Jesus Christus schon jetzt verherrlicht werde, und zwar in einem jeden von denen, die Ihm angehören.

2. Thessalonicher 2, 1–17

Eine schwerwiegende Frage beunruhigte die Thessalonieher. War der Tag des Herrn nicht bereits gekommen? Ihre Trübsale machten es glaubhaft für sie, und falsche Lehrer bestätigten es. Nein, antwortet der Apostel. Diesem Tag müssen drei Ereignisse vorausgehen: 1. Unser Versammelt werden zum Herrn hin. 2. Der Abfall der falschen Kirche und der Juden selbst. 3. Die Erscheinung des Antichristen, der «der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens» (V. 3) und «der Gesetzlose» (V. 8) genannt wird. Diese Namen unterstreichen den Gegensatz zu den Charakterzügen des Herrn Jesus: Gerechtigkeit, Heil, vollkommener Gehorsam gegen Gott.

In jener schrecklichen Zeitperiode sendet Gott den Menschen als Strafe eine wirksame Kraft des Irrwahns, um ihren Geist zu verfinstern, damit sie der Lüge glauben, weil sie der Wahrheit nicht geglaubt haben. «Schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam», fügt der Apostel hinzu (vergleiche 1. Johannes 2, 18). Nur setzt der Heilige Geist, «der, welcher jetzt zurückhält», der Entfaltung des Bösen in der Welt noch eine Schranke. Wenn Er mit der Versammlung die Erde verlassen haben wird, dann wird die Gesetzlosigkeit keine Hemmungen mehr kennen. Aber welch ein Unterschied zwischen dieser satanischen Macht (Verse 1–12) und dem Werk unseres Gottes und Vaters (Verse 13–17)! Er hat uns geliebt, uns zur Seligkeit erwählt und zur Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus berufen. Vergessen wir nicht, Ihm jetzt schon dafür zu danken (Vers 13; Kapitel 1, 3).

2. Thessalonicher 3, 1–18

Paulus empfiehlt sich der Gebete der Heiligen (Vers 1; 1. Thessalonicher 5, 25). Er selbst hörte nicht auf, für sie zu beten (Kapitel 1, 11). Er vertraute auf den treuen Herrn, der sie zu befestigen und vor dem Bösen zu bewahren vermochte. Er rechnete auch mit ihrem Gehorsam, der die einfache Erfüllung ihre täglichen Aufgaben mit einschloss. Einige Thessalonicher hatten aufgehört zu arbeiten. Sie dachten: Wenn der Herr doch kommt, wozu sollten sie dann noch ihre Felder bebauen und den Geschäften des gegenwärtigen Lebens nachgehen? Und als traurige Folge dieser Einstellung mischten sie sich in fremde Dinge (Vers 11; siehe 1. Timotheus 5, 13). Paulus widerspricht dieser Ansicht energisch. Nichts in seiner Belehrung konnte zum Vorwand für eine solche Unordnung genommen werden (Verse 6, 7, 11; vergleiche 1. Thessalonicher 4, 11). Im Gegenteil, er gab ihnen ein Beispiel, wie man durch die Arbeit seiner Hände niemandem zur Last fällt. Und das höchste Beispiel war «das Ausharren des Christus» (Vers 5); Er wartet darauf, sich seine Versammlung darzustellen.

Mit den Briefen an die Thessalonicher sind wir am Ende der Briefe angelangt, die Paulus an sieben verschiedene Versammlungen geschrieben hat. Die verschiedenen Aspekte des christlichen Lebens und der christlichen Lehre werden darin behandelt, von der Erlangung des Heils (im Römerbrief) bis zur zukünftigen Herrlichkeit. Alle diese Belehrungen sind für uns von grösstem Wert. Der Herr gebe uns, sie festzuhalten, um fest zu stehen (Kapitel 2, 15).

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