Der Christ im Spannungsfeld dieser Welt
1. Mose 38 im Licht unserer Zeit

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Der Christ im Spannungsfeld dieser Welt

Für jeden wiedergeborenen Christen tut sich im täglichen Leben ein ungeheures Spannungsfeld auf. Auf der einen Seite ein Leben zur Ehre seines Herrn. Auf der anderen Seite ein Leben unter dem Einfluss dieser Welt. Als der Herr Jesus auf der Erde lebte, hat er von den Gläubigen gesagt, dass sie in der Welt leben, aber nicht von der Welt sind (vgl. Joh 17,11.14 und 16). Der Herr Jesus war in der Welt. Er ist jetzt nicht mehr hier. Wir sind aber noch in der Welt. Trotzdem gehören wir nicht mehr zu der Welt. Wir gehören nicht mehr zu dem „System“ Welt, das von Sünde charakterisiert ist und von Satan, dem Fürst der Welt, beherrscht wird. Wir gehören zu einer neuen Welt. Wir suchen das, was droben ist (vgl. Kol 3,1). Das sagen wir, ohne zu vergessen, dass wir noch mit bei den Beinen auf der Erde stehen.

Der Teufel setzt alles daran, uns die Dinge dieser Welt so attraktiv wie möglich zu machen. In der Tat: Die Welt bietet vieles. Ob live, gedruckt oder virtuell. Das Fleisch (die alte, sündige Natur) fühlt sich von dieser Welt angezogen. Der Apostel Johannes schreibt sehr trefflich: „Alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt“ (1. Joh 2,16). Diese drei Dinge kennen wir gut:

  • Die Lust des Fleisches meldet sich bei jeder möglichen Gelegenheit und versucht, uns in den Griff zu bekommen.
  • Unsere Augen sind ein besonderes Tor, durch das Satan permanent versucht, uns zu verführen. Wir sehen – und wir begehren.
  • Egoismus ist die Maxime vieler Menschen. Die Gefahr ist für den Christen nicht zu unterschätzen.

Deshalb fordert uns Jakobus dazu auf, uns von der Welt unbefleckt zu erhalten (Jak 1,27). Die Welt verunreinigt uns. Genau das soll verhindert werden.

Die Bibel warnt uns durch viele Beispiele vor den Gefahren der Welt. Eines dieser Beispiele finden wir in 1. Mose 38. Zugegeben, es ist ein Kapitel, von dessen Existenz wir zwar wissen, um das wir aber vielleicht bisher einen Bogen gemacht haben. Es ist ein Kapitel mit Brisanz und Zündstoff. Ein Kapitel, das unter die Haut geht. Es ist eine traurige, gleichwohl hochaktuelle und lehrreiche Begebenheit. Es wäre fahrlässig, die Botschaft dieses Kapitels einfach zu überlesen oder zu ignorieren. Es ist eine aufrüttelnde Botschaft für uns. Für dich. Für mich. Das Neue Testament sagt uns, dass jede Schrift – 1. Mose 38 eingeschlossen – zu unserer Belehrung gegeben ist. Ziel ist, dass „der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt“ (2. Tim 3,17).

Dieses Kapitel skizziert uns die Geschichte Judas. Juda war ein Sohn des Patriarchen Jakob. Es ist eine Geschichte der Warnung. Eine Geschichte der Sünde. Trotzdem eine Geschichte, an deren Ende wir Licht sehen. Sie endet nicht im Chaos, sondern mit Gnade. Wo wir Menschen alles verderben und kaputt machen, findet Gott trotzdem einen Ausweg. Das macht uns Mut.

Wir wollen uns in insgesamt 15 Lektionen mit dieser bemerkenswerten Geschichte beschäftigen. Niemand erwarte eine konsequente Vers-für-Vers-Auslegung. Das ist nicht das Ziel dieses Buches. Es geht darum, was wir in der praktischen Anwendung dieses Kapitels für unser Leben lernen können. Deshalb wird es auch einige Exkurse geben.

Wer wird angesprochen?

  • In erster Linie junge Leute, die den Herrn Jesus als ihren Heiland angenommen haben. Die Erfahrung zeigt, dass ihr ganz besonders im Visier des Teufels seid. Ihr lebt in einer Zeit, in der es schwierig ist, als Christ gegen den Strom der allgemeinen Meinung und der gängigen Verhaltensweisen in dieser Welt zu schwimmen.
  • Zweitens möchte ich mich an Christen im mittleren Alter wenden und auch an solche, die älter und alt geworden sind. Denn kein Christ ist immun gegen das, was Satan uns auf silbernem Tablett zu servieren versucht. Gegen das, was auf den ersten Blick so schillernd und begehrenswert aussieht. Das Spannungsfeld „Welt“ betrifft uns alle.

Als Autor dieser Gedanken möchte ich mich in keinem Augenblick über meine Leser stellen. Der Verfasser ist natürlich ein Mensch, der genauso versucht wird wie der Leser. Es kann und muss unser gemeinsames Gebet sein, dass der Herr Jesus uns alle nah bei sich hält. Er allein kann uns davor bewahren, ein Opfer der Listen des Teufels zu werden.

Ein Hinweis noch zu den Beispielen, die in diesem Buch genannt werden: Sie sind nicht frei erfunden, sondern dem täglichen Leben entnommen. Mit Rücksicht auf die Betroffenen sind Namen und Begebenheiten jedoch so geändert worden, dass keine unmittelbaren Rückschlüsse auf Ereignisse und/oder Personen möglich sind.

Es ist mein Gebet, dass dieses Buch dem einen oder anderen Leser zur Hilfe und zum Segen ist. Damit das so sein kann, ist es zunächst erforderlich, das ganze Kapitel (1. Mose 38) aufmerksam durchzulesen. Nur so können wir wirklichen Nutzen davon haben.

Besonders bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner lieben Frau und meinen Eltern, die mir bei der Korrektur geholfen und wertvolle Hinweise gegeben haben.

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