Der Brief an Titus

Einleitung

Der Brief an Titus

Das große Thema des Titusbriefes ist die Aufrechterhaltung der Gottesfurcht (Frömmigkeit), die uns als Christen geziemt:

  • in unserem persönlichen Leben;
  • in unseren irdischen Beziehungen;
  • auch in unserer Einstellung zur uns umgebenden Welt.

Ordnung im persönlichen Leben

In diesem Brief entfaltet der Apostel nicht die Ordnung und das Verhalten, das uns kennzeichnen sollte, wenn wir als Versammlung zusammenkommen. Das finden wir im 1. Korintherbrief. Aber Paulus belehrt uns, wie wir uns in unserem persönlichen Leben verhalten sollen. Das ist zweifellos von größter Wichtigkeit. Denn es ist möglich, dass wir übermäßig sorgsam über unser äußeres Erscheinungsbild wachen, wenn wir den Zusammenkünften als Versammlung beiwohnen, aber sehr nachlässig mit unserem Verhalten umgehen im Familienkreis, in unseren geschäftlichen Beziehungen und vor der Welt.

Sorglosigkeit im persönlichen Leben führt zu Heuchelei, die ein allgemeines gutes Zeugnis in der Öffentlichkeit dafür benutzt, einen traurigen Lebenswandel im persönlichen Leben zu verbergen. Müssen wir nicht viel von unserer Schwachheit, wodurch die Versammlungen des Volkes Gottes auf vielfache Weise gekennzeichnet sind, auf solch eine Sorglosigkeit im persönlichen Leben zurückführen? Selbst wenn wir uns nach der schriftgemäßen Ordnung versammeln, heilt das eine solche praktische Gleichgültigkeit nicht.

Im Verlauf dieses Briefes wird der Apostel immer wieder auf der Verbindung zwischen Wahrheit und Gottesfurcht bestehen. Wenn die Wahrheit nicht aufrechterhalten wird, fehlt wahre Gottesfurcht ohne jeden Zweifel. Wenn keine Gottesfurcht mehr vorhanden ist, wird wiederum die Wahrheit in Verruf geraten.

Das richtige Verhalten von Christen

In diesem Brief entfaltet der Apostel nicht so sehr die neutestamentliche Lehre. Auch ist die Aufrechterhaltung der gesunden Lehre nicht der Schwerpunkt dieses Briefes, wie wir es beispielsweise in den Briefen an Timotheus finden. Paulus drängt vielmehr darauf, sich auf richtige Weise zu verhalten, wie es in Übereinstimmung mit der wahren Lehre angebracht ist.

Im ersten Kapitel lernen wir die Eigenschaften, die solche kennzeichnen soll, welche die Aufsicht im Volk Gottes übernehmen und die Wahrheit festhalten sowie die Widerspenstigen zurechtweisen.

Im zweiten Kapitel wird uns das Verhalten gezeigt, das jedem einzelnen gebührt, und zwar in den unterschiedlichen Beziehungen des Lebens. Es geht um ein Verhalten, das in Übereinstimmung mit der Gnade Gottes ist, durch die wir auf so reiche Weise gesegnet worden sind.

Aus dem dritten Kapitel lernen wir, was unsere richtige Haltung als Christen zu der uns umgebenden Welt ist. Wir sollen in Übereinstimmung mit der Güte und Liebe Gottes handeln, wie Er sie den Menschen erwiesen hat.

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