Die symbolische Lehre der Stiftshütte

Der eherne Altar

Wir gehen weiter nach draußen und befinden uns im Vorhof, der die Hütte umgab. Wenn man von außen her durch den Eingang des Vorhofes kam, war das Erste, was man erblickte, der eherne Altar. Das war ein fesselnder Anblick. Ein Vergleich zwischen den Abmessungen der Lade und denen des ehernen Altars ist interessant. 

Die Lade:        

  • 2,5 Ellen lang (1,38 m)      
  • 1,5 Ellen breit (0,825 m)     
  • 1,5 Ellen hoch (0,825 m)

Der eherne Altar:

  • 5 Ellen lang (2,75 m)     
  • 5 Ellen breit (2,75 m)  
  • 3 Ellen hoch (1,65 m) 

Man kann daraus ersehen, dass der eherne Altar viel länger war als die Lade und dass seine Höhe doppelt so groß war wie die der Lade. Gott wollte dem Menschen die Notwendigkeit der Versöhnung einprägen, wenn er sündigen Menschen segnend begegnen soll. Ach, wenn doch diese Wahrheit noch tiefer in jedes Herz eingebrannt würde!  Anders als die Lade und der Schaubrottisch, die aus Akazienholz gemacht waren, das mit feinem Gold überzogen wurde, wurde der eherne Altar aus Akazienholz gefertigt, das mit Erz überzogen wurde. Erz, oder korrekter gesagt Kupfer, ist dasjenige der Metalle, das am meisten feuerbeständig ist. In alten Zeiten beherrschte man einen Arbeitsprozess, der Kupfer in sehr hohem Maß härtete. Die Methode dafür ist heute nicht bekannt. Erz oder Kupfer stellt die Heftigkeit des Zornes Gottes gegen die Sünde dar. „Merkt ihr es nicht, alle, die ihr des Weges zieht? Schaut und seht, ob ein Schmerz ist wie mein Schmerz, der mir angetan wurde, mir, die der HERR betrübt hat am Tag seiner Zornglut“ (Klgl 1,12).  So hat jemand gesagt: „Gold ist die Gerechtigkeit Gottes, um dahin zu nahen, wo Gott ist; Erz ist die Gerechtigkeit Gottes, dafür, dass er sich des Bösen des Menschen annimmt, wo der Mensch ist.“  

Der eherne Altar war der Ort, wo die Opfer dargebracht wurden, die Brandopfer und Friedensopfer. Die Hände des Opfernden wurden auf das Haupt des Opfertieres gelegt und dann wurde das Opfertier von dem Opfernden geschlachtet, und sein Blut wurde von den Priestern auf den Altar gesprengt.

Die Größe des ehernen Altars war erstaunlich. Es war so, als ob Gott dadurch sehr deutlich machen wolle, dass es kein Nahen zu ihm hin gibt außer durch ein Sühneopfer. „Ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung“ (Heb 9,22). Darüber hinaus war der eherne Altar viereckig, was darstellt, dass die Botschaft des Evangeliums für die ganze Welt gilt, Norden, Süden, Osten und Westen, für Juden und Heiden, Weiße, Rote, Braune und Schwarze, für Fürsten und Bettler, Gelehrte und Ungelehrte, Religiöse und Gottlose, Reiche und Arme, Jung und Alt. So auch waren die Anweisungen unseres Herrn: „Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung“ (Mk 16,15).  Die vier Hörner auf dem Altar, die von Akazienholz gemacht wurden und mit Erz überzogen wurden, stellen symbolisch die Stärke und Kraft des Altars dar. Es ist so, als ob Gott das Herz dessen stärken wollte, der sucht, mit ihm ins Reine zu kommen. Wir erinnern uns, dass Joab, der sich vor den Folgen seines Verrates an König Salomo fürchtete, zum Zelt des HERRN floh und die Hörner des Altars erfasste (1. Kö 2,28). Er dachte, er hätte ein sicheres Asyl gefunden, aber er kam nicht mit Opfer und Blut, und so war der Altar gegen ihn und er starb.  Die Töpfe, Schaufeln, Sprengschalen, Gabeln und Kohlenpfannen, die zu dem ehernen Altar gehörten, wurden alle aus Erz gemacht, was versinnbildlicht, dass Gott uns nicht der Gedanken an seine Heiligkeit, seine Gerechtigkeit und seine Ansprüche entbinden will. Diesem wird nur durch das Genüge geleistet, was der Altar versinnbildlicht.   Ein Gitter von Netzwerk aus Erz wurde gemacht und vier Ringe an den vier Ecken des Altars, und das Netzwerk wurde so angebracht, dass das Netz genau zur Hälfte des Altars reichte. Es gab so kein Entrinnen für das Opfer. Ganz in der Mitte des Altars wurde das Opfer sicher hingelegt, um dort vom Feuer verzehrt zu werden.  Wir erinnern uns an die Geschichte, wie Abraham von Gott aufgefordert wurde, seinen Sohn auf dem Altar auf dem Berg Morija zu opfern, dass gerade in dem Augenblick, wo er das Messer in der Hand hielt, das jetzt sofort sein todbringendes Werk vollbringen sollte, Gott gnädig Abrahams Hand zurückhielt. Und Gott sagte ihm, dass da ein Widder sei, der sich im Gebüsch mit den Hörnern verfangen habe, und dass er den schlachten könne statt Isaak. Aber als unser Herr am Kreuz hing, da gab es keinen Ersatz für ihn, es gab kein Entrinnen aus der Feuerprobe des Kreuzes.  

Im Garten Gethsemane schrie der Herr Jesus in der größten Angst seiner Seele, wobei sein Schweiß wie Blutstropfen wurde, die auf die Erde fielen: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber“ (Mt 26,39). Aber es gab keinen Ausweg für ihn, wenn die Versöhnung vollbracht werden sollte, die niemand außer ihm vollbringen konnte. Er allein konnte das gewaltige Werk tun. In seiner Vollkommenheit brachte er es fertig, hinzuzufügen: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst“. Das Netz aus Erz war wirklich eine Realität.

Eine interessante Bestätigung von all diesem findet sich in 4. Mose 16. Als Korah, Dathan und Abiram sich gegen das Priestertum auflehnten, befahl Mose den Rebellen und Aaron, seinem Bruder, ihre Räucherpfannen zu nehmen sowie Rauchwerk und Feuer und vor den Eingang des Zelt der Zusammenkunft zu treten. Gott antwortete sehr schnell auf die Anmaßung von ihnen, indem etwas Neues geschah: Der Erdboden tat seinen Mund auf und verschlang die Aufrührer lebendig. Feuer ging aus von dem HERRN und fraß die 250 Männer, die das Räucherwerk dargebracht hatten. Mose sagte dann zu Eleasar, „dass er die Räucherpfannen aus dem Brand herausnehme; und streue das Feuer weg, denn sie sind heilig. Die Räucherpfannen dieser Männer, die gegen ihre Seele gesündigt haben - man mache daraus breitgeschlagene Bleche zum Überzug für den Altar; denn sie haben sie vor dem HERRN dargebracht, und so sind sie heilig; und sie sollen den Kindern Israel zum Zeichen sein“ (4. Mo 17,1-3).

Die Räucherpfannen, die zu breitgeschlagenen Blechen geschlagen wurden, dienten zum Überzug für den Altar. Und so waren sie immer das ernste Zeichen davon, dass man zu Gott nur nahen konnte in seiner eigenen Ordnung. Es gibt Tausende heute, die untergehen „in dem Widerspruch Korahs“ (Jud 11). Denken wir an die Jehovas Zeugen, christliche Wissenschaft und dergleichen, die auf diesem Irrweg mit seinem schrecklichen Ende und seiner ewigen Bestrafung gehen. Denke an die, die die muslimische Auffassung lehren, dass der Heldentod rettet.

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