Betrachtung über das erste Buch der Chronika (Synopsis)

Kapitel 17

Betrachtung über das erste Buch der Chronika (Synopsis)

Obwohl aber David die königliche Macht in Zion mit der Bundeslade verbinden und auf diese Weise durch die Macht des von Gott erwählten Königs Segen sichern sollte, so sollte doch der Krieger-König das Haus des Herrn nicht bauen. Die Lebenskraft, die über die Feinde Gottes und Seines Volkes siegte, war noch nicht die friedvolle und herrliche Macht, die das Volk in den Genuß der ganzen Segnung Gottes führen würde, wenn der Feind nicht mehr sein würde und wenn alles dem Throne Gottes auf Erden unbedingten Gehorsam entgegenbringen würde. Gleich Abraham sollte David in seiner Person der Aufbewahrungsort der Verheißungen sein, er sollte selbst aber nicht das Ergebnis der Verheißungen auf Erden genießen.

Als das Volk erlöst worden war, war ihr erster geistlicher Wunsch, eine Wohnung zu bauen, wo Gott unter ihnen wohnen sollte (2.Mo 15, 2) 1; dieses Begehren stimmte mit dem Sinn Gottes überein (2.Mo 29, 44-46).

Wenn aber Gott Sein Volk bei seinem Wandern begleitet, wenn Er ihre Treulosigkeit ertragen hatte, als Er ihnen Seine Herrlichkeit auf Erden, die Er ihnen versprochen hatte, anvertraute, und wenn das Lied: „Seine Güte währet ewiglich“ inmitten des Verfalls um Seinen Altar erscholl, wenn Er um der Befreiung des Volkes willen einen König nach Seinem Herzen und die Lade (gesichert vor den Feinden) auf den Berg Zion, an den Ort, den Er zu Seiner Ruhe erwählt hatte, einsetzte, so war es nichtsdestoweniger immer noch wahr, daß eine Ruhe für das Volk Gottes blieb. Der Sieg, der dieses errungen hatte, war nicht diese Ruhe, noch war die Gnade, die den Sieg schenkte, diese Ruhe. Wenn Gott Seinem Volke volle und vollständige Ruhe bescheren würde, dann würde das Haus, in dem Er in ihrer Mitte wohnen sollte, gebaut werden; denn Gott kommt ihrem Zustande und ihrer Not gemäß zu Seinem Volke 2.

Dieses heilige Begehren, ein Haus für die Herrlichkeit Gottes zu bauen, wird zum Anlaß, dem David alle Ratschlüsse Gottes betreffs seiner selbst zu offenbaren. Die Gnade hatte ihn erwählt, als er in niedrigem Stande war, und hatte ihn eingesetzt, das Volk Gottes zu regieren, der auch Selbst mit David überall, wohin er ging, gewesen war, der die Feinde Davids abgehauen und der ihn erhöht hatte. Und das war nicht alles. Er hatte eine Ruhe für Sein Volk angeordnet, die nicht mehr gestört werden sollte, wie es vordem und während der ganzen Zeit der Richter gewesen war.

Darüber hinaus würde Gott alle seine Feinde vor ihm ausrotten und ihm ein Haus bauen. Es sollten nicht mehr nur gelegentliche Erretter da sein, um ein Volk aus dem Elend zu erretten, das ihre Treulosigkeit über sie gebracht hatte, sondern die Ratschlüsse Gottes über sie sollten sich erfüllen, und Segnung sollte auf ewig im Hause und in der Familie des Königs gegeben werden. Der Sohn Davids sollte auf seinem Throne sitzen; er sollte Jehova ein Sohn sein, und Jehova ihm ein Vater, und die Güte Jehovas sollte nicht von ihm weichen. Er wollte ihm auch Bestand geben im Hause und im Reiche Jehovas auf ewig; und sein Thron sollte fest sein auf ewig.

Es muß hier bemerkt werden, daß die ganze Frage der Verantwortung des Samens Davids nicht erwähnt wird 3; das Ganze bezieht sich auf die Erfüllung der Vorsätze Gottes in Christo, dem wahren Sohne Davids nach Verheißung. Gott nimmt die Sache in die Hand. Während Sein Volk noch nicht zur Ruhe gekommen ist, gefällt es Ihm wohl, mit ihnen von Zelt zu Zelt zu wandern, und Er begehrt nicht, daß sie Ihm ein Haus bauen. Schließlich wird Er Selbst Denjenigen erwecken, der ein Haus erbauen soll, und unter dessen Regierung das auf ewig in Macht eingesetzte Volk die Ruhe, die Gott Selbst ihnen verschafft hat, genießen wird. Aus überfließendem Herzen antwortet David Jehova 4, der um Seines Knechtes willen und Seinem Herzen gemäß all dieses Große getan hat, und Er hatte sie geoffenbart, um sie Seinem Knechte kundzutun. Während er das herrliche Vorrecht Israels, das Volk eines solchen Gottes - des allein wahren Gottes - zu sein, betet er, daß Gott tatsächlich für Israel Gott sein möchte, und daß Er alles erfüllen möchte, was Er ihm von seinen Nachkommen gesagt hatte.

Fußnoten

  • 1 Diese Übersetzung hier ist mehr als zweifelhaft (siehe Fußnote), aber 2. Mo 29, 46 ist in bezug auf den Vorsatz Gottes ganz klar.
  • 2 Als Israel ein Knecht war, wurde Gott sein Erlöser; als er in Zelten wohnte, wohnte auch Gott in einem Zelte; als er im Kampf stand, stellte Gott Sich ihm als der Oberste des Heeres Jehovas dar; als er sich in Frieden niederließ, setzte Sich Gott in das Haus Seiner Herrlichkeit. Die Zwischenzeit war die Prüfung Seines Volkes auf Erden. Gott wohnte in dem Zelt, und Seine Lade wird sogar genommen. In Gnaden schaltet Er Sich zur Befreiung ein. Da wir vom Weibe geboren sind, so ist auch Christus vom Weibe geboren; da Sein Volk unter dem Gesetz stand, wurde Er unter dem Gesetz geboren; jetzt, wo Er ein himmlisches Volk haben will, ist Er in der Höhe für uns; wenn Er in Herrlichkeit kommt, werden wir mit Ihm kommen und werden herrschen, wenn Er herrscht, aber in diesen letzten Dingen sind wir bei Ihm.
  • 3 Der letzte Teil von Vers 14 in 2. Sam 7 wurde fortgelassen.
  • 4 Es ist schön, in diesem ergreifenden Gebet zu sehen, wie das Herz Davids voll von dem ist, was Gott in dieser Angelegenheit ist. „Niemand ist dir gleich“, und wenn er von dem Segen redet, der auf dem Volke ruht, so ist Israel nicht das, was die Völker sind, sondern „die einzige Nation auf Erden, welche Gott hingegangen ist, sich zum Volke zu erlösen, um dir einen Namen zu machen, große und furchtbare Dinge zu tun.“ „Dein Name sei groß auf ewig.“ Dies ist die rechte Wirkung des Glaubens.
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