Der erwachsene Christ
Gedanken über geistliches Wachstum

Das Passah (2. Mose 12)

Der erwachsene Christ

Das erste Vorbild in dieser Reihe ist das Passah. Seine Bedeutung wird eindrucksvoll durch die Worte des Herrn unterstrichen: „Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll euch der Erste sein von den Monaten des Jahres“ (2. Mo 12,1.2). Bildlich wird dadurch auf die Notwendigkeit eines neuen Anfangs im Leben jedes Menschen hingewiesen. Mose und Aaron, nach Hebräer 3,1 ein doppeltes Vorbild des Herrn Jesus als „Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses“, sind dabei die Lehrer und Anführer des Volkes Gottes.1

Bevor ein Mensch den ersten Schritt auf dem Weg des Wachstums tun kann, muss er zunächst einen ganz neuen Anfang machen. Diesen Anfang kann man von zwei Seiten betrachten: Von Gottes Seite ist es die neue Geburt, von der Seite des Menschen die Bekehrung. Hier geht es um die zweite, die menschliche Seite. Bekehrung ist Umkehr – Umkehr zu Gott von einem falschen Weg in Sünde und Eigenwillen. Der Umkehr geht die Erkenntnis voraus, ein verlorener Sünder zu sein. Erst dann kann der Mensch zu Gott umkehren, Buße tun, seine Sünden bereuen und an den Herrn Jesus glauben, der aus Liebe zu uns die Strafe Gottes für unsere Sünden getragen hat. Die damit verbundene Wahrheit der Bibel, die Vergebung der Schuld, die Rechtfertigung des Sünders und die Verschonung vom ewigen Gericht wird uns bildlich im Passah gezeigt. Das Passah ist daher ein wunderbares Vorbild des Herrn Jesus als des Lammes Gottes, dessen Blut uns die ewige Erlösung gebracht hat.

Das dem Wort Passah zugrunde liegende hebräische Wort pessach bedeutet „Vorübergehen“. Der Anlass dazu war die letzte der zehn Plagen in Ägypten. In der Nacht des vierzehnten Tages des ersten Monats wollte Gott alle Erstgeborenen im ganzen Land Ägypten töten und „Gericht üben an allen Göttern Ägyptens“, die auch von den Israeliten verehrt wurden (2. Mo 12,12; Jos 24,14; Hes 20,8). Nicht nur die Häuser der Ägypter, sondern auch die der Israeliten waren von dieser Gerichtsandrohung betroffen. In Vers 5 heißt es nämlich nicht: „Alle Erstgeburt der Ägypter …“, sondern „alle Erstgeburt im Land Ägypten soll sterben“. Die Erstgeborenen, deren Todesurteil Gott schon in 2. Mose 4,23 angekündigt hatte, stehen hier stellvertretend für das Ganze, denn im vorhergehenden Vers hatte Gott von Seinem gesamten Volk gesagt: „Mein Sohn, mein erstgeborener, ist Israel“, und in Hebräer 12,22 wird die neutestamentliche Versammlung2 „die Versammlung der Erstgeborenen“ genannt. Die im nächsten Kapitel (2. Mo 13,2) gebotene Heiligung aller Erstgeborenen für den Herrn ist auch nur unter diesem Gesichtspunkt zu verstehen. Die Erstgeborenen repräsentieren das ganze Volk.

Aber Gott selbst wies ein Rettungsmittel an: das Passahlamm. Jeder Israelit musste für sich persönlich und für sein Haus ein Lamm schlachten. Dann musste er das Blut des Lammes an die beiden Pfosten sowie den Türsturz seines Hauses streichen, und schließlich sollten alle Familienmitglieder das am Feuer gebratene Fleisch des Lammes essen.

Das Schlachten und das Blut des Lammes weisen auf zwei Dinge hin, die in der Heiligen Schrift von höchster Bedeutung sind, Tod und Blutvergießung. Sie sprechen davon, dass der Herr Jesus für uns gestorben ist. Beide sind zwar untrennbar miteinander verbunden, werden aber dennoch im Neuen Testament voneinander unterschieden. Durch den Tod des Herrn Jesus sind wir mit Gott versöhnt (Röm 5,10; Kol 1,22), durch Sein Blut gerechtfertigt, erlöst und gereinigt (Röm 5,9; Eph 1,7; Heb 9,14; 1. Pet 1,19; 1. Joh 1,7).

In dem geschlachteten Passahlamm und dessen vergossenem Blut sehen wir ein Bild von Christus und Seiner Hingabe am Kreuz.3 Paulus nennt den Herrn Jesus ausdrücklich „unser Passah“ (1. Kor 5,7), aber eher von einem grundsätzlichen Standpunkt aus. Er sagt nicht: „Wir haben Christus, unser Passah, geschlachtet und gegessen“, das heißt, persönlich im Glauben für uns angenommen (wie es im Vorbild in 2. Mose 12 so eindrucksvoll beschrieben wird), sondern: „Auch unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden“.

In 2. Mose 12,5 ist von einem „Lamm ohne Fehl“ die Rede, aber Petrus nennt den Herrn Jesus „ein Lamm ohne Fehl und ohne Flecken“ (1. Pet 1,18.19), denn Er ist in jeder Hinsicht vollkommen. Er ist das „Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Joh 1,29). Er wird in der Herrlichkeit inmitten des Thrones Gottes vor uns stehen als das „Lamm, wie geschlachtet“, und in Ewigkeit unsere vollkommene und ungestörte Anbetung empfangen (Off 5,6).

Der Wert des Blutes

Die Beschreibung des Passahs in 2. Mose 12 zeigt uns verschiedene wichtige Dinge. Erstens handelt es sich um „das Passah des Herrn“ (2. Mo 12,11). Die in diesen Worten enthaltene Tatsache wird leicht übersehen. Wir denken zu oft an uns selbst und vergessen dabei, dass Gott und Seiner Ehre der erste Platz gebührt. Ist es nicht bezeichnend, dass es bei der ersten Erwähnung eines Lammes in der Bibel heißt: „Gott wird sich ersehen das Lamm zum Brandopfer“ (1. Mo 22,8 mit Fußnote)? Abraham sagte nicht: „Gott wird ersehen“, sondern: „Gott wird sich ersehen“. Das Werk des Herrn Jesus am Kreuz galt in erster Linie der Verherrlichung Gottes und der Erfüllung Seiner gerechten Forderungen im Hinblick auf die Sünde. Durch den Tod und das vergossene Blut Christi sind nicht nur alle Seine heiligen Ansprüche an die sündigen Menschen erfüllt worden, sondern Er ist dadurch auch verherrlicht worden. Damit hat Gott eine vollkommen gerechte Grundlage, um allen Menschen die Errettung anzubieten.

Zweitens stellte Gott beim Passah den Menschen zum ersten Mal vor, dass sie nur durch das Blut Schutz vor dem Gericht finden konnten: „Ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung“ (Heb 9,22; vgl. 3. Mo 17,11). Dieser Grundsatz schimmert zwar bereits in der Bekleidung Adams und Evas mit „Kleidern aus Fell“ und in der Opfergabe Abels durch, aber er wird dort noch nicht erwähnt. Er nimmt ab jetzt einen wichtigen Platz in der Heiligen Schrift ein. Seine volle Offenbarung fand er jedoch erst, als das kostbare Blut Jesu Christi vergossen wurde. Der Herr gab den elf Jüngern bei der Einsetzung Seines Mahles den Kelch mit den Worten: „Trinkt alle daraus. Denn dies ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,27.28).

Das Blut Christi wurde jedoch nicht nur zur Vergebung der Sünden vergossen. Es hat uns noch mehr zu sagen. Es ist auch der Preis, den der Herr Jesus für unsere Erlösung vom ewigen Gericht gezahlt hat (Eph 1,7; Tit 2,14; Heb 9,11.12; 1. Pet 1,18.19). Durch die „Blutbesprengung Jesu Christi“ (1. Pet 1,2) sind wir auf ewig vom Makel der Sünde gereinigt, weil Gott uns gleichsam mit dem Blut Christi, durch dessen Hingabe Er so verherrlicht wurde, besprengt sieht. Schließlich hat das Blut Christi uns den Zugang zu Gott als unserem Vater geebnet (Eph 2,13; Heb 10,19). Der ganze Wert des kostbaren Blutes Christi, des Lammes Gottes, konnte im Vorbild des Passahs noch nicht in vollem Umfang entfaltet werden. Die wesentliche Belehrung des Passahs ist die Erlösung vom Gericht Gottes durch das Blut des Lammes. Dafür sei Er ewig gepriesen!

Von dem unermesslichen Wert des Blutes Christi und dessen gesegneten Auswirkungen handelt auch der Abschnitt in Römer 3,21 bis 5,11, den wir mit dem Passah vergleichen können. Wir lesen dort, dass Gott Christus „dargestellt hat als ein Sühnmittel durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit … in der jetzigen Zeit, dass er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist“, und dass „wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind“ (Röm 3,25.26; 5,9). Rechtfertigung bedeutet, dass es für jeden, der seine Sünden vor Ihm bekennt und an den Herrn Jesus glaubt, kein Gericht mehr gibt, sondern dass er von Gott als Gerechter betrachtet wird, so, als habe er nie eine Sünde begangen. Die Rechtfertigung bezieht sich also wie die Vergebung auf unsere Sünden, das heißt auf unsere sündigen Taten. Als aus Glauben Gerechtfertigte haben wir Frieden mit Gott, einen Frieden, den der Herr Jesus gemacht hat „durch das Blut seines Kreuzes“ (Kol 1,20). Als Gerechtfertigte besitzen wir auch das Auferstehungsleben des Herrn Jesus. Unsere Rechtfertigung ist eine „Rechtfertigung des Lebens“, weil Christus nicht nur unserer Übertretungen wegen hingegeben, sondern auch unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist (Röm 4,25; 5,18; 6,4.11).

Das Begehen des Passahfestes in 2. Mose 12 ist also ein Bild der Annahme des Erlösungswerkes Christi in aufrichtigem Glauben. In jedem Haus musste das Lamm geschlachtet werden, und jeder Erstgeborene in Israel musste persönlich unter dem Blut Schutz suchen, um vor dem Gericht Gottes sicher zu sein. Nur an den Häusern, an deren Türen das Blut zu sehen war, ging der Verderber vorüber. Wunderbare Tatsache: Gott kündigt das Gericht an, aber Er zeigt auch den Weg, auf dem die Israeliten von diesem Gericht verschont bleiben können. Ein unschuldiges Lamm muss anstelle des Erstgeborenen sterben, und sein Blut schützt ihn vor der gerechten Strafe Gottes.

Das Passahfest wurde danach in jedem Jahr wiederholt, aber mit einem grundlegenden Unterschied: Das Blut brauchte nie wieder an die Türen gestrichen zu werden (vgl. 3. Mo 23,5). Dadurch wird die Tatsache unterstrichen, dass das erste Passah in 2. Mose 12 ein Bild des vollbrachten Erlösungswerkes Christi ist. Alle folgenden Feiern dienten dazu, die Erinnerung an die Erlösung wachzuhalten, und sind insofern ein passendes Bild des Gedächtnismahles des Herrn, das wir an jedem ersten Wochentag begehen dürfen, bis Er kommt.

Manche Israeliten haben vielleicht trotz des Blutes an der Tür in ihren Häusern gezittert und gebebt aus Furcht, vielleicht doch nicht von dem schrecklichen Gericht verschont zu werden. Doch Gott hatte nicht gesagt: „Wenn ihr das Blut betrachtet …“, sondern: „Sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen“ (2. Mo 12,13). Nicht ihr Verständnis oder ihre Wertschätzung des Blutes war das Wichtigste, sondern der Glaubensgehorsam, in dem sie taten, was Gott ihnen aufgetragen hatte. Sie waren sicher, weil Gott es ihnen zugesagt hatte, nicht aufgrund ihrer Gefühle.

Auch heute quälen sich viele Kinder Gottes mit dem Gedanken, ob sie wirklich für ewig errettet sind, weil sie statt auf das Blut des Lammes Gottes in sich selbst hineinschauen. Wie glücklich kann dagegen jeder Mensch sein, der im Glauben seine Zuflucht zu dem kostbaren Blut Christi, des geschlachteten Lammes, genommen hat! Unsere Erlösung durch Sein Blut ist eine „ewige Erlösung“ (Eph 1,7; Heb 9,12). Nie wird der Wert Seines Blutes vergessen werden. In der Herrlichkeit des Himmels werden die Erlösten das Lamm in der Mitte des Thrones Gottes einmal vollkommen ungestört dafür preisen: „Du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft, durch dein Blut, aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation, und hast sie unserem Gott zu einem Königtum und zu Priestern gemacht …“ (Off 5,9.10; vgl. Off 1,5.6).

Nicht befreit?

Und doch ist das, worüber das Passah uns belehrt, nicht alles, was Gott in Christus denjenigen schenken will, die an Ihn glauben. Wer an das Blut des Herrn Jesus glaubt, ist dadurch zwar für die Ewigkeit vollkommen erlöst (Eph 1,7). Aber für unser Glaubensleben auf der Erde gibt uns das Blut Christi allein keine wahre Befreiung. Um wirklichen Frieden und bleibende Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus und dem Vater zu genießen, brauchen wir noch etwas anderes. Wir müssen nicht nur erkennen, dass wir im Blick auf unsere Sünden durch das Blut Jesu vor Gott gerechtfertigt sind, sondern auch, dass wir durch Seinen Tod und Seine Auferstehung aus der Welt herausgenommen und aus der Stellung von Sündern in die Stellung von Gerechten versetzt worden sind (Röm 5,19).

Als die Israeliten sich beim Passah von dem Lamm nährten, dessen Blut den Erstgeborenen Sicherheit vor dem Tod gegeben hatte, waren sie noch in Ägypten. Gott führte sie zwar in derselben Nacht zur endgültigen Befreiung. Aber solange sie sich noch nicht in Freiheit befanden, war sogar das ungesäuerte Brot, das sie aßen – eigentlich ein Bild der Heiligkeit und Reinheit Christi –, für sie das „Brot des Elends“ (2. Mo 12,8; 5. Mo 16,3; 1. Kor 5,8).

Bei Gläubigen, die sich mit dem „Passah“ zufriedengeben, ist das Gewissen zunächst beruhigt, weil sie auf das Blut Christi schauen – und halten wir fest: Es ist ja auch der einzige Weg, auf dem wir vor Gott bestehen können. Aber obwohl sie wirklich glauben, sehen sie Gott doch häufig noch als den unerbittlichen Richter. Daher haben sie keinen gefestigten Frieden. In dem Augenblick, wo sie das Blut aus dem Auge verlieren, sehen sie außerdem die Macht des Feindes, der weiterhin versucht, sie durch die alten Ketten und Bindungen an sich zu fesseln. Dadurch geraten sie in einen Zustand wie Israel, als es seinen Auszug aus Ägypten begann: vor sich das todbringende Schilfmeer, hinter sich den Pharao mit seiner Heeresmacht.

Solange ein Christ beim Blut Christi und der Vergebung seiner Sünden stehen bleibt, kommt er in seinem geistlichen Leben nicht weiter als Israel in Ägypten – obwohl er Gott für ewig angehört. Für Israel war das Passah jedoch nicht das Ziel, sondern nur der erste Schritt auf dem Weg zu einem vollkommenen, wunderbaren Segen. Als der Herr aus dem brennenden Dornbusch zu Mose gesprochen hatte, hatte Er verheißen, Israel in „ein Land, das von Milch und Honig fließt“, zu bringen (2. Mo 3,8). Alles, was zwischen Ägypten und Kanaan lag, hatte Er dabei gar nicht erwähnt. Daran sehen wir, was die eigentliche Absicht Gottes mit Seinem irdischen Volk war. Er wollte nicht nur retten, sondern auch segnen. Nicht anders ist es in der jetzigen Zeit.

Warum befinden sich manche Christen in einem solchen Zustand der Ungewissheit und Unsicherheit? Sie haben die Bedeutung des Todes und der Auferstehung Christi noch nicht erkannt. Als Sünder haben sie ihre Zuflucht zu Seinem Blut genommen, aber noch nicht verstanden, dass nur der Glaube an Seinen Tod und Seine Auferstehung wirkliche Befreiung schenkt. Die Auferweckung ist gewissermaßen das Siegel, das Gott auf das vollbrachte Werk Seines Sohnes gedrückt hat, sie ist der Beweis der Sühnung aller Sünde. Alles, was uns verurteilen konnte, ist im Grab Christi zurückgeblieben.

Das volle Evangelium des Heils beinhaltet nicht nur unsere Rechtfertigung durch das Blut Christi, sondern auch die segensreichen Folgen Seines Todes und Seiner Auferstehung. Wo dies nicht verkündigt wird oder nicht bekannt ist, fehlt etwas sehr Wichtiges. Der Herr Jesus ist für uns gestorben, aber dass Er durch Seinen eigenen Tod den Tod als solchen für immer besiegt hat, wurde erst bei Seiner Auferstehung offenbar, durch die Er „den Tod zunichtegemacht, aber Leben und Unverweslichkeit ans Licht gebracht hat“. Das ist ein Zustand jenseits von Sünde und Tod, der den Menschen bis dahin völlig unbekannt war (2. Tim 1,10). Sünde und Tod können diesem „Auferstehungsleben“ nichts mehr anhaben.

Das volle Evangelium finden wir in 1. Korinther 15,1–4: „Ich tue euch aber kund, Brüder, das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht, durch das ihr auch errettet werdet … Denn ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften …“ Weitere Schriftstellen bestätigen die Bedeutung der Auferweckung unseres Herrn, so zum Beispiel Römer 4,24–5,1: „… die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, aus den Toten auferweckt hat, der unserer Übertretungen wegen hingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist. Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus“, und Römer 6,4: „… so wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters …“ (vgl. außerdem Apg 17,18; Röm 8,34; 2. Kor 5,15; 1. Thes 4,14; 1. Kor 15,17; 1. Pet 1,3).

Daher ist das Verständnis des Durchzugs Israels durch das Schilfmeer, der uns im nächsten Vorbild gezeigt wird, so wichtig für unser geistliches Wachstum und für ein glückliches und kraftvolles Glaubensleben. Leider wird die darin enthaltene neutestamentliche Wahrheit von vielen Gläubigen nicht verstanden. Es geht hier um die Befreiung von der Welt, dem Machtbereich Satans, und um das Ende unserer früheren Stellung als Sünder. Alles dies ist das Ergebnis des Todes und der Auferstehung des Herrn Jesus.

Fußnoten

  • 1 Solche „Doppel-Vorbilder“ sind auch Joseph und Benjamin, die den Herrn Jesus als verherrlichten und zunächst verachteten Messias Israels vorstellen sowie David und Salomo als Vorbilder des verworfenen und des herrschenden Königs.
  • 2 Der neutestamentliche Begriff Versammlung (griech. ekklesia) umfasst immer alle Gläubigen der gegenwärtigen Zeit, sei es nach dem Ratschluss Gottes in Ewigkeit, gegenwärtig weltweit oder an einem Ort.
  • 3 Obwohl Tausende von Lämmern geschlachtet werden mussten, heißt es im ganzen Kapitel (2. Mo 12) immer nur „Lamm“ (im Singular). Alle Lämmer wiesen auf das eine „Lamm Gottes“ hin.
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