Bibelleseplan

Die Bibel täglich lesen

Wenn wir täglich ein Leben zur Ehre Gottes führen wol­len, dann müssen wir auch jeden Tag Sein Wort lesen. Was Gottes treuer Knecht in Jesaja 50,4 von sich sagte, das muß jeden kennzeichnen, der Gott dienen will: „Er weckt jeden Morgen, er weckt mir das Ohr, damit ich höre gleich solchen, die belehrt werden.“ Es ist geradezu das Kenn­zeichen eines gottesfürchtigen Menschen, daß er Gottes Wort jeden Tag liest und darüber nachdenkt (Psalm 1,2). Nur dann wird er alles, was Gott uns mitteilen wollte, beachten können, um so ein gesegnetes Leben zu Seiner Ehre zu führen (Josua 1,8 und Psalm 1,3). Was Gott da­mals ausdrücklich für den König Israels angeordnet hat­te, gilt auch jedem von uns - er sollte eine Abschrift des Gesetzes bei sich haben: „Und er soll alle Tage seines Le­bens darin lesen“ (5. Mose 17,19), um selbst gottesfürchtig zu leben und andere dazu anzuhalten. Als Gott zur Zeit Nehemias unter Seinem Volk eine Erweckung bewirk­te, da führte das zu einer neuen Wertschätzung Seines Wortes: „Und man las in dem Buche des Gesetzes Gottes Tag für Tag“ (Nehemia 8,18). Die Folge davon war, daß man wieder begann, „nach der Vorschrift“ Gott zu die­nen. Wir brauchen also eine

Tägliche Wegzehrung

Als Israel damals durch die Wüste zog, musste es jeden Tag das Manna zur Nahrung aufsammeln: „Und das Volk soll hinausgehen und den täglichen Bedarf an seinem Tage sammeln“ (2. Mose 16,4). Ebenso müssen auch wir unse­re geistliche Speise jeden Tag neu auflesen. Damit wir als Kinder Gottes keine geistlichen Entwicklungsstörungen bekommen, haben wir eine gesunde Ernährung nötig. Es ist aber ungesund, wenn man zuwenig isst, oder zuviel auf einmal und es dann nicht verdauen kann. Man sollte auch nicht hastig und unregelmäßig essen. Um alle wichtigen Nährstoffe zu erhalten, muß die Nahrung zudem abwechslungsreich sein. Das alles gilt auch für unsere geistliche Ernährung durch das Wort Gottes. Wir müssen uns Zeit zum Lesen der Bibel nehmen und das jeden Tag tun. Wichtig ist auch, daß die Abschnitte nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang sind, damit wir das Gelesene wirk­lich innerlich aufnehmen können. Zudem ist es gut, sich nicht nur auf einen Teil der Bibel zu beschränken, son­dern sie immer wieder ganz zu lesen.

Ebenso wie das tägliche Brot haben wir aber auch tägliche Wegweisung nötig. Gottes Wort ist für uns wie eine Lampe, die unse­ren Glaubensweg erhellen will: „Dein Wort ist Leuchte meinem Fuße und Licht für meinen Pfad“, „eine Lampe, welche an einem dunklen Orte leuchtet“ (Psalm 119,105; 2. Petrus 1,19). Dabei ist an eine Art Laterne gedacht, die man in die Hand nehmen muß, damit ihr Lichtschein auf unsere Füße fällt.

Eine solche Lampe erhellt kaum mehr als nur den näch­sten Schritt. So ist es auch mit der Bibel. Wir müssen sie zur Hand nehmen, selbst darin lesen, und zwar für jeden Schritt in unserem Glaubensleben, d.h. jeden Tag. Kleine Abweichungen können große Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, daß wir uns Tag für Tag und Schritt für Schritt durch Gottes Wort weisen lassen. Sonst ist es auch nicht möglich,

Tägliche Gemeinschaft mit Gott

zu haben. Es vergeht in einer normalen Familie kein Tag, wo Kinder und Eltern nicht miteinander reden. Wir brau­chen das tägliche Gespräch miteinander, und als Kinder Gottes haben wir den täglichen Umgang mit Gott ebenso nötig. Im Gebet reden wir zu Ihm, und durch die Bibel redet Er zu uns. Wie glücklich macht solch eine gelebte Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, und Seinem Sohn Je­sus Christus! Dazu ist insbesondere der 1. Brief des Jo­hannes geschrieben worden (1. Johannes 1,3.4). Den glei­chen Zweck haben aber letztlich auch alle anderen Bü­cher der Bibel. In praktischer Gemeinschaft mit Gott kön­nen wir aber nur bleiben, wenn wir die

Tägliche Reinigung

nicht vernachlässigen. So wie wir uns jeden Tag waschen, um uns zu erfrischen oder weil wir uns beschmutzt ha­ben, so müssen wir auch das Wort Gottes in geistlicher Hinsicht zur Reinigung und Belebung benutzen. Der Herr Jesus selbst will das durch Sein Wort bei uns tun, uns rei­nigen „durch die Waschung mit Wasser durch das Wort“ (Epheser 5,26).

Wie wichtig das ist, hat Er Seinen Jüngern durch die Fuß­waschung in Johannes 13  deutlich gemacht: „Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil [keine Gemein­schaft] mit mir“ (13,8). Die nur mit Sandalen beschuhten Füße wurden jeden Tag staubig und vom Laufen müde. Eine Waschung befreite da vom Schmutz und bewirkte gleichzeitig eine Belebung. Diese Wirkung kann Gottes Wort auch bei uns haben, wenn wir es täglich lesen. Schließlich werden wir dann auch unsere

Tägliche Arbeit für den Herrn

freudig und zu Seiner Ehre tun können. Alles, was wir tun, auch in unserem beruflichen Leben, sollen wir ja für Ihn tun (Kolosser 3,23). Jeden Tag dabei in Seinem Sinn handeln können wir nur dann, wenn wir auch täglich Sein Wort lesen.

Wollen wir zudem in geistlicher Hinsicht anderen nütz­lich und behilflich sein, fähig als ein Knecht Gottes ande­ren in Seinem Auftrag zu helfen, dann müssen auch wir uns jeden Morgen das Ohr öffnen lassen gleich solchen, die belehrt werden, „damit ich wisse, den Müden durch ein Wort aufzurichten“ (Jesaja 50,4).

Wer anderen ein trostreiches und aufmunterndes Wort sagen möchte, muß es zuerst sich selbst von Gott sagen lassen. Nur Er kann uns zeigen, welches Wort, welche Verse aus der Bibel dem anderen eine Hilfe sein können. Nur ein Getrösteter kann auch andere trösten. Deshalb brauchen wir auch für uns selbst jeden Tag Ermunterung aus Gottes Wort: „Ermuntert euch selbst jeden Tag, so­lange es heute heißt“ (Hebräer 3,13), „auf daß wir durch ... die Ermunterung der Schriften die Hoffnung haben“ (Römer 15,4). Die Zurüstung zu einem Dienst für den Herrn können wir deshalb nur durch das tägliche Lesen der Bibel erhalten.

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