Betrachtung über das Buch der Sprüche (Synopsis)

Kapitel 9

Betrachtung über das Buch der Sprüche (Synopsis)

Tatsächlich, und damit kommen wir zu Kapitel 9, hat die Weisheit jedoch mehr als das getan. Sie hat ein System gebildet, ein Haus für sich gebaut, das durch die Vollkommenheit wohlgeregelter und gleichmäßiger Festigkeit (sieben Säulen) aufrechtgehalten wird. Es ist mit Fleisch und Wein versehen; der Tisch ist gedeckt, und in breitester Öffentlichkeit ladet die Weisheit die Einfältigen ein, zu kommen und teilzunehmen, indem sie ihnen zugleich den rechten Weg bezeichnet, auf welchem das Leben gefunden wird. Die Weisheit erscheint hier unter dem Bilde eines Weibes; aber neben ihr gibt es noch ein anderes Weib. Doch bevor der Geist von ihr redet, belehrt Er uns, daß Zurechtweisung an den Spötter vergeblich verschwendet wird; er wird seinen Tadler nur hassen. Die Weisheit ist weise selbst im Blick auf ihre Feinde. Für den Weisen und den Gerechten gibt es einen Fortschritt, aber der Anfang der Weisheit und jedes Fortschreitens in ihr ist die Furcht Jehovas. Das ist gleichsam ihr Fundamentalgrundsatz.

Indes ist der Spott nicht der einzige Charakterzug des Bösen. Da ist auch das andere Weib, „Frau Torheit“; und ihre Tätigkeit ist nicht die der Liebe, welche das Beste derer sucht, die das Gute nicht kennen. Sie ist leidenschaftlich und sitzt an hochgelegenen Stellen der Stadt, am Eingang ihres Hauses, um solche, die ihre Pfade gerade halten, davon abzulenken und Unverständige auf die Pfade des Trugs und der Sünde zu locken. Ach, sie wissen nicht, daß die Geladenen jenes bösen Weibes Opfer des Todes sind! So weit die allgemeinen Unterweisungen, die Gottes warnende Weisheit uns gibt.

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