Der Arbeiter ist seines Lohnes wert
Einige Gedanken über die Versorgung von Geschwistern, die vollzeitig im Werk des Herrn arbeiten

Einleitung

Der Arbeiter ist seines Lohnes wert

Zunächst wollen wir einleitend ein wenig über die Überschrift dieser Zeilen nachdenken. Der Titel „der Arbeiter ist seines Lohnes wert“ ist bewusst gewählt worden. Dreimal lesen wir diese Aussage mit gewissen Abweichungen im Neuen Testament:

  • Als der Herr Jesus einmal seine Jünger aussandte, sagt Er ihnen: „Verschafft euch nicht Gold noch Silber, noch Kupfer in eure Gürtel, keine Tasche für den Weg noch zwei Unterkleider, noch Sandalen, noch einen Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert“ (Mt 10,9.10).
  • In Lukas 10,7 spricht der Herr Jesus von solchen, die den Dienst der Jünger annehmen würden. Er sagt: „In demselben Haus aber bleibt, und esst und trinkt, was sie euch anbieten; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“
  • Schließlich verweist der Apostel Paulus in 1. Timotheus 5,18 direkt auf die Aussage des Herrn Jesus in Lukas 10,7. Er verbindet sie mit einem Wort aus dem AT und schreibt: „Denn die Schrift sagt:,Du sollst dem Ochsen, der drischt, nicht das Maul verbinden‘, und:,Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.‘“

Arbeit ist ein Auftrag Gottes an uns Menschen. Als Gott Adam und Eva schuf, ließ Er sie im Garten Eden wohnen, um „ihn zu bebauen und ihn zu bewahren“ (1. Mo 2,15). Als unmittelbare Folge des Sündenfalls ist Arbeit jedoch heute mit Mühe und Anstrengung verbunden. Gott hatte gesagt: „Im Schweiß deines Angesichts wirst du dein Brot essen“ (1. Mo 3,19). Deshalb finden wir das Wort „Arbeit“ in der Bibel zum ersten Mal nach dem Sündenfall. Als Noah geboren wurde, sagte sein Vater: „Dieser wird uns trösten über unsere Arbeit und über die Mühe unserer Hände wegen des Erdbodens, den der Herr verflucht hat“ (1. Mo 5,29).

Doch Gott verbindet mit der Arbeit nicht nur den Gedanken an Mühe und Beschwerde. Er verbindet damit parallel den Gedanken an Frucht und Lohn. Wir finden das im Alten wie im Neuen Testament. Durch den Propheten Jeremia sagt Gott einmal: „Es gibt Lohn für deine Arbeit“ (Jer 31,16). Den Korinthern schreibt Paulus: „Jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit (Mühe)“ (1. Kor 3,8).

Umgekehrt warnt uns das Neue Testament ausdrücklich vor Gläubigen, die nicht arbeiten wollen. Dieses Thema war zur Zeit der ersten Christen offensichtlich nicht weniger aktuell als heute. In 2. Thessalonicher 3,10 lesen wir deutliche Worte: „Denn auch als wir bei euch waren, geboten wir euch dieses: Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen.“

Gott legt also einerseits Wert darauf, dass wir arbeiten, und zwar mit Fleiß. Die Bibel zeigt, dass Fleiß bei Gott einen hohen Stellenwert hat. Gott mag keine faulen Menschen. Andererseits – und das wird uns jetzt beschäftigen – macht Gott ebenso unmissverständlich klar, dass der Arbeiter seinen Lohn verdient hat. Das gilt sowohl generell als auch für die Arbeit im Werk des Herrn. Ausbeutung gibt es bei Gott nicht. Selbst ein Becher mit kaltem Wasser, den man jemand gibt, bleibt bei Ihm nicht ohne Lohn (Mt 10,42). Gott ist gerecht, und wir sollten es ebenso sein.

Dabei denken wir bei dem Wort „Lohn“ in zwei Richtungen. Einerseits geht es um die Ergebnisse (die Frucht) der Arbeit. Wer sät, wird ernten. Gott sorgt dafür, dass keine Bemühung für Ihn ohne Ergebnis bleibt. Der Prediger sagt: „Wirf dein Brot hin auf die Fläche der Wasser, denn nach vielen Tagen wirst du es finden“ (Pred 11,1). Ob wir das Ergebnis immer schon hier auf der Erde sehen, ist eine andere Sache. Am Richterstuhl des Christus wird es einmal gefunden und belohnt werden. Andererseits geht es darum, dass Gott möchte, dass jemand, der arbeitet, dafür jetzt seinen Lohn erhält (also „entlohnt“ wird). Er soll das bekommen, was für seinen Lebensunterhalt erforderlich ist. Speziell um diese zweite Seite geht es bei unseren Überlegungen in dieser Ausarbeitung.

Es dürfte klar sein, dass dieser Grundsatz Gottes auch auf Brüder und Schwestern zu übertragen ist, die sich ihrem Herrn vollzeitig zur Verfügung stellen und ganz in seinem Werk arbeiten. Sie sollen nicht ohne Lohn bleiben. Gott möchte nicht, dass sie deshalb materielle Not leiden oder benachteiligt werden, weil sie einen himmlischen und keinen irdischen Arbeitgeber haben. Die Frage stellt sich, auf welche Art und Weise Gott dafür sorgt.

Zunächst wird es jedoch gut sein, kurz über einen Punkt nachzudenken, über den es bisweilen nicht ganz klare Gedanken gibt. Er lautet: Was bedeutet es eigentlich, im Werk des Herrn zu arbeiten? Damit wollen wir uns in Teil 1 beschäftigen, bevor wir dann in Teil 2 über die finanzielle Versorgung der Diener nachdenken.

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