Elisa, der Prophet

Die Rückkehr der Sunamitin

„Und Elisa hatte zu der Frau, deren Sohn er lebendig gemacht hatte, geredet und gesagt: Mach dich auf und geh hin, du und dein Haus, und halte dich auf, wo du bleiben kannst; denn der HERR hat eine Hungersnot herbeigerufen, und sie kommt auch ins Land sieben Jahre lang“. 1 Dieses Ereignis hatte also vor dem, was in Kapitel 7 geschah, stattgefunden. Ungeachtet dessen verließ die Sunamitin das Land Israel auf göttlichen Befehl, der durch Elisa gegeben wurde. Schwere Zeiten standen bevor, „denn der Herr, HERR, tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, offenbart habe“ (Amos 3,7). Der Herr trug Sorge für die gottesfürchtige Sunamitin und sandte sie von dort weg. Ist es nicht gut, mit Gott zu tun zu haben? Die Auswanderung dieser Familie fand also auf einer völlig anderen Grundlage statt als die von Elimelech und Noomi (Ruth 1). Diese waren aus menschlichen Beweggründen weggegangen, was großes Elend zur Folge hatte. Die Richtschnur für uns finden wir in den Worten unseres Herrn in Matthäus 4,4: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht“. Lasst uns auf den sehen, der in der Wüste nicht ohne die Zustimmung Gottes handeln wollte, obwohl Er die Macht gehabt hätte, seine Bedürfnisse zu erfüllen! Würden doch auch wir in schwierigen Zeiten darauf vertrauen, dass Gott uns nicht im Stich lässt. Er wird uns zu seiner Zeit lenken und leiten. Saul verlor sein Königreich dadurch, dass er in einer Notlage etwas zu ungeduldig war (1. Sam 13,11–14).

Beachten wir, dass die schwierige Zeit begrenzt war „sieben Jahre“. Er, der auf dem Thron sitzt, wird niemals zulassen, dass der Feind die Zügel in die Hand nimmt. Er hält die Hand über alles, was die Seinen treffen muss, und der Feind hat keine Macht, dieses Maß zu überschreiten. So sind auch die Leiden der Auserwählten während der großen Drangsalszeit auf 1.260 Tage (Off 12,6) bemessen. Satan könnte daraus nicht 1.261 Tage machen, egal wie sehr er es wollte. Als er Hiob zu vernichten suchte, durfte er ihn nur stückweise, wie von Gott vorgeschrieben, antasten. „Zeiten und Gesetze“ (religiöse Institutionen) mögen in seine Hand gegeben sein, aber nicht das Volk Gottes (Dan 7,25).

Als die Sunamitin aus ihrem 7jährigen Exil zurückkehrte, bat sie den König um eine Erstattung für ihr Haus und ihr Land, die sie dann wegen ihres Sohnes auch tatsächlich erhielt. Die Geschichte von seiner Rückkehr ins Leben hatte den König tief beeindruckt. Sie ist somit ein Bild von Israel, fern vom Land, in dem gerade Hungersnot herrscht, wird es in dem gestorbenen und auferstandenen Christus alles wieder bekommen. An diesem frohen Tag werden sie sagen: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst“. Es wird für sie wie die Auferweckung aus den Toten sein.

Scheinbar zufällig war auch Gehasi vor Ort, als die Sunamitin zum König kam. Doch dafür hatte Gott gesorgt. Gehasi erzählte gerade dem König die Geschichte der Frau, denn Joram wollte unterhalten werden und hatte zu Gehasi gesagt: „Erzähle mir doch alle großen Dinge, die Elisa getan hat!“ Er wollte keine göttliche Unterweisung von dem ehemaligen Diener des Herrn, sondern er verlangte (wie bereits erwähnt) Unterhaltung. Ähnlich verhalten sich auch viele in der Christenheit heutzutage. Sie lehnen ein offenes Gespräch über die Ewigkeit ab, haben aber kein Problem damit, über solche zu reden und ihr Verhalten zu erörtern, die einen Predigtdienst tun. Hätte Joram das Gespräch mit Johannes dem Täufer oder dem Apostel Paulus gesucht, hätte er etwas über „Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und das kommende Gericht“ gehört und hätte vor Furcht gezittert (Apg 24,25). Aber Gehasi war nun für ein derartiges Werk unbrauchbar. Er hatte in Verbindung mit dem Zeugnis Gottes gestanden, das Elisa anvertraut worden war, jetzt war er jedoch leider außen vor und konnte nur noch über Vergangenes berichten. Die Gegenwart war für ihn in geistlicher Hinsicht vollkommen leer. Was für ein Jammer! Dieser Fall macht uns deutlich, welche Gefahren es für uns alle gibt! Möge Gott uns gnädig sein! Das Geld war sein Verderben. Wie ernst warnt uns der Apostel vor dieser Gefahr in 1. Timotheus 6. Er unterscheidet zwischen denen, die reich werden wollen (V. 9–11) und denen, die reich sind (V. 17–19). Die, die reich werden wollen, begeben sich in schreckliche Gefahr, und die, die reich sind, haben eine große Verantwortung in Bezug auf den kommenden Tag.

Die Schrift nennt uns eine Reihe von Personen, die geistlich gescheitert sind. Einer davon ist der alte Prophet in 1. Könige 13 und Demas. Wir brauchen nicht die Errettung dieser Menschen in Frage zu stellen, denn das ist nicht der Punkt, den der Heilige Geist vor Augen hat. Es geht vielmehr darum, dass sie mit der Welt gespielt haben und so ihr Zeugnis für Gott in der Gegenwart verloren haben. Jeder von uns könnte das Gleiche tun. Wie ernst, wenn wir dann vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden! Der Herr möge uns in demütigem Wandel vor Ihm erhalten!

Fußnoten

  • 1 Im Original steht hier: “Let us adopt the Revised rendering of 2 Kings 8:1, for it will help us in the understanding of the passage.“ Dieser Satz wurde ausgelassen.
Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht