Der Prophet Haggai
Der Prophet Haggai

Haggai, meine lieben Leser, ist der zehnte der zwölf kleinen Propheten. Wir haben bereits über neun dieser Propheten gesprochen und einen kurzen geschichtlichen Überblick über ihr Leben gegeben. Dabei haben wir auch versucht, den Charakter ihrer Mission darzustellen. Nachdem wir diese Serie unterbrechen mussten, ist es notwendig, dass wir zeitlich ein wenig weiter zurückgehen.[1]

Deportation und Rückkehr nach Jerusalem

Beim Studieren der Propheten Jona, Hosea, Amos und Jesaja haben wir gesehen, wie die zehn Stämme nach Assyrien verschleppt wurden; in den nachfolgenden Betrachtungen sahen wir dann, wie die Stämme Juda und Benjamin, die als Überrest in Jerusalem geblieben waren, nach Babylonien gebracht wurden. Bei der ausführlichen Betrachtung des Propheten Daniel haben wir euch dann berichtet, dass die Juden das Joch der babylonischen Gefangenschaft nach 70 Jahren des Elends im ersten Jahr der Herrschaft von Kores abgeschüttelt haben (siehe 2. Chr 36,22–23 und Esra 1).

Kores bestieg den Thron nach dem Tod von König Darius, dem Meder. Unter diesem Fürsten behielt Daniel die Achtung und Wertschätzung, die er bis dahin genossen hatte, und er fand die Gelegenheit, diesem neuen König durch das Buch Jesaja (Kap. 44,28; 45,1–8) zu zeigen, dass Gott ihn schon vor 200 Jahren namentlich benannt hatte und dass er ihn sogar als seinen Diener bezeichnet hatte, um seinem Volk das Werkzeug der Befreiung zu sein. Diese Offenbarung bewirkte eine solche Verehrung des Gottes Israels in Kores, dass er sich im ersten Jahr seiner Herrschaft den Juden gegenüber günstig zeigte und ein Edikt erließ, dass alle Juden seines Königreichs, die in ihre Heimat wollten, zurückkehren und den Tempel Gottes wieder aufbauen durften. Der Geschichtsschreibung nach wurde diese Erlaubnis 535 Jahre vor der Geburt Jesu Christi erteilt. Gleichzeitig befahl der König allen seinen Untertanen, den Juden die Mittel für ihre Reise zur Verfügung zu stellen. Den Juden, die im Land bleiben wollten, wurde befohlen, die Auswanderer mit Gold, Silber, Vieh und Nahrung zu versorgen, damit sie die Reise antreten und den Tempel wieder aufbauen konnten. Kores tat noch mehr, indem er befahl, dass ihnen die Gold- und Silbergefäße, die aus dem Tempel in Jerusalem mitgenommen und nach Babylon gebracht worden waren, wieder zurückgegeben werden sollten. Jedoch nur ein kleiner Teil des jüdischen Volkes machte von der Erlaubnis des Königs Gebrauch. Das ist insofern nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass sie in den Provinzen, in die sie verstreut waren, reiche Besitztümer erworben hatten, die ihnen ein komfortables Leben ermöglichten. Außerdem genossen sie eine größere Freiheit was den Gottesdienst betraf, denn der Götzendienst der Babylonier wurde unter dieser neuen Herrschaft verachtet, da die Perser nur einen Gott anbeteten. Diejenigen, die auswanderten, taten dies zweifellos aus Glauben an die Verheißungen Gottes. Nicht weniger als das war nötig, um sie dazu zu bringen, bequeme Häuser, lukrativen Handel und fruchtbare Felder zu verlassen und eine lange, beschwerliche und gefährliche Reise in ein Land zu unternehmen, das in 70 Jahren zu einer wahren Wüste geworden war, in der sie nur noch die Ruinen und Trümmer der Städte und Dörfer finden würden, die einst von ihren Vorfahren bewohnt worden waren. All dies hinderte die fast fünfzigtausend Menschen nicht daran, den Entschluss zu fassen, in ihre verwüstete Heimat zurückzukehren.

Um eine derart lange Reise zu bewältigen, brauchten die Auswanderer einen Anführer; und der König gab ihnen einen in der Person von Serubbabel (was „in Babel gezeugt“ bedeutet), der in der chaldäischen Sprache Sesbazar („freudig in Drangsal“) genannt wurde und aus dem Geschlecht Davids stammte. Der Hohepriester, der sie begleitete, hieß Josua (das heißt „Retter“). Sie hatten auch Hunderte von Sängern dabei, die ihre Reise mit Lobgesängen belebten.

Der Zustand des Volkes nach seiner Rückkehr, zur Zeit Esras

In Jerusalem angekommen, sammelten die Fürsten eines jeden Stammes an der Stelle, wo früher der Tempel gestanden hatte, eine beträchtliche Menge Gold und Silber, um den Tempel wieder aufzubauen oder die Priestergewänder zu schmücken. Die Kinder Israel nahmen auch ihre alten Städte wieder in Besitz. Im siebten Monat nach ihrer Ankunft versammelten sie sich in Jerusalem, um das Laubhüttenfest zu feiern. Zuerst richteten sie den Altar des Gottes Israels wieder an seiner Stätte auf, und nachdem sie die für dieses Fest vorgeschriebenen Brandopfer dargebracht hatten, führten sie die täglichen Opfer wieder ein. Nach dem Fest wurden schließlich die Vorbereitungen zum Wiederaufbau des Tempels getroffen. Im folgenden Jahr legten sie den Grundstein des Tempels auf dem Berg Morija, an der Stelle, wo einst Salomos Tempel gestanden hatte. Das geschah mit großem Aufwand; die Priester, in ihre Priestergewänder gekleidet, bliesen Trompeten, die Leviten spielten auf Instrumenten und sangen Loblieder zur Ehre des Herrn: „Denn er ist gütig, denn seine Güte währt ewig über Israel“ (Esra 3,11), und das Volk antwortete mit Jubel und Freude. Die alten Männer jedoch, die die Pracht des ersten Tempels gesehen hatten, konnten nicht umhin, bei der Erinnerung an diesen ersten Tempel in Tränen auszubrechen.

Der Stopp des Tempelbaus und die Rolle der Propheten

Die Samariter aus der Nachbarschaft (lesen Sie dazu, was wir über diese Fremden in der entsprechenden Betrachtung über sie gesagt haben) kamen dann, um mit den Juden an diesem Gebäude zu arbeiten. Sie dachten, dass sie dadurch das Recht erlangen könnten, gemeinsam mit ihnen den Tempel zu nutzen und dort anzubeten; aber da die Samariter ihren Götzendienst mit jüdischen Verordnungen vermischten, verweigerten ihnen Serubbabel und der Hohepriester Josua korrekterweise die Erlaubnis, um die sie gebeten hatten. Die Samariter, erbost über diese Ablehnung, beschwerten sich beim König über die Juden. Und als es ihnen gelungen war, die Ratgeber der Herrschaft zu korrumpieren, erwirkten sie ein Dekret, durch das die Arbeiten bis zum Tod Kores' ausgesetzt wurden. Danach wurde durch ein weiteres Dekret, das sie von seinem Nachfolger erhielten, das Verbot des Wiederaufbaus aufrechterhalten; dieses Verbot galt über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren. All diese Hindernisse führten dazu, dass die Menschen den Eifer und den Mut verloren, mit dem sie sich vorgenommen hatten, das Haus Gottes wieder aufzubauen. Stattdessen waren sie damit beschäftigt, sich schöne Häuser zu bauen, und da sie nur daran dachten, ihr zeitliches Wohlergehen zu steigern, wurden sie immer nachlässiger in Bezug auf Gehorsam, Unterordnung und Anbetung – also die Dinge, die sie Gott schuldig waren. Als spürbare Konsequenz für sie, segnete Gott nicht weiterhin ihr Land, ihre Arbeit und ihren Handel und ließ ihnen durch die Propheten Haggai und Sacharja erklären, dass ihre Nachlässigkeit was den Gottesdienst und den Bau des Tempels betraf, die Ursache dafür war, dass dem ganzen Land sein Segen entzogen wurde. Gleichzeitig ermutigten diese Männer Gottes sie, indem sie sagten, dass sie sich nicht fürchten sollten, sich mit neuem Eifer wieder an die Arbeit zu machen, im Vertrauen darauf, dass sie es schaffen könnten, dass Gott sie bei diesem Unterfangen beschützen würde und dass Er mit ihnen sein würde.

Haggai und seine Prophetie

Kommen wir nun, liebe Leser, zur prophetischen Mission des Haggai. Wir finden keine Einzelheiten über sein Leben. Er tritt erst in Erscheinung als Gott ihn gebrauchen will, fünfhundertzwanzig Jahre vor Christus, im zweiten Jahr des Königs Darius, Sohn des Hystaspis. Als Zeitgenosse von Daniel und Sacharja weissagte er kurz vor diesem, als er, wie wir gerade gesehen haben, zu den Juden in Juda und Jerusalem sprach. Seine prophetische Berufung dauerte jedoch nur vier Monate.

Die erste Weissagung

Zuerst kritisiert er das Volk wegen seiner Gleichgültigkeit gegenüber dem Haus des Herrn: „Ist es für euch selbst Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus wüst liegt? ... Richtet euer Herz auf eure Wege! Steigt auf das Gebirge und bringt Holz herbei und baut das Haus, so werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden ... Ihr habt nach vielem ausgeschaut, und siehe, es wurde wenig ... so blies ich darein. Weshalb das?, spricht der HERR der Heerscharen; wegen meines Hauses, das wüst liegt, während ihr lauft, jeder für sein eigenes Haus. Darum hat der Himmel den Tau über euch zurückgehalten und die Erde ihren Ertrag zurückgehalten. Und ich habe eine Dürre gerufen über das Land und über die Berge und über das Korn und über den Most und über das Öl und über das was der Erdboden hervorbringt, und über die Menschen und über das Vieh und über alle Arbeit der Hände“ (1,1–11). Die Stimme des Herrn durch den Mund des Propheten wurde gehört, denn 23 Tage später widmete man sich erneut dem Wiederaufbau des Tempels.

Worte der Ermutigung und zweite Weissagung

Danach ermutigt der Prophet das Volk bezüglich ihrer Arbeit, indem er ihnen versichert, dass der Geist des Herrn mit ihnen ist wie bei ihrer Ausreise aus Ägypten, und indem er ihnen verkündet, dass die letzte Herrlichkeit dieses Tempels durch das Kommen des Messias, dem Ersehnten aller Nationen, die erste Herrlichkeit noch übertreffen würde: „... Wer ist unter euch übriggeblieben, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat? Und wie seht ihr es jetzt? Ist es nicht wie nichts in euren Augen? Und nun sei stark, Serubbabel, spricht der HERR; und sei stark, Josua, Sohn Jozadaks, du Hoherpriester, und seid stark, alles Volk des Landes, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht der HERR der Heerscharen. Das Wort, das ich mit euch eingegangen bin und mein Geist bestehen in eurer Mitte: Fürchtet euch nicht! Denn so spricht der HERR der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Zeit ist es, da werde ich den Himmel erschüttern und die Erde und das Meer und das Trockene. Und ich werde alle Nationen erschüttern; und das Ersehnte aller Nationen wird kommen, und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit füllen .... Mein ist das Silber und mein das Gold .... Die letzte Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die erste, ... und an diesem Ort will ich Frieden geben, spricht der HERR der Heerscharen“ (2,1–9). Das Haus, das sie mit so viel Kummer wieder aufgebaut haben, das in ihren Augen so schäbig wirkte im Vergleich zu seiner früheren Herrlichkeit, würde der Herr mit Herrlichkeit erfüllen. Die wahre Herrlichkeit dieses Hauses wäre Christus selbst – das Ziel dieses Abschnitts ist es, zu bestätigen, dass das Haus mit Herrlichkeit erfüllt werden wird. In der Zwischenzeit wird die äußere Herrlichkeit entsprechend gestaltet: das Silber und Gold gehören dem Herrn. Aber die Nationen, die sich gegenseitig bedrängt und unterdrückt haben und nicht wissen, wo sie Glück, Kraft und Frieden finden können, werden in Ihm, der allein die Herrlichkeit des Herrn darstellt und der wahren Frieden geben wird – Christus allein – Glück und Befreiung finden. Er wird die Herrlichkeit des Hauses sein, das dieser schwache Überrest gebaut hat.

Der Geist des Herrn erklärt hier, dass die letzte Herrlichkeit dieses Hauses größer sein wird als seine erste Herrlichkeit. Es ist nicht so, wie es oft fälschlicherweise verstanden wird, die Herrlichkeit des letzten Hauses, denn das Haus wird immer noch als dasselbe Haus angesehen, aber Gott wird es am Ende herrlicher machen als am Anfang, die Herrlichkeit des Herrn selbst wird dort ihren Sitz haben. Das ist es, was sich in den letzten Tagen erfüllen wird. – Der es mit Herrlichkeit erfüllt ist gekommen. Nachdem Er aber für die Seele, die Ihn im Glauben als Retter annimmt, ewigen Frieden geschenkt hatte, musste Er den Menschen wegen des beklagenswerten Zustands, in dem sich die Welt befand, als Er kam, einem Zustand, der entfernt davon war, sagen: „Wähnt nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert“ (Matthäus 10,34). Wenn der Herr alle Völker erschüttert hat, wird Er mit seinem Kommen in Herrlichkeit Frieden auf die Erde bringen.

Lieber Leser, der diese Zeilen liest, haben Sie Frieden mit Gott? Christus hat „durch das Blut seines Kreuzes Frieden gemacht“. Haben Sie sich im Glauben unter die Besprengung dieses kostbaren Blutes gestellt, um von all Ihren Sünden gewaschen und weiß wie Schnee zu werden? Haben Sie in Ihm Glück, Kraft und Befreiung von dem Zorn gefunden, der über eine rebellische und unbußfertige Welt kommt? Können Sie sich der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes rühmen? Diese Fragen richte ich in aller Ernsthaftigkeit an Ihre Herzen. Möge der Herr Ihnen Gnade schenken, dass Sie, wenn Sie diese nicht mit einem Ja beantworten können, dies heute noch tun können. Dazu genügt es, wenn Sie im Glauben und im Bewusstsein über den eigenen sündigen Zustand den Blick auf den eingeboren Sohn Gottes richten. Schauen Sie sich diesen Sohn des Menschen an, der am Kreuz erhöht wurde, „auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe“. Blicke JETZT auf Ihn!

Dritte Weissagung

Haggai wendet sich dann zum dritten Mal an diesen kleinen jüdischen Überrest, der nach Jerusalem und Juda zurückgekehrt war, und sagt ihnen, dass sie wegen ihrer Sünden nur eine magere Ernte hatten: „ ...Und nun richtet doch euer Herz auf die Zeit von diesem Tag an und aufwärts, ehe Stein auf Stein gelegt wurde am Tempel des HERRN! Bevor dieses geschah: Kam man zu einem Garbenhaufen von 20 Maß, so wurden es 10; kam man zu dem Fass, um 50 Eimer zu schöpfen, so wurden es 20. Ich schlug euch mit Kornbrand und mit Vergilben, und mit Hagel alle Arbeit eurer Hände; und ihr kehrtet nicht zu mir um, spricht der HERR. ... Von diesem Tag an will ich segnen“ (2,10–19).

Vierte Weissagung

Schließlich richtete sich das Wort des Herrn am 24. Tag des neunten Monats zum vierten Mal während seiner kurzen Mission als Prophet wieder an Haggai und sagte: „Rede zu Serubbabel, dem Statthalter von Juda, und sprich: Ich werde den Himmel und die Erde erschüttern. Und ich werde den Thron der Königreiche umstürzen und die Macht der Königreiche der Nationen vernichten; und ich werde die Streitwagen umstürzen und die, die darauf fahren; und die Pferde und ihre Reiter sollen hinfallen, jeder durch das Schwert des anderen. An jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, werde ich dich nehmen, Serubbabel, Sohn Schealtiels, meinen Knecht, ... und werde dich wie einen Siegelring machen. Denn ich habe dich erwählt, spricht der HERR der Heerscharen“ (2,20–23). Wir haben hier in Serubbabel ein bemerkenswertes Vorbild auf den Herrn Jesus, den großen Befreier, auf dem die Gunst des HERRN ruht. Gott stürzt den Thron der Königreiche, indem Er Christus, den wahren Serubbabel, als den auserwählten Mann, als Siegelring an seiner rechten Hand einführt.

Anwendung auf die heutige Zeit

Kurz gesagt, das Thema, mit dem sich Haggai beschäftigt, ist der Tempel in Jerusalem; und Gott will durch seinen Propheten zeigen, dass sein irdischer Segen mit dem Haus verbunden ist, das Er als das seine anerkennt, wie schwach es auch sein mag. Nun wird Israel wegen seines Widerstands, der so weit ging, den Messias zu verwerfen und sogar zu töten, eine Zeit lang beiseitegesetzt. Gott hat sich den Nationen zugewandt, aus welchen Er ein Volk für seinen Namen hervorbringen wird, nämlich alle Gläubigen, alle, die den Herrn Jesus durch Glauben als ihren Retter annehmen. Diese bilden heute das wahre Haus Gottes; und wenn der Letzte der Auserwählten offenbart worden ist und in das Gebäude, das ist der Leib mit Christus als Haupt, eingetreten ist, wird der Herr selbst kommen, um die Seinen zu sammeln. Diese werden Ihm in den Wolken in der Luft entgegenkommen, dabei werden sie Ihm gleichgemacht, wenn sie Ihn sehen, wie Er ist. Dann werden sie mit Ihm zurückkehren, wenn Er kommt, um als Mann Gottes alles auf der Erde und im Himmel in Besitz zu nehmen. Dadurch dass Christus selbst als der Erbe Davids eingreift, wird Gott seine Beziehung zu Israel wieder aufnehmen, wegen der Verheißungen, die den Vätern gegeben wurden; und indem Er den Messias einführt, wird Gott gemäß dem Ratschluss seiner Gnade alles in Herrlichkeit errichten. Aber der Errichtung dieser Herrlichkeit wird notwendigerweise das Erschüttern aller Dinge vorausgehen, von denen unser Prophet spricht. Dann wird die mächtige Hand Gottes im Gericht gegen die gottlose Welt handeln, und Jesus selbst wird Gottes Gericht auf der bewohnbaren Erde ausüben. Die Bösen werden durch den Hauch seines Mundes vernichtet werden, Satan wird tausend Jahre lang gebunden sein und darauf warten, mit all denen, die zu ihm gehören, in den Feuersee geworfen zu werden. Während dieser tausend Jahre, die das Tausendjährige Reich genannt werden, wird Christus auf der wiederhergestellten Erde regieren mit Jerusalem und dem Tempel als Zentrum seiner Herrlichkeit. Dann wird sich die Prophezeiung Haggais erfüllen; denn dieser Tempel, der so oft zerstört wurde, wird an jenem Tag in einer Pracht wiederhergestellt werden, die alles vorhergehende übertreffen wird. Er wird wiederhergestellt werden, damit der Gottesdienst, durch den Gott sich mit Israel verbunden hatte und den Israel nicht aufrechtzuerhalten vermochte, wieder neu eingeführt wird und zwar in einer Weise, dass Er, der einzig Würdige verherrlicht wird, Er, dem allein alle Ehre, Herrlichkeit und Macht gebührt.

Liebe Leser, die Sie diese Zeilen lesen, gehören Sie zu denen, die mit Christus in der Zeit der Wiederherstellung aller Dinge regieren werden, oder gehören Sie zu denen, über die Er Gericht und Rache ausüben wird? Freuen Sie sich mit denen, die Ihn zur Rettung erwarten und mit Ihm zurückkehren werden, oder zittern Sie bei dem Gedanken, dass Er als Richter zurückkehren wird? Wenn Sie sich jetzt nicht darüber freuen können, Jesus, den Erretter, zu sehen, dann ergreifen Sie jetzt im Glauben die Rettung, die Er Ihnen durch sein kostbares Blut anbietet, das Er für uns vergossen hat. Dieses Blut reinigt uns von aller Sünde, macht uns fleckenlos rein, passend für die heilige und herrliche Gegenwart Gottes und gibt uns das Recht und die Fähigkeit, am Erbe der Heiligen in dem Licht teilzuhaben.

„Also seid ihr denn nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“ (Epheser 2,19).

„Christus aber als Sohn über sein Haus, dessen Haus wir sind, wenn wir nämlich die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten“ (Hebräer 3,6).