Sind die „Tage", „Zeiten" und „Monate" in Offenbarung 12 und 13 wörtlich oder symbolisch zu verstehen?

Bibelstelle(n): Offenbarung 12,6.14; 13,5

In diesen Kapiteln begegnen wir verschiedenen Zeitangaben:

  1. 1260 Tage (Off 12,6)
  2. eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit (Off 12,14)
  3. 42 Monate (Off 13,5)

In der ersten dieser Perioden sehen wir, wie Gott in Gnade jeden einzelnen Tag jener schrecklichen Zeit zählt, in der Sein Volk unter dem Tier und dem Antichristen furchtbar zu leiden hat. Welch ein Trost für die Leidenden in dieser Zeit unvergleichlicher Drangsal, zu wissen, dass die Zeit ihrer Verfolgung von Gott genau bemessen ist. Nach dieser Zeit werden die Feinde keine Macht mehr über sie haben. „Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden" (Mt 24,22).

In der zweiten Erwähnung dieser Zeitperiode sehen wir nicht so sehr das gütige Auge Gottes, das über dem leidenden Überrest Israels wacht, sondern mehr die Tatsache, dass der Überrest sich vor dem großen Drachen in Sicherheit bringen kann; deshalb wird diese Zeit hier in viel kleineren Zahlen ausgedrückt: Eine Zeit (ein Jahr) und Zeiten (zwei Jahre) und eine halbe Zeit (½ Jahr) - vergleiche Daniel 4,16-37, was die Bedeutung der Zeitmaße betrifft.

Das dritte Mal wird diese Periode kurz mit 42 Monaten beschrieben, während der das Tier (das wiedererstandene Römische Reich) Gott lästern wird und die, die mit dem Himmel in Verbindung stehen, und während der es besonders gegen die jüdischen Heiligen Krieg führen wird. Man kann deutlich sehen, dass diese unterschiedlichen Beschreibungen sich alle auf denselben Zeitabschnitt beziehen - nämlich auf die große Drangsal, auf die letzte Hälfte der siebzigsten Jahrwoche Daniels.

Da diese Ausdrücke sich alle auf dieselbe Zeitspanne beziehen, auf 3½ Jahre (die „zur Hälfte der Woche" beginnen; Dan 9,27), müssen wir den Schluss ziehen, dass diese Zeitangaben wörtlich und nicht symbolisch zu verstehen sind. Jede andere Interpretation führt zu endloser Verwirrung und leitet den Leser prophetischer Schriften irre.


Online seit dem 03.01.2011.


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