Was ist die Zukunft der Nationen (im Unterschied zu Israel)?

Die Nationen als Ganzes werden sich durch den Dienst von Christen oder christlichen Organisationen bzw. durch gutgemeinte missionarische Dienste nicht bekehren. Das ist auch nicht das gegenwärtige Ziel des Herrn. Er will vielmehr „aus ihnen ein Volk nehmen für seinen Namen" (Apg 15,14). Dann erst wird der Herr die Nationen versammeln und die Königreiche zusammenbringen, um Seinen Grimm über sie auszugießen, die ganze Glut Seines Zornes: „denn durch das Feuer meines Eifers wird die ganze Erde verzehrt werden" (Zeph 3,8).

In Gnade wird gegenwärtig die Kirche gesammelt, dann aber werden die Nationen zum Gericht versammelt werden. Sieh auf die Christenheit, die einen so gewaltigen Einfluss in Europa hatte - ist sie bereit, den „Fürst der Könige der Erde" zu empfangen? Nein. „Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß, und mit seinem Heer" (Off 19,19). (Das Tier ist das wiedererstandene Römische Reich; „sein Heer" sind die himmlischen Heiligen). Und was wird das Ergebnis sein? Ein Engel steht in der Sonne und lädt alle Vögel des Himmels zu dem Mahle Gottes ein. Sollte ein Christ mit der Bibel in der Hand und dem Kapitel 19 der Offenbarung vor Augen noch von einer Zeit großer Erweckungen durch die Predigt der Gnade träumen? Nein, nein! Ein Wort aus Jesaja 26,9 zerstört diese jahrhundertealte Illusion: „Denn wenn deine Gerichte die Erde treffen, so lernen Gerechtigkeit die Bewohner des Erdkreises."

Wir sehen kurz vor der Wiederkunft des Herrn keine bekehrte Welt, sondern eine schlafende Kirche. Der Schall des Mitternachtsrufes hat nicht zum Ziel, die Welt zu evangelisieren, sondern die Kirche aufzuwecken (Mt 25,6.7). Sind denn die törichten Jungfrauen, d. h. die Bekenner, die nicht im Besitz des wahren Lebens und des Heiligen Geistes sind, bekehrt? Nein; wenn der Bräutigam kommt, werden die wahren Gläubigen mit Ihm zur Hochzeit eingehen, während die törichten Jungfrauen draußen bleiben. Das Aufwachen der Kirche, und nicht die Bekehrung der ganzen Welt ist das große Geschehen, das dem zweiten Kommen des Herrn vorausgeht. Es wird also kein tausendjähriges Reich vor dem Kommen des Herrn Jesus Christus geben, und die Welt wird sich nicht bekehren, sondern zum Kampf gegen Ihn antreten. Ein Teil der Welt wird sich gegen Jerusalem versammeln (Sach 14), der andere Teil gegen das Lamm selbst (Off 19).

Hat unser Herr nicht auf diesen Unglauben, der bei Seinem Kommen auf der Erde herrschen würde, hingewiesen, indem Er sagte, „Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde'?" (Lk 18,8). Gerichte von erschreckendem Ausmaß werden die Nationen treffen, besonders die „christlichen" Länder, die die Gnade und ihre Vorrechte so mit Füßen getreten haben. Schwere Gerichte werden das zweite Kommen des Herrn Jesus Christus begleiten; und dann erst wird diese gesegnete Zeit anbrechen, die schon so lange von den Propheten, Aposteln und auch dem Herrn Selbst vorausgesagt wurde. Die Umkehr der Nationen, die durch den Herrn verschont wurden; ihr Auftrag als Verkündiger Seiner Herrlichkeit unter den fernen Nationen (Jes 66,19); ihr gesegneter Dienst, indem sie den jüdischen Überrest unter den Nationen sammeln und „als Opfergabe für den HERRN bringen" (Vers 20); die Gnade, die sie auch zu Priestern und Leviten bestimmt (Vers 21) - diese und andere Segnungen zeigen, dass die Nationen im tausendjährigen Reich eine gesegnete Zukunft genießen werden.

Christus wird als „König über die ganze Erde" regieren, und Er wird den Segen Seiner glorreichen Herrschaft bis zu den entfernten Inseln der Nationen ausdehnen (Jes 51,5) und bis zu den Stämmen der großen arabischen Wüsten (Ps 72,9). Auf Ihn werden deshalb die Nationen hoffen (Röm 15,12). „Und wiederum sagt er: „Seid fröhlich, ihr Nationen, mit seinem Volke!" (Röm 15,10.11). Israel wird dann den zentralen Platz dieser kommenden Tage der Herrlichkeit auf der Erde einnehmen (5. Mo 28,12.13); die Nationen werden Israel untergeordnet sein (Jes 60; Ps 100; Mal 1,11). Gott wird Seinen Geist über alles Fleisch ausgießen (Joel 3,1), und die Masse der dann lebenden Völker wird den Herrn anerkennen, nachdem die Gerichte ihren Lauf genommen haben und die Gottlosigkeit von der Erde verbannt ist. Zuerst aber muss Christus kommen. Er wird den Willen der Nationen mit eiserner Rute brechen und dann die Verschonten und Bekehrten unter ihnen in den vollen Genuss Seiner herrlichen Regierung berufen. Das scheint das Wesentliche von dem zu sein, was uns Gottes gesegnetes Wort über die Zukunft der Nationen sagt.


Online seit dem 30.12.2010.


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