Was für einen Leib hatte der Herr Jesus, nachdem er auferstanden war?

Was für einen Leib hatte der Herr Jesus, nachdem er auferstanden war?
Was ist unter einem "verklärten Leib" zu verstehen ?

Bibelstelle(n): 1. Korinther 15,44

Zu Frage 1: In welch einem Leib war der Herr Jesus, nachdem er auferstanden ist?

In 1. Korinther 15 gibt der Apostel Paulus zahlreiche Belehrungen zu dem Thema „Tod und Auferstehung“. Damals war die Meinung verbreitet, dass es gar keine Auferstehung gäbe. Doch Paulus benutzt u.a. das Bild von Saat und Ernte, um zu zeigen, dass es eine Auferstehung gibt, und dass es nach der Auferstehung einen Leib anderer Art geben wird.

Den Leib, den wir jetzt besitzen, ist ein „natürlicher“ Leib. Wenn dieser Leib stirbt und auferweckt wird, dann wird es ein „geistiger Leib“ sein (1. Kor 15,44). Dies ist wahr, sowohl in Bezug auf den Herrn Jesus, der gestorben ist und auferweckt wurde. Er ist der „Erstling der Entschlafenen“ (1. Kor 15, 20). Aber wenn der Herr Jesus der erste ist, dann werden solche, die an ihn geglaubt haben und auferweckt werden, auch einen „geistigen Leib“ haben, denn wir werden „ihm gleich sein“ (1. Joh 3,2).

Als der Herr Jesus Mensch wurde, hat er „Fleisch und Blut“ angenommen (Heb 2,14). So hat Er einen Leib derselben Art angenommen, wie auch die Menschen ihn besaßen – aber ohne Sünde. Er hat gegessen, getrunken, geschlafen, er hat Schmerzen erduldet – wie sehr hat Er in diesem Leib gelitten! Er hatte auch Empfindungen wie Freude und Traurigkeit. Diesen Leib hatte Gott Ihm bereitet (Heb 10,5).

Nach der Auferstehung begegnet der Herr Jesus der Maria. Sie dreht sich um, sieht Ihn, aber erkannte Ihn nicht (Joh 20,14). Als der Herr Jesus sie fragt, warum sie weine und wen sie suche, denkt sie, es sei der Gärtner. Offensichtlich hat also der Auferstehungsleib des Herrn eine sehr ähnliche Erscheinung wie ein „natürlicher Leib“. Wenn der Herr Jesus der Maria in einer lichten Engelsgestalt oder als ein geistiges Wesen begegnet wäre, hätte sie anders reagiert. Erst als der Herr Jesus Maria direkt anspricht, erkennt sie, dass es der Herr ist. (Es muss ein gewaltiges Erlebnis für sie gewesen sein, dem Herrn zu begegnen!)

Eine weitere Begegnung hatte der Herr Jesus mit Thomas. Zuerst glaubte er nicht und wollte die Kreuzigungswunden sehen. Der Herr Jesus gewährt ihm diesen Wunsch und bittet ihn, dass er seine Hände in seine Seite lege und glauben solle (Joh 20,27). Aus dieser Begebenheit lernen wir, dass der Auferstehungsleib auch noch die Wunden der Kreuzigung trägt. Es scheint so, dass selbst im Himmel diese Zeichen noch sichtbar sind, denn der Herr Jesus wird beschrieben als ein „Lamm wie geschlachtet“ (Off 5,6).

Als der Herr Jesus im Obersaal war und den Jüngern die Worte „Friede euch“ gesagt hatte, weist Er ebenfalls auf seine Wunden als Erkennungsmerkmal hin (Lk 24,39). Außerdem gibt dieser Vers einen kleinen aber wichtigen Hinweis, dass sich der Auferstehungsleib von dem „irdischen Leib“ unterscheidet, denn Er gebraucht hier die Worte „Fleisch und Gebein“ – und nicht „Fleisch und Blut“. Einen weiteren Unterschied macht Er deutlich: sein Leib ist kein Geist. Nein, er konnte betastet werden und Er konnte auch Speise zu sich nehmen (Joh 21,12–15).

Auch wenn der Auferstehungsleib offensichtlich Ähnlichkeit mit dem irdischen Leib hat, so gibt es doch wesentliche Unterschiede: Er konnte durch verschlossen Türen gehen (Joh 20,19) und Er war auch keiner irdischen Bedingung wie Zeit und Raum unterworfen (Lk 24,36–43; Joh 20,19–20).

Wir werden den Herrn in seiner Herrlichkeit sehen (1. Joh 3,2). Als Saulus von Tarsus dem verherrlichten Herrn begegnete, fiel er auf die Erde und konnte nichts mehr sehen (Apg 9,4–9). Auch Johannes sah die herrliche Gestalt des Herrn und „fiel zu Boden wie tot“ (Off 1,17). Wir können in der Herrlichkeit den Herrn anschauen, betrachten und genießen, weil wir dann Ihm gleich sein werden und einen Herrlichkeitsleib haben, der sich in seiner Gegenwart aufhalten kann.

Auch wenn die Bibel uns keine Beschreibung des Auferstehungsleibes gibt, dann haben wir doch in der Schrift wichtige Hinweise, die ich versucht habe zu beleuchten. Wir wollen nicht über das hinaus gehen, was die Schrift sagt.

Zu Frage 2: Was ist unter einem „verklärten Leib“ zu verstehen?

Dieser Ausdruck ist mir so nicht geläufig. Meines Wissens kommt er so in der Schrift nicht vor. Möglicherweise können wir aber an die Begebenheit auf dem Berg denken, als der Herr Jesus umgestaltet oder „verklärt“ wurde. Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß strahlend. Petrus spricht später über diese Augenblicke, als der Herr „von Gott dem Vater Ehre und Herrlichkeit empfing“ (2. Pet 1,17).

Jedenfalls ist diese Begebenheit ein Bild der zukünftigen Herrlichkeit des Herrn Jesus, wenn Er in Herrlichkeit erscheint und auf der Erde das Reich aufrichten wird – natürlich wird Er dann den Auferstehungsleib haben, wie auch alle Gläubigen, die mit ihm erscheinen werden (1. Pet 5,1).


Online seit dem 12.06.2009.


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