Hirte – Bibel-Lexikon

Hebr. raah (oft auch mit „weiden" übersetzt), griech. ποιμήν. Der Wohlstand im Orient bestand im Allgemeinen in dem Besitz von Herden. Der Hirte hatte daher eine wichtige und ehrenvolle Position. David hütete Schafe. Joseph wies seine Brüder an, dem Pharao zu sagen, dass sie Schafhirten seien und baten so um die Erlaubnis, in Gosen wohnen zu dürfen. Für die Ägypter war jeder Hirte etwas Abscheuliches. Solche, die dem Volke Gottes zur Hilfe sein sollten, werden ebenfalls als Hirten bezeichnet. Diese, wie auch alle anderen, hatten versagt; sie hatten die Schafe zu Grunde gerichtet und zerstreut (Jer 2,8; 3,15; 12,10; 17,16; 22,22; 23,1.2).

Die Schwierigkeiten und Härten des Hirtenlebens im Orient sehen wir deutlich z.B. in der Geschichte Jakobs. Er mußte einiges in seiner Zeit bei Laban durchstehen (1. Mo 31,39.40). Und bis heute muss an manchen Orten der Hirte bewaffnet sein, um sich vor wilden Tieren und auflauernden Dieben zu schützen.

Im Orient sieht man oft, dass Schafe einem Hirten folgen. Jedes Schaf trägt einen Namen und kennt die Stimme des Hirten. Dies ist wiederholt getestet und bestätigt worden. All das ist ein wunderschönes Bild von der Beziehung zwischen dem HERRN und Israel bzw. von Christus und der Versammlung. Die Schafe Christi kennen die Stimme des guten Hirten. Sie finden Heil, Freiheit und Weide (Nahrung), indem sie dem folgen, der sie leitet.

Der gute Hirte gibt ihnen ewiges Leben, denn er hat sein eigenes Leben für die Schafe gegeben (Joh 10,11). Darüber hinaus ist Christus auch der große Hirte. Das Werk, welches er ausgeführt hat, konnte nur durch jemanden ausgeführt werden, der selbst Gott war - auch wenn er Mensch werden musste, um die Erlösung zu vollbringen.

Der Hirte (oder Seelsorger) ist eine der Gabe der Versammlung (Eph 4,11). Seine Aufgabe ist es, die Schafe zu ernähren und zu hüten. Er besitzt die Gabe, den Heiligen individuell zu helfen, ihnen in ihren Versuchungen und Schwierigkeiten beizustehen. Der Hirte wendet das Wort Gottes zu ihrer Leitung und Ermutigung an, aber auch um sie zu korrigieren und zu beraten, wenn es nötig ist.

Christus ist jedoch der Oberhirte (o. Erzhirte, 1. Pet 5,4), der über alle ist. Die Schafe sind sein Eigentum. Er gibt ihnen die feste Zusage, dass sie niemals verloren gehen (1. Mo 49,24; Ps 23; Sach 13,7; Joh 10,2-16; Heb 13,20; 1. Pet 5,4 etc.).

 


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Schafhirte


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