Inspiration – Bibel-Lexikon

Obwohl dieses Wort in der Bibel nur ein Mal in Bezug auf die Schriften vorkommt, ist dieser Ausdruck wichtig und voll tiefer Bedeutung. „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit; damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt" (2. Tim 3,16.17). Dies stellt alle Schrift auf die eine Grundlage der Inspiration, sei es historisch, lehrmäßig oder prophetisch. Wir lernen durch diese Verse, dass nicht die Personen, die schrieben, inspiriert worden waren, sondern dass die Schriften selbst göttlich eingegeben sind. (Vergleiche 2. Petrus 1,21).

Alle Schriften sind aus Worten zusammengesetzt. Wenn nun diese Schriften inspiriert sind, so sind es auch die Worte als solche. Das wird üblicherweise auch als „Verbalinspiration" bezeichnet. Andere Stellen sprechen von der Wichtigkeit der „Worte". Petrus sagt: „Zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte (ρηματα) ewigen Lebens." (Joh 6,68). Diese Worte finden wir in den Evangelien. Als es um die Frage der Nationen ging, die ohne beschnitten zu sein gesegnet waren, führt Jakobus in seiner Rede die „Worte" der Propheten an (Apg 15,15). Paulus schreibt an die Heiligen in Korinth#: „...die wir auch verkündigen, nicht in „Worten" (>λογοι), gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist." (1. Kor 2,13). Der Heilige Geist lehrte Paulus, welche Worte er benutzen sollte. Die Gesamtheit der Schriften bildet das Wort Gottes. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament lesen wir von „den Worten Gottes" (1. Chr 25,5; Esra 9,4; Ps 107,11; Joh 3,34; 8,47; Off 17,17). Sein Wort muss weder ergänzt noch darf davon etwas weg genommen werden (5. Mo 4,2; 13,1; Off 22,18.19).

Die obigen Abschnitte sollen dazu beitragen, dass einfache Seelen davon überzeugt werden, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist. Nichts weniger wäre Gott gegenüber angemessen, und nichts weniger als dieses würde den Bedürfnissen des Menschen gerecht. Inmitten der vielen unsicheren Dinge um uns herum benötigt der Mensch Worte, auf die sein Glaube sich stützen kann. Diese hat er in den inspirierten Schriften. Der Herr Jesus sagt: „Die Worte (ρηματα), die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben." (Joh 6,63). Er hat Worte ewigen Lebens; und, durch die Gnade Gottes haben viele Seelen sie als solche erkannt und haben keine Zweifel an der vollkommenen Inspiration der Schrift ebenso wenig wie an der Existenz Gottes selbst.

Es muss angemerkt werden, dass die Schrift die Aussprüche böser Menschen und Satans selbst aufzeichnet. Es muss fast nicht erwähnt werden, dass nicht diese Aussprüche sondern die Aufzeichnungen darüber inspiriert sind. Paulus macht ebenso, wenn er über die Frage der Heirat schreibt, einen Unterschied zwischen dem, was er als sein Urteil und was er als Gebote des Herrn schreibt. „Ich gebe eine Meinung", sagt er; und noch einmal, „ich gebiete aber" (1. Kor 7,6.10.12.25). Er war angewiesen, sein geistliches Urteil aufzuzeichnen und zu zeigen, dass es kein Befehl sei.

Einige haben eine Schwierigkeit mit dem, was das menschliche Element der Inspiration genannt wird. Wenn die Worte der Schrift inspiriert sind, so wird gefragt, wie kann es dann sein, dass der Stil des Verfassers so offensichtlich ist? Der Stil des Johannes zum Beispiel unterscheidet sich klar von dem des Paulus. Die einfache Antwort ist, dass so, wie viele unterschiedlich sprechen, auch unterschiedlich schreiben. Gott hat den Verstand des Menschen genauso wie seinen Körper gemacht. Gott ist sicherlich in der Lage, den Verstand eines jeden Schreibers so zu benutzen, dass dieser genau das schreibt, was Gott wünscht. Gott benutzt den Verstand des Menschen, um seine eigenen Absichten mit dem Menschen zu erklären.

Ferner ist behauptet worden, dass die Lehre der Verbalinspiration wertlos sei, wegen der Verschiedenheiten der griechischen Manuskripte, die es an manchen Stellen fast unmöglich machen, die Wörter eindeutig zu bestimmen. Aber dieses berührt nicht in jedem Fall die Frage der Inspiration, bei der es sich darum handelt, dass die geschriebenen Worte von Gott inspiriert wurden. Ob wir eine korrekte Kopie bzw. Übersetzung besitzen, ist eine ganz andere Frage. Die Abweichungen in den griechischen Manuskripten beeinträchtigen in keiner Weise die fundamentalen Lehren des Christentums Nur an einigen Stellen sind die Worte zweifelhaft.

Ein anderer Einwand zum Wert der Verbalinspiration ist der, dass die meisten Personen die Schrift in einer Übersetzung lesen, wovon nicht gesagt werden kann, dass die Worte inspiriert seien. Aber wenn die Übersetzung exakt die gleiche Bedeutung wie im Original transportiert (Anm. des Übersetzers: nämlich dem Sinn und nicht dem Buchstaben nach), darf davon gesprochen werden, dass die Worte inspiriert sind: zum Beispiel kann sicherlich gesagt werden, dass die Worte „Gott ist Liebe" dieselben sind wie „ο θεος αγαπη εστιν" oder „Deus caritas est", „Dieu est amour", oder „Dio e carita", und zwar für solche, die es lesen können. Es mag sein, dass die oben genannten Übersetzungen nicht in allem dieselben wie im Griechischen sind; aber diese Tatsache zeigt lediglich die große Wichtigkeit, eine korrekte Übersetzung in seiner Mundart (Sprache) zu haben. Und es darf nicht vergessen werden, dass der Herr selbst und die das Neue Testament geschrieben haben oftmals die Septuaginta anführten, welche eine Übersetzung aus dem Hebräischen ist. Sie führten die Septuaginta an als die Schrift selbst.

Nichts kann die Wichtigkeit übertreffen, richtige Gedanken bezüglich der Inspiration der Schrift zu haben. So wie kein menschlicher Autor seinem Schreiber erlauben würde, etwas zu schreiben, was er nicht will, so sicher ist das, was Gottes Wort genannt wird, Gottes eigene Erzeugung, obwohl es durch die Vermittlung des Menschen gegeben wurde. Obwohl da viele Schreiber waren, getrennt durch tausende von Jahren, besteht eine göttliche Einheit in dem Ganzen, und damit wird schlechthin gezeigt, dass Einer und nur Einer der Autor sein kann. Dieser Eine kann ausschließlich der Allmächtige HERR, Gott, sein, der jetzt dem Christen glücklicherweise sowohl als sein Vater wie auch sein Gott offenbart ist.


Verweise auf diesen Artikel

Verbalinspiration | Verbal-Inspiration


Kategorien

Heilige Schrift

Ihre Nachricht