Antiochien in Syrien – Bibel-Lexikon

Diese Stadt nimmt in der Geschichte der Kirche einen besonderen Platz ein. Hier wurden die Jünger zuerst Christen genannt und hier entstand eine Versammlung von Gläubigen, die aus den Heiden stammten. Von hier aus brachen Paulus und seine Gefährten zu den Missionsreisen auf und hierhin kehrten sie nach zwei ihrer Reisen wieder zurück. Antiochien war ein Zentrum ihrer Arbeit unter den Heiden, außerhalb des jüdischen Einflusses, der sich in Jerusalem immer noch stark bemerkbar machte. Dennoch war die Versammlung in dieser Stadt in Gemeinschaft mit der Versammlung in Jerusalem und denen an anderen Orten (Apg 6,5; 11,19–30; 13,1; 14,26; 15,22–35; 18,22; Gal 2,11).

Antiochien war einst eine blühende und bevölkerungsreiche Stadt, die Hauptstadt des nördlichen Syrien, die 300 v. Chr. von Seleukos Nikator zu Ehren seines Vaters gegründet worden war. Später wurde die Stadt von römischen Kaisern prächtig ausgebaut und galt als dritte Stadt im römischen Reich. Schließlich hatte der römische Prokonsul von Syrien hier seinen Amtssitz. Sie war an einem malerischen Ort am Ufer des Orontes gelegen, der an dieser Stelle zwischen den Gebirgen Taurus und Libanon hervortritt. Der heutige Name der Stadt ist Antakya (36° 12’ N, 36° 09’ O).

Antiochien hat unter Kriegen und Erdbeben gelitten und ist heute eine unbedeutende Kleinstadt. Von der ehemaligen Stadt existieren vergleichsweise wenig antike Funde, lediglich Reste der Stadtmauer sind auf den Felsspitzen des Berges Silpius zu sehen.

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