Lager – Bibel-Lexikon

„Das Lager" war eine allgemeine Bezeichnung, die für Israel in der Wüste verwendet wurde. Die Stiftshütte befand sich in der Mitte, die zwölf Stämme waren, jeder an seinem vorgesehenen Platz, um die Stiftshütte angeordnet, und bildeten so das Lager. Alles war durch Gott angeordnet und jeder Stamm musste seine Zelte an dem Platz aufschlagen, der für ihn bestimmt war (4. Mo 2). Wie wir es vielleicht erwartet haben, waren Mose, Aaron und die Priester dem Eingang der Stiftshütte am nächsten, und die Leviten umgaben diese von den anderen drei Seiten.

Die Reihenfolge, in der die Stämme ziehen sollten, war ebenfalls vorgegeben. In Psalm 80,3 lesen wir: „Vor Ephraim und Benjamin und Manasse erwecke deine Macht und komm zu unserer Rettung!" Dies weist darauf hin, dass diese drei Stämme direkt der Bundeslade folgten, dem Symbol der Gegenwart Gottes. Die Stämme waren in vier Gruppen mit jeweils einem Führer eingeteilt, von welchen jede als Lager bezeichnet wurde. Sie zogen in der Reihenfolge, die wir in 4. Mo 10 finden:

Juda mit Issaschar und Sebulon,

die Gersoniter und die Merariter mit der Stiftshütte,

Ruben mit Simeon und Gad,

die Kehatiter mit dem „Heiligtum",

Ephraim mit Manasse und Benjamin,

Dan mit Aser und Naphtali.

Verschiedene Verunreinigungen schlossen eine Person aus dem Lager aus, bis sie rein war. Viele Dinge mussten außerhalb des Lagers gebracht werden, weil sie nicht passend waren für den Ort, in dessen Mitte Gott seinen Wohnsitz hatte. Als das Lager durch das goldene Kalb verunreinigt worden war, nahm Mose „das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers auf, fern vom Lager, und nannte es: Zelt der Zusammenkunft." Das war nicht die Stiftshütte, denn sie war zu diesem Zeitpunkt noch nicht errichtet. Das verwendete Wort bedeutet „Zelt", und es war zweifellos ein Zelt, das auf die Stiftshütte hindeutete. Es wurde von Mose deutlich sichtbar außerhalb des Lagers aufgeschlagen, um zu zeigen, dass Gott nicht dort wohnen konnte, wo ein Götze vorhanden war. Es wird nämlich hinzugefügt: „Und es geschah, jeder, der den HERRN suchte, ging hinaus zum Zelt der Zusammenkunft, das außerhalb des Lagers war." (2. Mo 33,7).

Die Körper der Tiere, deren Blut vom Hohenpriester zur Sühnung in das Heiligtum gebracht wurde, wurden außerhalb des Lagers verbrannt (2. Mo 29,14; 3. Mo 4,11.12; Heb 13,11). Damit ist verbunden, dass der Herr Jesus auch „außerhalb des Tores" (von Jerusalem, was dem Lager entspricht) gelitten hat. Darauf stützt sich die Ermahnung für die Christen: „Deshalb lasst uns zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, seine Schmach tragend." (Heb 13,12.13). Heute entspricht das gesamte irdische religiöse System, das sich wie das alte Judentum an den natürlichen Menschen angepasst hat, „dem Lager". Die Christen werden ermahnt, dieses zu verlassen. Solche Systeme, das Judentum und das Christentum, stehen damit in direktem Gegensatz zu dem himmlischen und geistlichen Charakter der Versammlung Gottes. Das Heerlager in Offenbarung 20,9 bezieht sich auf das Volk Israel, wenn es wieder im Land Palästina gesammelt sein wird. Für die Versammlung gibt es kein „Lager" hier auf der Erde.


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