Prophetische Zeitzeichen: Israel und seine arabischen Nachbarstaaten – Schatten prophetischer Ereignisse

4. Schlussgedanken

Wir haben uns im Wesentlichen mit einigen Zeitzeichen und Schatten künftiger Ereignisse beschäftigt. Am Ende möchte ich noch einmal betonen, dass wir uns heute noch nicht in der Zeit der biblischen Prophetie (Zeit des Endes) befinden, die erst dann beginnen kann, wenn der Herr Jesus zur Entrückung der Seinen gekommen sein wird. Wenn es um die heutige Zeit geht, müssen wir das unbedingt festhalten.

Die Zeit des Endes, die uns das prophetische Wort beschreibt, beginnt nach der Entrückung der Gläubigen (und nicht vorher).1 Doch es gibt deutliche Zeitzeichen, und damit haben wir uns beschäftigt. Neben der Existenz eines vereinten Europas sind das vor allem:

  1. Die Existenz des Staates Israel, den es nahezu 1900 Jahre überhaupt nicht gegeben hat.
  2. Die Existenz der alten Staaten (und Feinde Israels) im Nahen Osten.
  3. Die militärischen Konflikte im Nahen Osten seit der Gründung des Staates Israel.

Bei alledem wollen wir nicht vergessen, dass Gott einen prophetischen Plan und einen prophetischen Kalender hat, nach dem alle Ereignisse minutiös ablaufen werden. „Er ändert Zeiten und Zeitpunkte, setzt Könige ab und setzt Könige ein“ (Dan 2,21). Ihm wird in allen kommenden Ereignissen nichts aus dem Ruder laufen. Aus menschlicher Sicht mögen manche Dinge eskalieren, aus Gottes Sicht ist das nicht so. Er hält alles fest in seiner Hand. Alles läuft auf den herrlichen Zeitpunkt hinaus, an dem Jesus Christus wiederkommt, um sein Reich zu gründen. Deshalb müssen wir uns als Christen keine Sorgen über die politischen Entwicklungen in dieser Welt machen.

Im tausendjährigen Reich wird klar werden, dass das Land Palästina niemand anderem als Israel, dem Volk Gottes, gehört. Er hat es Abraham und seinen Nachkommen versprochen, und sie werden es besitzen. Der Messias wird, als ihr König, in Gerechtigkeit regieren.

Wir schließen mit zwei Weissagungen Jesajas, die sich nach der schweren Drangsal der kommenden Zeit des Endes erfüllen werden:

„Und sie werden die uralten Trümmer aufbauen, die Verwüstungen der Vorzeit aufrichten; und sie werden die verödeten Städte erneuern, was wüst lag von Geschlecht zu Geschlecht. Und Fremde werden dastehen und eure Herden weiden, und Ausländer werden eure Ackerbauern und eure Weingärtner sein. Ihr aber, ihr werdet Priester des Herrn genannt werden; Diener unseres Gottes wird man euch nennen. Ihr werdet die Reichtümer der Nationen genießen und in ihre Herrlichkeit eintreten. Anstatt eurer Schmach werdet ihr das Doppelte haben, und anstatt der Schande werden sie jubeln über ihr Teil; darum werden sie in ihrem Land das Doppelte besitzen, werden ewige Freude haben. Denn ich, der Herr, liebe das Recht, ich hasse den frevelhaften Raub; und ich werde ihnen ihre Belohnung in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen. Und ihre Nachkommen werden bekannt werden unter den Nationen und ihre Sprösslinge inmitten der Völker: Alle, die sie sehen, werden sie erkennen, dass sie Nachkommen sind, die der Herr gesegnet hat (Jes 61,4–9).

„Es kommt die Zeit, alle Nationen und Sprachen zu versammeln; und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen. Und ich werde ein Wunderzeichen an ihnen tun und von ihnen Entronnene zu den Nationen senden, nach Tarsis, Pul und Lud, die den Bogen spannen, nach Tubal und Jawan, zu den fernen Inseln, die von mir nicht gehört und meine Herrlichkeit gesehen haben; und sie werden meine Herrlichkeit unter den Nationen verkündigen. Und sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen dem Herrn als Opfergabe bringen, auf Pferden und auf Wagen und auf Sänften und auf Maultieren und auf Dromedaren, zu meinem heiligen Berg, nach Jerusalem, spricht der Herr, so wie die Kinder Israel das Speisopfer in einem reinen Gefäß zum Haus des Herrn bringen. Und auch aus ihnen werde ich zu Priestern und zu Leviten nehmen, spricht der Herr (Jes 66,18–21).

Fußnoten

  • 1 Das wird – wie wir vorher schon gesehen haben – in 2. Thessalonicher 2,6 deutlich. So lange die Gläubigen der Gnadenzeit noch auf dieser Erde sind, kann die Zeit des Endes nicht beginnen. Ein weiterer Beleg dafür ist, dass die prophetischen Ereignisse in der Offenbarung erst dann ausführlich beschrieben werden (ab Kapitel 6), nachdem die Gläubigen im Himmel gesehen werden. Die Tatsache, dass die Zeit der Gemeinde Gottes in den Weissagungen des Alten Testaments überhaupt keine Rolle spielt, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die in der Bibel beschriebene Endzeit erst dann beginnt, wenn die Gemeinde nicht mehr auf dieser Erde ist.
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