Wie ist Paulus' Aussage in Philipper 3,11 zu verstehen?

Bitte erklären Sie die Stelle Philipper 3,11. Wenn alle wahren Gläubigen an der ersten Auferstehung teilhaben werden, warum redet dann Paulus davon, "ob er auf irgendeine Weise hingelangen möge"? Als ein wahrer Gläubiger konnte sie ihm ja nicht entgehen!

Bibelstelle(n): Philipper 3,11

Manche Bibelübersetzungen sind hier ungenau. Diese übersetzen "Auferstehung der Toten"; es muss aber heißen: "Auferstehung aus den Toten". Auferstehen werden ja alle Menschen, ob errettet oder nicht. Paulus aber schaute vorwärts nach der Auferstehung aus den Toten, der besonderen Auferstehung der "Toten in Christus", welche bei Seiner Ankunft stattfinden wird (1. Kor 15,23). Die Stelle lautet genau: "Ob ich auf irgendeine Weise hingelangen möge zur Auferstehung aus den Toten". Paulus erduldete Verfolgung und konnte jeden Augenblick getötet werden; er hatte Gemeinschaft mit den Leiden des Christus, indem er Seinem Tode gleichgestaltet wurde. Er wusste aber, dass, welches Ende ihm auch beschieden sein würde, dies für ihn nur die Auferstehung aus den Toten bedeuten konnte. Das "irgendeine Weise" bezieht sich auf die Leiden und das wahrscheinliche Martyrium, das "hingelangen" brachte ihm die Auferstehung, die ihn allen Leiden enthob. Für ihn war die Herrlichkeit, in welche er und alle Heiligen in jenem Augenblick treten werden, so lebendige Wirklichkeit, dass er bereit war, auf dem Wege dazu alles, was es auch sei, zu erdulden. Solches war ihm Gemeinschaft mit den Leiden des Christus und Gleichgestaltung mit Seinem Tode, und die "Aus-Auferstehung" würde die Teilnahme an der Herrlichkeit des Christus bedeuten. Nicht der geringste Schatten eines Zweifels, ob er dies erreichen werde, war in Paulus' Gedanken; nur war es bei ihm nicht bloßes Wissen, sondern das Ziel seines Lebens (vgl. Röm 8,17-18; 2. Kor 4,16-18).


Online seit dem 07.09.2006.


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