Warum empfingen die Samariter und die zwölf Männer den Heiligen Geist durch Händeauflegung?

Warum haben die Samariter gemäß Apostelgeschichte 8,14-17 und die zwölf Männer in Ephesus gemäß Apostelgeschichte 19,1-7 den Heiligen Geist durch Händeauflegung empfangen, und warum die ersteren nach Gebet, die anderen nach der Wassertaufe?

Bibelstelle(n): Apostelgeschichte 8,14-17; 19,1-7

In diesen beiden Fällen wurde das Händeauflegen notwendig, um die Einheit des Leibes (des Herrn Gemeinde oder Versammlung) darzutun wegen besonderer Umstände. Wir möchten vorausschicken, dass es bei Gott kein gesetzmäßiges Schema gibt und doch alles nach vorbedachtem Plan und in göttlicher Ordnung geschieht.

Samaria war nach Jerusalem die erste christliche Gemeinde. Wir erinnern uns, dass Samaria ein vom jüdischen Tempel in Jerusalem getrenntes Religionssystem hatte. Der Herr Jesus hatte aber am Jakobsbrunnen bei Sichar in Samaria selbst angedeutet, dass man weder in Jerusalem noch auf Garizim, sondern in Geist und Wahrheit anbeten werde (Joh 4,23). Es sollte sich also vielmehr um den Herzenszustand als um den Ort handeln, eine Anbetung deren Mittelpunkt eine Person - Jesus Christus - nicht eine Örtlichkeit sein sollte. Diese Anbetung war nun bei den Gläubigen in Jerusalem Tatsache geworden; daher mussten die Gläubigen in Samaria mit denen in Jerusalem verbunden werden als zu einem und demselben Leibe. Sodann aber bestand in der Person das Zauberers Simon, der sich zwar "die große Kraft Gottes" nannte und sich auch hatte taufen lassen, der aber mit der Macht Satans verbunden war, ein Hindernis für den Heiligen Geist. Dieser konnte deshalb nicht auf alle Samariter gemeinsam herniederkommen, sondern musste durch Händeauflegung jedem einzelnen mitgeteilt werden, damit Unechte, wie Simon, entlarvt und ausgeschieden würden. Dazu bedurfte es des ernstlichen Gebets der Apostel, jedoch nicht mehr der Wassertaufe, welche ja schon erfolgt war.

Apollos war ein vollständiger "Außenseiter", der durch die Apostel weder bekehrt noch berufen worden war (Apg, 19,1), und bevor er durch Aquila und Priscilla hinsichtlich des Weges Gottes genauer unterwiesen worden war, sogar nur die Taufe des Johannes kannte. Dennoch verkündigte er in aufrichtigem Eifer Christus nach der Erkenntnis, die er hatte. Die Taufe Johannes' war aber bekanntlich nur eine Taufe zur Busse, nicht eine solche auf den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus, somit noch nicht die Taufe auf den Namen des Herrn Jesu. Daher holte Paulus diese Wassertaufe nach, nachdem er diese zwölf Jünger noch in der ganzen Wahrheit des Evangeliums von Jesus Christus unterwiesen hatte. Andererseits war auch hier die Handauflegung nötig, damit die Männer und mit ihnen das ganze Werk des Apollos, als zum Leibe (zur Ekklesia) gehörend, voll anerkannt seien. Wäre das Auflegen der Hände nicht erfolgt, so wäre das Zeugnis des Apollos sicherlich ein Anlass zu Streit und schließlich gar zur Spaltung geworden. Möglicherweise wäre Apollos selbst mitsamt der Frucht seines Dienstes als nicht vollwertig beiseite gestellt worden.


Online seit dem 07.09.2006.


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