Wieso hatten die Menschen in Apg 8, 14-17; 19,2 noch nicht den Heiligen Geist?

Nach Römer 5, 5 und Epheser 1,13 haben alle Gläubigen den Heiligen Geist; wie sind aber Apostelgeschichte 8, 11-17 und 19,2 zu verstehen? Besaßen sie vielleicht den Heiligen Geist, kannten aber dessen Kraft nicht, wie wir z.B. in Römer 15, 13; Apostelgeschichte 1,8 und 10,38 lesen?

Bibelstelle(n): Apostelgeschichte 8,11-17; 19,2

Alle Gläubigen empfangen durch die Wiedergeburt den Heiligen Geist, sie ist ja ohne diesen nicht denkbar (Joh 3,5). So wie man die Wiedergeburt nur einmal erleben kann, empfängt man auch nur einmal den Heiligen Geist.

Die angefragten Stellen betreffen besondere Fälle. In Apostelgeschichte 8,14–17 ist die Rede von Samaritern, welche bekanntlich von den Juden, weil jene ein Mischvolk waren und einen eigenen Gottesdienst hatten, nicht als zu ihnen gehörig anerkannt wurden. Da nun aber in Christus nicht Jude noch Grieche noch Barbar ist, sondern alle Glieder eines Leibes sind, musste die Taufe mit dem Heiligen Geist von Jerusalem aus geschehen, damit diese Einheit sichtbar dokumentiert und die Gefahr einer Spaltung vermieden würde. Wie weise ist Gott!

In Apostelgeschichte 19, 2 handelt es sich um Leute, welche nur die Taufe des Johannes empfangen hatten. Diese Taufe aber war nur eine solche zur Busse, gleichsam zum Tode, aber nicht gleichzeitig zur Auferstehung und zu neuem Leben in Christus; also mehr eine vorbereitende Taufe, die der Vergebung der Sünden vorausging. Die Taufe mit dem Heiligen Geiste kann aber nur durch den Herrn Jesus erfolgen, wie das Johannes ja auch selbst bezeugte: „Ein anderer wird auch mit Heiligem Geiste ... taufen“ (Mt 3,11).

Mit dem Heiligen Geiste erfüllt sein ist nicht das Gleiche wie den Heiligen Geist empfangen. Ersteres bezieht sich auf die aktive Wirksamkeit desselben in den Gläubigen; das Erfülltsein und Erfülltwerden mit dem Heiligen Geiste ist nicht selbstverständlich, sondern sehr von dem Herzenszustand des Kindes Gottes abhängig. Der Geist Gottes kann Seine Kraft in einem Gläubigen, der sich Ihm nicht völlig ausliefert, sondern geteilten Herzens ist, nicht auswirken. Er kann „betrübt“ (Eph4,30), ja „gedämpft“ und sogar „ausgelöscht“ (1. Thess, 5, 19) werden durch ungöttliches Verhalten. Das Erfülltwerden mit Heiligem Geiste nach Apostelgeschichte 1, 4 und 4,31 ist eine spezielle Auswirkung der Kraft und Macht des Heiligen Geistes in besonderer Lage, Umständen und auch Gefahr. Dass der Heilige Geist in uns ungehemmt wirksam sein kann, sollte sicherlich ein ernster und anhaltender Gebetsgegenstand bei uns sein!


Online seit dem 07.09.2006.


Ihre Nachricht