Ersieht man aus Jesaja 19,2, dass in Ägypten eine Revolution ausbrechen wird?

Bibelstelle(n): Jesaja 19,2

Angeführtes Wort: "Ich will Ägypten aufreizen gegen Ägypten; und sie werden kämpfen, jeder gegen seinen Bruder und jeder gegen seinen Nächsten" lässt allerdings auf eine Revolution schlimmster Art schließen. Eine Vorerfüllung dieser Prophezeiung hat Ägypten allerdings schon erlebt. Es war in der Zeit, als die Großmacht Assyrien Ägypten hart bedrängte. Jesaja 19,4 deutet dies an: "Ich will die Ägypter überliefern in die Hand eines harten Herrn; und ein grausamer König wird über sie herrschen." Der Assyrerkönig Assarhaddon (672-666 v.Chr.) eroberte Ägypten, also noch vor Nebukadnezars Zeit. Später kam ein einheimischer Pharao, der harte Psammetich l., zur Herrschaft, der von noch grausameren Nachfolgern abgelöst wurde. Die weiteren Verse, die sich mit dem Wörtchen "und" eng an das vorherige anschließen, haben seitdem ebenfalls ihre Erfüllung gefunden. Es geschah dies vornehmlich unter der mohammedanischen Herrschaft.

Wir glauben daneben, dass wir dies aus folgenden Erwägungen heraus nicht als endgültige Erfüllung betrachten dürfen. Ägypten ist das Bild der ausgesprochen gottfeindlichen Welt, während wir in Babylon die religiöse Welt symbolisiert finden. Babylon hat keine Verheißung; es wird endgültig untergehen, aber Ägypten will Gott heilen und segnen. Ägyptens Fruchtbarkeit und Prosperität ist der Nil. Während Palästina, das Land der Verheißung, vom Tau und Regen des Himmels benetzt sein wird, ersprießt Ägypten alles nur aus der Erde. Es schaut nicht wie der Gläubige empor zum Himmel, um von dort den Segen zu erwarten, der Ägypter ist abwärts gerichtet, erdgebunden, das typische Bild der Welt. Trotzig frug Pharao Mose: "Wer ist der Gott, auf den ich hören soll?" Ägypten hat Gott schon einmal auf ernste Weise in Seiner Heiligkeit kennen gelernt und wird Ihn nochmals kennen lernen, wenn Er kommen wird, um den "Erdkreis zu richten in Gerechtigkeit". Dies wird aber erst sein, wenn die Brautgemeinde von der Erde weggenommen sein wird.

Das Gericht über Ägypten hat noch eine besondere Note darin, dass es stets ein äußerst antisemitisches Land war: der Schrecken Judas. Das Blatt wird sich wenden und Vers 17 kündet uns: "Das Land Juda wird für Ägypten zum Schrecken sein." Wir haben also bei der Weissagung über Ägypten wohl mehr als nur eine lokale, nationale Angelegenheit, obwohl wir selbstverständlich auch dieses nicht in Abrede stellen. Selbst die vielen Kriege und die Revolution haben Ägypten nicht zur Einsicht und Busse gebracht. So wird auch am Ende der Tage das eiserne Regiment nicht genügen, seinen Stolz zu brechen. Darum weissagt Jesaja den wirtschaftlichen Zusammenbruch: der Nil, der Lebensnerv Ägyptens, wird versiegen. Die Ratlosigkeit ist eine vollständige: "Weder Kopf noch Schwanz, weder Palme noch Binse", also weder der obere noch der entere, weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer, weder der Reiche noch der Arme, weder der Gebildete noch der Ungebildete, weiß einen Rat noch einen Ausweg, So weit muss es Gott kommen lassen, bis Ägypten sich beugt und den Herrn, den Gott Israels, anerkennen und sich ihm willig beugen wird. "Und der HERR wird die Ägypter schlagen, schlagen und heilen; und sie werden sich zu dem HERRN wenden, und Er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen", sagt uns der 22. Vers dieses interessanten Kapitels.


Online seit dem 07.09.2006.


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