Gerste – Bibel-Lexikon

Hebräisch seorah, griechisch κριθή. Bekannte Getreidepflanze, die als Pferdefutter genutzt wurde (1. Kön 5,8) und auch für den Menschen als Nahrung diente, wenn es keinen Weizen gab. Als bei der Hungersnot in Samaria das syrische Lager verlassen gefunden wurde, wurde ein Maß (seah) Feinmehl für einen Sekel verkauft, und zwei Maß Gerste für einen Sekel (2. Kön 7,1.16). Das zeigt, dass Gerste halb so viel wert war wie Weizen. Laut Offenbarung 6,6, wo Lebensmittelknappheit vorhergesagt wird, wird man für einen Denar einen Chönix Weizen bzw. drei Chönix Gerste erhalten. Hier beträgt der Wert der Gerste ein Drittel des Wertes des Weizen.

Im Falle von Eifersucht wurde ein Opfer aus Gerstenmehl gebracht, ohne Öl oder Weihrauch (4. Mo 5,15). Es war ein häuslicher Unfriede, der niemals auftreten sollte; aber wenn die Sünde dann da war, musste sie gerichtet werden. In Richter 7,13 hört Gideon, wie er mit einem Gerstenbrot verglichen wird. Er hätte davon nicht gehört, wenn er nicht Angst gehabt hätte (Ri 7,10), aber es zeigte ihm noch deutlicher, durch wessen Hand der Sieg kommen würde. Israel wird angeklagt, Gott entheiligt zu haben „für einige Hände voll Gerste und für einige Bissen Brot" (Hes 13,19). An anderer Stelle heißt es, dass sie umsonst verkauft worden waren (Jes 52,3.5).

Es waren fünf Gerstenbrote und zwei Fische, mit denen der Herr die Volksmenge versorgte (Joh 6,9-13). Solche Brote sind noch immer das Brot der Ärmsten in Palästina. Gerste wird im Oktober gesät, sobald der Boden vom Regen weich geworden ist. Die Ernte findet im April statt, in kälteren Gebieten reicht sie bis in den Mai hinein.


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