Manasse – Bibel-Lexikon

Bedeutung des Namens
Manásse = der vergessen macht

1. Der älteste Sohn von Joseph und Asnat und Vater eines der Stämme Israels. Als Jakob die zwei Söhne Josephs segnete, kreuzte er seine Hände, damit Ephraim, der jüngere Sohn, den größeren Segen erhielt. Als Mose die zwölf Stämme segnete, sprach er von den Zehntausenden Ephraims und den Tausenden Manasses. Über Manasse wird nichts Persönliches berichtet (1. Mo 41,51; 48,1-20; 50,23; 5. Mo 33,17).

Der Stamm umfasste bei der ersten Zählung des Volkes 32.200 und vierzig Jahre später 52.700 Mann. Als ein zahlreicher Stamm hatten die Manassiter ein großes Besitztum im Norden östlich des oberen Jordans und des Sees von Galiläa. Sie besiegten die Bergbewohner von Gilead, Basan und Argob, aber zusammen mit den Rubenitern und den Gaditern waren sie die ersten, die durch Pul und Tilgat-Pilneser gefangen weggeführt wurden (1. Chr 5,18-26). Die Manassiter östlich des Jordan wurden oft der halbe Stamm Manasse genannt, die andere Hälfte lebte westlich des Jordan in der Mitte des Landes zwischen Ephraim und Issaschar.

Als Hiskia die zwölf Stämme einlud, mit ihm dem HERRN das Passah zu feiern, demütigten sich einige Männer vom Stamm Manasse und kamen nach Jerusalem (2. Chr 30,11). In Psalm 80,3 lesen wir: „Vor Ephraim und Benjamin und Manasse erwecke deine Macht und komm zu unserer Rettung!" Hier wird darauf angespielt, dass diese drei Stämme in der Wüste direkt der Bundeslade Gottes folgten (4. Mo 2,17-22). Der Stamm wird u.a. auch in Offenbarung 7,6 erwähnt.

2. Ein König von Juda. Er war der Sohn von Hiskia und der Vater von Amon. Mit 12 Jahren wurde er König, und er regierte 55 Jahre (698-643 v. Chr.). Es gibt über ihn nur wenige Aufzeichnungen, aber diese sind sehr traurig. Er verehrte das Heer des Himmels und baute Altäre für sie in den beiden Höfen des Hauses des HERRN. Er ließ seinen Sohn durchs Feuer gehen und trieb Zauberei und Beschwörung. Von ihm wird gesagt, dass er die Nationen im Bösestun übertraf und eine Menge unschuldiges Blut vergoss. Er wurde durch Gottes Propheten gewarnt, aber er hörte nicht auf, Böses zu tun. Als er in jungen Jahren anfing zu regieren, hatte er wahrscheinlich keine guten Ratgeber.

Gott ließ den König von Assyrien wider Manasse hinaufziehen, welcher ihn gefangennahm, mit ehernen Fesseln band und nach Babylon brachte. Dort demütigte sich Manasse sehr in seiner Bedrängnis und betete er zu dem HERRN, seinem Gott. Sein Gebet wurde erhört, und er wurde in Jerusalem als König wiedereingesetzt. Nun wusste er, dass der HERR Gott ist. Er beseitigte die Götzen, stellte den Altar des HERRN wieder her und opferte ihm. Er befahl Juda, dem HERRN, dem Gott Israels, zu dienen. So bewirkte Gott bei diesem bösen König Reue, weil seine Barmherzigkeit für immer Bestand hat. Er wird oft als ein Zeichen der wunderbaren Gnade Gottes zur Zeit des Alten Testaments genannt, ebenso wie Saulus von Tarsus und der Räuber am Kreuz in der Haushaltung des Neuen Testaments (2. Kön 20,21; 21,1-20; 23,12.26; 2. Chr 33; Jer 15,4). Er ist auch der Manasse in Matthäus 1,10.

3. Der Vater Gersoms, des Vaters Jonathans, des götzendienerischen Priesters des Stammes Dan (Ri 18,30). Hieronymus, die Vulgata, drei hebräische Handschriften und zwei oder drei alte Kopien der Septuaginta lesen hier Mose anstatt Manasse. In vielen hebräischen Handschriften ist der Buchstabe nun (N) überschrieben, oder er steht zwischen den Buchstaben mem (M) und shin (S), um den Namen Mose in Manasse abzuändern. Der von den Rabbis angegebene Grund für die vermutete Korrektur ist, dass die Abschreiber den Name Mose von der Verleumdung befreien wollten, einen Nachkommen unter Götzendienern in Israel zu haben. Wir haben keinen weiteren Hinweis auf einen Gersom, der ein Sohn Manasses war, aber Gersom ist als Sohn Moses wohl bekannt. Zweifellos sollte Mose anstatt Manasse gelesen werden.

4., 5. Zwei Männer, die fremde Frauen geheiratet hatten (Esra 10,30.33).


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