Bibel – Bibel-Lexikon

Biblia. Dieser Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die Bücher". Als Ganzes wird die Bibel auch mit den Ausdrücken „die Schriften" und einmal auch „die heiligen Schriften" bezeichnet, um sie von allen anderen Büchern zu unterscheiden. Die Ankunft des Herrn Jesus, der das große Thema der Schriften ist (Joh 5,39), in dem Gott als „Sohn" nach 400 Jahren des Schweigens zu den Menschen sprach, führte natürlicherweise zu einer Teilung der heiligen Schriften in zwei Teile: Altes Testament (A.T.) und Neues Testament (N.T.). Von dem A.T. wird in 2. Korinther 3,14 erwähnt, dass es gelesen wurde, aber der Ausdruck „Neues Testament" in Bezug auf die Sammlung der Bücher angefangen von den Evangelien kommt so nicht in der Schrift vor. Weiterhin gab es einen Wechsel der Sprache, in der die verschiedenen Bücher der beiden Testamente geschrieben wurden. Das A.T. wurde in Hebräisch verfasst, außer den Teilen von Esra 4,8-6.18; 7,12-26; Jer 10,11; Dan 2,4 - 7,28, die in Chaldäisch oder in Aramäisch geschrieben wurden. Die Bücher des N.T. wurden in Griechisch geschrieben, ohne jetzt in Erwägung zu ziehen, ob das Evangelium nach Matthäus ursprünglich in Aramäisch verfasst wurde. Die frohe Botschaft der Erlösung war für die ganze Welt bestimmt. Und so nutzte Gott die zu dieser Zeit am weit verbreiteteste Sprache für die Verkündigung des Evangeliums.

Das A.T. kann wie folgt unterteilt werden in:

  1. Pentateuch: die fünf Bücher Mose
  2. Historische Bücher: einschließlich Josua bis Ende Esther
  3. Poetische Bücher: Hiob bis Ende Hohelied
  4. Prophetische Bücher: Jesaja bis Meleachi.

Die Juden haben das A.T. in drei Teile unterteilt:

  1. Das Gesetz (Torah): die fünf Bücher Mose
  2. Die Propheten (Nebiim): Josua, Richter, 1. Samuel, 2. Samuel, 1. Könige, 2.Könige, Jesaja, Jeremia, Hesekiel und die kleinen Propheten.
  3. Die Schriften (Kethubim oder Hagiographa, „heilige Schriften"), einschließend
    1. die Psalmen, Sprüche, Hiob
    2. Hohelied, Ruth, Klagelieder, Sprüche, Esther
    3. Daniel, Esra, Nehemia, 1. Chronika, 2.Chronika

In dieser Reihenfolge sind die Bücher in der hebräischen Bibel angeordnet. Auf die oben genannte dreifache Teilung spielt der Herr zweifellos in Lukas 24,44 an: „Alles muss erfüllt werden, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen" (Lk 24,27). „Die Psalmen" mögen als erstes Buch des dritten Teils als Titel der ganzen Teilung benutzt worden sein.

Die Talmud und später auch jüdische Schreiber zählen 24 Bücher im A.T.. Um auf diese Zahl zu kommen, fassen sie die Bücher Samuel, Könige und Chronika als ein Buch, Esra und Nehemia als ein Buch und die zwölf kleinen Propheten als ein Buch zusammen. Die früheren Juden errechneten 22 Bücher, nach der Zahl der Buchstaben im Alphabet. Sie vereinten die Bücher Ruth und Richter und die Klagelieder mit Jeremia. Aber alle solche Zusammenstellungen sind willkürlich und menschlich.

Die Aussprüche Gottes sind Israel anvertraut worden (Röm 3,2). Die Israeliten sind eifrige Verfechter des Textes des A.T. geworden. Lange wurde gedacht, dass ihre große Sorgfalt und Genauigkeit bei der Abschrift die Handschriften vor Fehlern bewahrt habe. Aber es ist mehrfach erwiesen worden, dass diese Schreiber Fehler gemacht haben, wie alle in dieser Hinsicht Fehler gemacht haben. In den Manuskripten wurden zahlreiche Fehler gefunden. Obwohl viele für Fehler der Schreibgeräte gehalten werden, sind einige zweifellos durch die Ähnlichkeit der hebräischen Buchstaben verursacht worden und können recht einfach korrigiert werden. Andere Unterschiede können durch das Übergewicht von Hinweisen aus den Manuskripten selbst richtig gestellt werden, da inzwischen viele von ihnen zusammengestellt worden sind.

Neben solchen Unterschieden gibt es andere Abweichungen von dem hebräischen Text, die vorgeben, einen Anspruch auf Richtigkeit zu haben. Sie werden allgemein Keri und Chethib genannt.

Im Text des N.T. gibt es keine solche fehlerhaften Abschriften, die einen Anspruch auf Autorität stellen, obwohl der überlieferte Text (Elzevir, 1624) lange behandelt wurde‚ „als ob ein Engel ihn zusammengestellt habe", wie es jemand ausgedrückt hat. Aber der unwürdige Respekt verschwand und jeder Übersetzer hat die Hinweise für und gegen jede Abänderung zu untersuchen, um zu wissen, was er übersetzt.

Der Übersetzer bedient sich folgender Quellen:

  1. Viele verschiedene griechische Manuskripte, etwa 40 Unzialen. Diese werden so genannt, weil sie alle in Großbuchstaben verfasst wurden (obwohl einige von ihnen nur teilweise oder fragmentarisch erhalten sind) und durch große Buchstaben A, B, C, usw. benannt werden. Sie stammen aus dem vierten bis zehnten Jahrhundert. Weiterhin gibt es Hunderte von Kursiven (da sie mit fließender Hand geschrieben wurden), meistens jünger als die Unzialen. Unter diesen sind einige, die einen besonderen Wert haben. Sie stammen aus dem 9. bis 14. Jhd. und werden durch Ziffern benannt.
  2. Alte Lesarten, die zeigen, was in den griechischen Abschriften offenbar für die Übersetzungen verwendet wurde: die altlateinische, auch oft die italische genannt; die Vulgata; die syrische; die ägyptische, memphitisch und thebaisch genannt; die gotische; die armenische und die äthiopische. Diese Fassungen stammen aus dem 2. bis 6. Jhd.
  3. Die Schriften der Väter, die nützlich sind, um zu zeigen, was in den griechischen Abschriften war, aus den sie zitierten. Sie stammen aus dem 2. Jhd.

Die Abweichungen in den griechischen Manuskripten sind sehr zahlreich, doch die Ausleger (solche, die versuchen herauszufinden, was Gott ursprünglich hat schreiben wollen) sind in der großen Mehrheit der Fälle zu demselben Urteil gekommen, obwohl sie alle ihre eigenen Vorgehensweisen entwickelt hatten. In solchen Fällen gehen wir zweifellos sicher, die allgemeinen Texte anzuerkennen. An anderen Stellen unterscheiden sich ihre Lösungen und in seltenen Fällen erklären alle Ausleger die Texte als zweifelhaft. Obwohl dies bedauernswert ist, da wir danach streben sollten, in allen Fällen eindeutig zu verstehen, was Gott uns aufschreiben wollte, ist es ein Grund zu tiefer Dankbarkeit, dass die Abweichungen in keiner Weise die fundamentalen Lehren des Christentums beinträchtigen. Diese bestehen alle fort, in hervorragender und klarer Größe als der Wille Gottes selbst und stehen allem entgegen, was Menschen getan haben, um sie zu verdunkeln und zunichte zu machen.

Diese Ausführungen sollen zu dem Text des A.T. und N.T. genügen. Dieses Lexikon enthält zu jedem Bibelbuch eine kleine inhaltliche Zusammenfassung. Nun einige Worte zu der Bibel als Ganzes:

Es ist das „Wort Gottes", eine Enthüllung ungesehener Dinge, eine Offenbarung der moralischen Natur Gottes und der Geschichte der Menschen aus göttlicher Sichtweise. Es ist die Geschichte des Menschen als dem Geschöpf Gottes, zuerst als unschuldiger und dann als gefallener Mensch, mit allen seinen Konsequenzen. Die Bibel zeigt die Verantwortlichkeit des Menschen und wie der Mensch in verschiedenen Weisen erprobt wurde, indem jede Probe in seinem Versagen endete. Das zeigt, dass für die Errettung eines Menschen ein Werk für ihn durch einen anderen geschehen muss. Dies wurde in Gnade ermöglicht, indem der Sohn Gottes Mensch wurde und einen Opfertod am Kreuz starb. Er verherrlichte Gott verherrlichte und löste die Frage der menschlichen Verantwortung.

Das Wort offenbart, dass es einen Ratschluss im Hinblick auf den zweiten Menschen in Ewigkeit gab und es offenbart weiterhin, dass nach dem Ende des Friedensreiches des Herrn Jesus, als dem Sohn des Menschen, Gott wieder in Ewigkeit alles in allem werden wird. In der Zwischenzeit werden nach dem ewigen Ratschluss Gottes viele durch Glauben an den büßenden Tod des Herrn Jesus zu ihm gebracht werden, durch den Geist geleitet und zu neuen Geschöpfen in Christus Jesus gemacht werden. Der Herr Jesus wartet auf die Zeit, wenn er kommen wird, um seine Heiligen zu sich zu holen, um den ganzen Ratschluss Gottes auszuführen und die zu strafen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium nicht gehorcht haben.

Weiterhin offenbart sie Bibel den Charakter Satans seit seinem Fall als Lügner und Menschenmörder. Er ist der größte Feind des Herrn Jesus und der Menschen. Satan war der, der Eva betrog. Ebenso schildert sie das zukünftige ewige Gericht dieses Bösen mit allen, die ihm gehorcht haben.

Die Auserwählung Israels und die Wunder, die für ihre Befreiung aus Ägypten gewirkt wurden, zusammen mit ihrer Geschichte im Land der Verheißung, ihrer Vertreibung und Gefangenschaft und ihrer zukünftigen Drangsal und Segnung in demselben Land, nimmt einen großen Teil der Bibel ein.

Christus ist in Vorbildern, Abbildern und in Prophetie das Zentrale des ganzen Buches: „Alle Dinge sind durch ihn und für ihn gemacht." Er wird im dritten Kapitel des ersten Buch Moses deutlich erwähnt und er gibt seine Abschiedsworte an seine Heiligen im letzten Kapitel der Offenbarung.

Das N.T. zeigt nicht nur die Geschichte der Erlösung durch den Tod des Christus, sondern gibt auch die Lehre der Kirche in ihren einzelnen Aspekten, indem es zeigt, dass das Christentum eine völlig neue Ordnung ist - wirklich eine neue Schöpfung. Solche, die die Kirche bilden, werden über ihre wahre Stellung in Christus und über ihre wahre Stellung in der Welt in allen Einzelheiten unterwiesen, um durch jeden Abschnitt ihres Lebens geleitet zu werden. Die Offenbarung zeigt die einzelnen Phasen der Kirche in dieser Zeit (obwohl es prophetisch auf ihren Zustand bis zum Ende bezogen ist) mit Warnungen vor dem Bösen, das sich schon eingeschlichen hat. Darauf folgen die vielen und unterschiedlichen Gerichte, die über das Christentum und die Welt kommen werden, bis zum ewigen Zustand des neuen Himmels und der neuen Erde.

Dies ist nur ein kurzer und unvollständiger Abriss über den Inhalt der Bibel, denn wer kann mit wenigen oder sogar mit vielen Worten das wunderbare, von Gott gemachte Buch beschreiben? Es ist eine unerschöpfliche Quelle, je mehr sie erforscht wird, desto öfter zeichnet sich der Finger Gottes ab, und neue Schätze werden den Frommen offenbart, die ihr Lob und ihre Anbetung hervorrufen.

Siehe auch Inspiration.


Verweise auf diesen Artikel

Altes Testament | Hagiographa | Heilige Schrift, Die


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