Flut, Die – Bibel-Lexikon

Dieses Gericht Gottes über die Erde, das geschah, als die ganze Erde vor ihm verdorben war, wurde oft als Gegenstand voller Schwierigkeiten angesehen, von denen die wichtigsten betrachtet werden sollen. Zuerst stellt sich im Hinblick auf das Ausmaß der Flut die Frage: Betraf sie die ganze Erde? Die Sprache kann kaum genauer sein, als sie es an dieser Stelle in der Schrift ist. Wir lesen, dass „alle hohen Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, bedeckt wurden. Fünfzehn Ellen darüber nahmen die Wasser überhand, und die Berge wurden bedeckt. Da verschied alles Fleisch, das sich auf der Erde regte, an Vögeln und an Vieh und an Tieren und an allem Gewimmel, das auf der Erde wimmelte und alle Menschen; alles starb, in dessen Nase ein Odem von Lebenshauch war, von allem, was auf dem Trockenen war. Und vertilgt wurde alles Bestehende, das auf der Fläche des Erdbodens war … und Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war." (1. Mo 7,19-23). Nach der Flut sagte Gott, er würde nicht mehr alles Lebende schlagen, wie er es getan hatte (1. Mo 8,21). „Und nicht mehr soll das Fleisch ausgerottet werden durch die Wasser der Flut" (1. Mo 9,11; vgl. auch 2. Pet 2,5; 3,6.7). Klarer können die Worte nicht sein, um auszudrücken, dass eine weltweite Flut stattgefunden hat. Die Erde, die damals bestand, wird von der Erde heute unterschieden, sodass es für den Glaubenden einfach ist, Gottes Aussage zu akzeptieren. Es war ein Wunder und es würde ein ebenso großes Wunder erfordern, nur in einem Gebiet alle hohen Berge bedecken, ohne dass das Wasser zu anderen Gebieten fließt, wie die ganze Erde vollständig zu überschwemmen. Die Wassermenge, die benötigt wurde, um die ganze Erde zu bedecken, konnte leicht von Gott, dem Schöpfer aller Dinge, gebildet werden und danach in seine Elemente zurückzerlegt werden.

Es wird oft behauptet, dass die Vernichtung der Menschheit völlig ausgereicht hätte, weil nur die Menschen die schuldigen Geschöpfe waren. Es hätte so sein können, wenn Gott es so gewollt hätte, aber er hat sich die Mühe gegeben uns mitzuteilen, dass alles Vieh, alle wilden Tiere und alle kriechenden Lebewesen zerstört wurden und wir müssen ihm glauben. Der Mensch war das Haupt der Schöpfung, sodass alles von den Folgen seiner Sünde betroffen war. Es musste ein neuer Anfang unter dem Zeichen des Todes und der Wiederauferstehung von Noah in der Arche geschehen. Gott begann in Bezug auf die Erde eine neue Haushaltung, und zwar in Verbindung mit dem süßen Geruch von Noahs Opfer. Die Flut war ungefähr 1700 Jahre nach der Erschaffung Adams und es ist unmöglich zu sagen, wie viele Millionen Menschen sich zu dieser Zeit auf der Erde befanden und wie weit sie verstreut worden waren.

Eine andere Schwierigkeit ergibt sich im Hinblick auf die große Anzahl von Tierarten, die alle in der Arche verwahrt wurden. So sind heute etwa 5500 Säugetierarten, 10350 Vogelarten und einige 100.000 Reptilien- und Insektenarten bekannt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass zur damaligen Zeit eine große Zahl dieser Arten nicht existierte. Gott sah voraus, dass die Flut eine große Menge wegschwemmen würde, und er konnte die Bildung neuer Arten zurückhalten und es bei vergleichsweise wenigen Gattungen belassen. Beachte die Aussage, dass jede lebende Kreatur zu Adam gebracht wurde, um von ihm benannt zu werden. Alle diese ursprünglichen gattungsmäßigen Arten, die damals lebten, wurden in der Arche gesammelt. Ausgehend von diesen haben sich die Arten dann unter verschiedenen Umständen wohl stark vermehrt. Dies konnte auch auf Grund von natürlichen Ursachen geschehen, wie man herausgefunden hat, ohne dass in irgendeiner Weise eine Übereinstimmung oder Zugehörigkeit zur modernen Evolutionstheorie vorliegt. Die reinen Tiere waren zweifellos nur vier an der Zahl: der Ochse, das Schaf, die Ziege und die Taube, welche als Opfer dargebracht wurden. Die Unterscheidung zwischen reinen und unreinen Tieren hinsichtlich des Essens wurde viel später getroffen.

Daraufhin wurde gefragt, wie die Tiere ein ganzes Jahr über gefüttert werden konnten und wie verhindert wurde, dass die wilden Tiere einander verschlangen. Die Schrift sagt nicht, wie die Tiere gefüttert wurden. Gott kann bewirkt haben, dass viele von ihnen während des Großteils der Zeit geschlafen haben, wie einige es jetzt jeden Winter tun. Im Paradies war das grüne Gras die Nahrung jedes wilden Tieres, alles Geflügels und jedes kriechenden Tieres wie auch des Menschen (1. Mo 1,29.30). Sie waren vermutlich bis kurz nach der Flut (noch) nicht zu Fleischfressern geworden, als dem Menschen dann Fleisch zu essen gegeben wurde (1. Mo 9,3). Wenn sie andererseits auf Grund des Sündenfalls doch voneinander lebten, konnte Gott es während der Zeit der Arche verändert haben, wie er es mit Sicherheit im Tausendjährigen Reich tun wird (Jes 11,6-9; Jes 65,25; Hes 34,25). Menschen, sogar bekennende Christen, spotten darüber - wegen ihres Wissens über Physiologie. Aber selbst die Geschichte beweist, dass fleischfressende Tiere sich von der Vegetation ernähren werden, wenn sie kein tierisches Fressen bekommen, und umgekehrt.

Durch Glauben baute Noah die Arche (Heb 11,7). Alles, was die Flut betrifft, wurde von Gott geführt. Noah hatte nur den Anweisungen zu folgen, die ihm gegeben wurden. Derselbe Glaube glaubt, dass alles genauso geschah, wie es beschrieben wird. Es gibt bei dieser Sache keine echte Schwierigkeit, außer wenn man Gott ausschließt, was nicht geschehen darf, denn es war seine Flut. Die alte Erde wurde dann zerstört, ausgenommen diejenigen, die sich in der Arche befanden. Diese waren vollkommen geschützt, weil sie von Gott eingeschlossen wurden. Danach wurde das Versprechen gegeben, dass Gott die Erde nicht wieder durch eine Flut zerstören würde, aber sie wird leider aufbewahrt, um vom Feuer zerstört zu werden (2. Pet 3,7.10). Diese Prophezeiung wird von vielen ebenso wenig geglaubt wie die Flut, die von Noah angekündigt wurde, aber sie wird sich mit Sicherheit erfüllen. Die Einzelheiten zur Flut werden in 1. Mose 6 - 8 berichtet. In fast allen heidnischen Ländern gibt es alte Überlieferungen der Flut - wenn auch mit vielen Abwandlungen. Die Nachkommen Noahs würden den Bericht des ernsten Gerichts mit sich tragen, wohin immer sie wanderten. Siehe Arche.


Verweise auf diesen Artikel

Große Flut | Sintflut


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