Herrlichkeit – Bibel-Lexikon

Es gibt im Hebräischen sechs verschiedene Wörter, die mit „Herrlichkeit" übersetzt werden, aber einige kommen nur einmal in der Schrift vor. Die wichtigsten von ihnen sind:

1. tipharah, „Pracht, Schönheit, Herrlichkeit”. Es wird auf Gott (Jes 60,19), auf Israel (Jes 46,13), auf die Krone, welche die Weisheit darreicht (Spr 4,9), und auf das graue Haar (Spr 16,31) angewandt.

2. kabod, „Bedeutung, Ehre, Herrlichkeit", das üblicherweise verwendete Wort für „Herrlichkeit". Es wird häufig auf Gott angewandt, so in „Gott der Herrlichkeit" (Ps 29,3), ebenso auf den HERRN als den „König der Herrlichkeit" (Ps 24,7-9). Es ist mehrfach von der Herrlichkeit des HERRN die Rede, die auf dem Berg Sinai erschien und die Stiftshütte erfüllte (2. Mo 24,16.17; 40,34.35) und den zukünftigen Tempel erfüllen wird (Hes 43,2-5). Zudem wird die Herrlichkeit erwähnt, die Israel sowie den Nationen in der Vergangenheit und der Zukunft zukommt (1. Sam 4,21.22; Jes 66,12).

Im N.T. lautet das entsprechende griech. Wort δόξα, „Ansehen, Ehre, Vortrefflichkeit des Verstandes, des Körpers etc." Es wird auf geschaffene Dinge, wie die Sonne, den Mond und die Sterne angewandt (1. Kor 15,41), ebenso auf den Menschen als die „Herrlichkeit Gottes" (1. Kor 11,7). Die moralische Herrlichkeit des Herrn Jesus Christus leuchtet auf seinem ganzen Weg auf der Erde hervor (Joh 1,14; 11,40). Er spricht von der Herrlichkeit, die er von Ewigkeit her bei dem Vater hatte, und seiner erworbenen Herrlichkeit, die er in Gnade mit seinen Miterben teilen wird (Joh 17,5.22.24). Jede Zunge wird bekennen, „dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters" (Phil 2,11). Seine Herrlichkeit wird auf der Erde offenbart werden und er wird als „König der Könige und Herr der Herren" begrüßt werden (Mt 25,31; 1. Pet 4,13; Off 17,14; 19,16). Er ist der „Herr der Herrlichkeit" (1. Kor 2,8).

Herrlichkeit gehört zu Gott: Er ist der „Gott der Herrlichkeit" (Apg 7,2; 2. Kor 4,6.15). In ihm strahlen alle göttlichen Attribute in unendlicher Vollkommenheit hervor. Wenn Christen dies anerkennen und zudem erfassen, dass von ihm alle ihre Segnungen kommen, rufen sie in Bezug auf ihn freudevoll aus: „Preis und Ehre, Herrlichkeit und Macht, von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Rö 11,36; Gal 1,5; 1. Tim 1,17; 2. Tim 4,18 etc.). In Offenbarung 5 wird deutlich, dass dies einmal von allen Heiligen, ja von jedem Geschöpf ausgedrückt werden wird.

Das Wort „Herrlichkeit" wird oft gebraucht, um die eigene Würde einer Person oder einer Gruppe von Personen hervorzuheben. So wird von der Herrlichkeit des Vaters (Rö 6,4), des Wortes (Joh 1,14), der Kinder Gottes (Rö 8,21) und sogar der unbelebten himmlischen und irdischen Leiber (1. Kor 15,40.41) gesprochen. Jede Instanz hat ihre eigene Herrlichkeit, und eine solche Herrlichkeit lässt sich offensichtlich nicht übertragen. Denn wenn sie übertragen oder vermittelt werden könnte, würde sie ihre besondere unterscheidende Kraft verlieren. Aber Herrlichkeit mag im Sinne der Unterscheidung übertragen werden, so durch ein höheres Geschöpf auf ein niedrigeres. Dies geschah sogar in Bezug auf den Herrn, wenn er als Mensch in den Blickpunkt tritt, nämlich auf dem Berg der Verklärung und zur Rechten Gottes (2. Pet 1,17; 1. Pet 1,21). An dieser Art von Auszeichnung können andere in gewissem Maße teilhaben (Joh 17,22).

Eine Person kann Herrlichkeit besitzen, obwohl ihr Äußeres keinerlei Hinweise darauf gibt. Dies war offensichtlich bei Christus der Fall, als er auf der Erde war. Das Fleisch, das er bei seiner Menschwerdung annahm, diente dazu, seine Herrlichkeit zu verhüllen. Auf dieselbe Weise ist die Herrlichkeit der Kinder Gottes noch nicht offenbar, und bis sie offenbar wird, ist die Herrlichkeit das Frohlocken des Herzens. Diese Vorstellung findet sich häufig in den Psalmen.

Des Weiteren führt uns dieser Gedanke der verborgenen Herrlichkeit zur Herrlichkeit Gottes, die in ihrem vollen Ausdruck die Ausstrahlung und Darstellung seiner selbst in der Vollbringung seines Ratschlusses ist, in deren hoffnungsvoller Erwartung die Gläubigen sich freuen. Dieser in Gott verborgene Ratschluss begründet, wie man sagen kann, seine Herrlichkeit. Das Ergebnis dieses Vorsatzes entfaltet in vollem Maße seine Weisheit, Liebe und Macht. Inzwischen ist er durch Christus, der zur Rechten Gottes sitzt, und die Gabe des Heiligen Geistes ans Licht gekommen. Wir haben jetzt den „Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi" (2. Kor 4,6).

Die sichtbare Offenbarung der Herrlichkeit scheint mit Licht verbunden zu sein, so auch auf dem Berg der Verklärung (Mt 17,2). Gott bewohnt ein „unzugängliches Licht" (1. Tim 6,16). Das neue Jerusalem wird von der Herrlichkeit Gottes erleuchtet, „und ihre Lampe ist das Lamm" (Off 21,23). Als sich der Herr Jesus dem Saulus bei seiner Bekehrung offenbarte, erblindete er durch die „Herrlichkeit jenes Lichtes" (Apg 22,11), aber nur jenes göttliche Licht konnte in seine Seele scheinen.

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