Tor – Bibel-Lexikon

Neben dem gewöhnlichen Gebrauch von Toren zum Schutz einer Stadt, besagt der Ausdruck „im Tor", dass dies ein Ort war, wo wichtige Sachen beschlossen wurden. Als Boas die Frage bezüglich Ruth und ihrer Erbschaft geregelt haben wollte, ging er „zum Tor". Das Thema wurde dort mit einem näheren Verwandten besprochen, und dann beschlossen und bezeugt durch die Ältesten (Rt 4,1-12; vgl. Jos 20,4; 1. Sam 4,18; 2. Sam 15,2; Apg 14,13). „Im Tor sitzen" bedeutete eine Ehrenstellung: „Die im Tor sitzen, reden über mich" (Ps 69,13). Es sollte ein Ort des wahren Urteils und der Gerechtigkeit sein, aber dies war nicht immer so (Jes 29,21; Amos 5,10.12; Sach 8,16). Das Tor war, zumindest zeitweise, der Hauptort, wo der König Audienzen abhielt (2. Sam 19,8; 1. Kön 22,10; Hiob 29,7; Klgl 5,14). Hieraus können wir ableiten, dass es ein Symbol für Macht war. So werden die Pforten des Hades nichts vermögen gegen die Versammlung, die Christus baut (Mt 16,18).

Die Tore der Städte waren aus Holz und mit Eisen beschlagen, um sie zu verstärken und um zu verhindern, dass sie mit Feuer verbrannt wurden (Ri 9,52). Das Gefängnis in Jerusalem hatte eine Außentür aus Eisen, die einzige Eisentür, von der wir lesen (Apg 12,10).

Zweifelsohne waren die Tore von Salomos Tempel in Übereinstimmung mit dem Rest des Werkes geschmückt. Im N.T. lesen wir von der schönen Pforte (Apg 3,10) und Josephus erzählt, dass Herodes ein Außentor aus korinthischem Bronze machte, die mehr kostete als diejenigen, die mit Gold und Silber ausgeschmückt waren. Die Tore des neuen Jerusalems werden beschrieben als Perlen: „Jedes einzelne der Tore war aus einer Perle" (Off 21,12-25). Die Eingänge müssen in Übereinstimmung sein mit dem Rest der Stadt. Die Perlen stellen die Herrlichkeiten Christi dar, wie sie in der Versammlung gesehen werden (vgl. Mt 13,46).

Die Pforte wird auch symbolisch für den Eingang verwendet, der zum Leben und zum Verderben führt. Die erstere ist eng und schmal und leider finden nur wenige diesen Weg. Die letztere hingegen ist weit und führt auf einen breiten Weg, und es sind viele, die durch sie eingehen (Mt 7,13.14).


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