Petrus, Der zweite Brief des – Bibel-Lexikon

Das Ziel des Briefes scheint in erster Linie die Befestigung der Herzen von Gläubigen aus den Juden bezüglich der Gewissheit des Reiches des Herrn Jesus zu sein. Wir haben in diesem Brief das einzige Zeugnis eines Augenzeugen dessen, was sich auf dem Berg der Verklärung ereignet hat. Diese Vision machte das prophetische Wort umso fester, auf welches zu achten die Gläubigen wohl taten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbrechen und der Morgenstern in ihren Herzen aufgehen würde.

Bevor jedoch das Reich öffentlich sichtbar dargestellt werden konnte, war es nötig, dass das Verderben der Christenheit, das bereits eingesetzt hatte, vollständig wurde; und der Verlauf sowie der Höhepunkt dieses Verderbens werden in Kapitel 2 klar dargestellt. Es begann mit falschen Lehrern, die Verderben bringende Sekten nebeneinführten und den Gebieter verleugneten, der sie erkauft hatte. Die Entwicklung dieses Verderbens wird unter dem Blickwinkel des Bösen betrachtet (und nicht so sehr unter dem des Abfalls, wie in dem Brief des Judas), als etwas, das der Regierung Gottes in besonderer Weise entgegensteht. Während in dem Brief des Judas der Widerspruch Korahs als der Höhepunkt des Abfalls gezeigt wird, steht hier die Anstachelung zu abscheulichem Bösen durch Bileam vor dem Auge des Geistes, wodurch er anzeigt, wie Verderben bringend der Einfluss solcher werden würde, die die Stellung eines „Propheten" innehaben würden.

In dem anschließenden Teil des Briefes (Kapitel 3) haben wir ebenfalls die Schlussphase des (vielleicht jüdischen) Unglaubens, nämlich Zweifel und Spötterei in Bezug auf den kommenden Tag des Herrn, gegründet auf die scheinbare Unwandelbarkeit der Schöpfung. Dieses nimmt der Apostel zum Anlass, die Gedanken der Gläubigen über diejenigen Gedanken des Reiches hinaus auf das zu lenken, was ewig und unveränderlich ist (da es auf vollkommenen moralischen Fundamenten ruht). Der Tag des Herrn war ein Mittel zum Zweck und würde den Weg bereiten für den Tag Gottes und die Erfüllung seiner Verheißungen neuer Himmel und einer neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnen würde. Im Hinblick darauf würden die bestehenden Himmel und die bestehende Erde verschwinden. Die Gläubigen sollten, da sie diese Dinge vorher wussten, nicht aus ihrer Standfestigkeit fallen, sondern „in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus" wachsen.

 

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